Überwinterungszelt – Ein kleiner Kaufratgeber

Wenn es im Herbst kälter wird und der Winter naht, muss so manche nicht winterharte Gartenpflanze ins frostfreie Überwinterungsquartier gebracht werden. Ob Oleander, Oliven- oder Zitronenbaum, Agave oder anderes: Ein Überwinterungszelt ist eine Möglichkeit, die empfindlichen Exoten über die kalte Jahreszeit zu bekommen. Was genau das ist und worauf Sie beim Kauf sowie bei der Anwendung eines solchen Pflanzenschutzzeltes achten müssen, erfahren Sie bei der Lektüre dieses Ratgebers.

ueberwinterungszelt
Überwinterungszelte gibt es in verschiedenen Größen

Unsere Empfehlungen

Material PVC / transparenter PE-Kunststoff
Größe 70 x 70 x 80 Zentimeter
Gewicht 840 Gramm
Gerüst Stahlreifen
UV-Schutz UV-Schutzfaktor 50

Hierbei handelt es sich um ein sehr einfach aufzustellendes Mini-Gewächshaus, in dem niedrig bleibende Nutz- und andere Kübelpflanzen kultiviert werden können. Der Boden des PVC-Zeltes ist unten offen, sodass Sie es sowohl für ausgepflanzte als auch für Topfpflanzen (z. B. auf dem Balkon oder der Terrasse) verwenden können. Das Produkt lässt sich nicht nur als Überwinterungszelt für die kalte Jahreszeit, sondern ganzjährig nutzen. So eignet es sich etwa auch als Gewächshaus für kleine Gärten. Das wasserdichte Überwinterungszelt schützt die Pflanzen für schwankenden Temperaturen, vor leichten Minusgraden und starkem Regen und Wind. Bei Nichtgebrauch falten Sie es einfach zusammen und können es so platzsparend verstauen.

Material PVC-Kunststoff
Größe 130 x 150 x 130 Zentimeter
Gewicht ca. 13 Kilogramm
Gerüst verzinktes Stahlgestänge zum Zusammenstecken
UV-Schutz UV-beständig, aber lichtdurchlässig

Das doppelt isolierte Überwinterungszelt für Kübelpflanzen ist in drei verschiedenen Größen erhältlich sowie lässt sich bei Bedarf dank einer separat zu erwerbenden Verlängerung in der Höhe ausweiten. Das Produkt bietet Pflanzen ganzjährig Schutz vor Kälte, Wind, Regen und zu starker Sonneneinstrahlung, wobei ab Temperaturen von weniger als 0 Grad Celsius die Installation eines Frostschutzwächters / einer speziellen Heizung sinnvoll ist. Das Kunststoffmaterial ist UV-beständig, aber mit einer Grammatur von 130 Gramm je Quadratmeter ausreichend lichtdurchlässig. Der Boden des Zeltes besteht aus einer strapazierfähigen Bodenplane. Der Aufbau gestaltet sich dank der zusammensteckbaren Zeltstangen aus verzinktem Stahlrohr recht unkompliziert. Werkzeug wird hierzu nicht benötigt.

Material Micro-Vlies
Größe 200 Zentimeter hoch, 240 Zentimeter breit
Gewicht ca. 1,3 Kilogramm
Gerüst keines
UV-Schutz UV-beständig, lichtdurchlässig

Anstelle eines Überwinterungszeltes, das bei Temperaturen unter dem Nullpunkt auch beheizt werden muss, können Sie auch einen so genannten Pflanzensack aus extrastarkem Vliesmaterial verwenden. Diesen Schutzsack stülpen Sie einfach unter die (gut zusammengebundenen) Pflanzen, die sich sowohl in den Garten ausgepflanzt als auch in einem Kübel befinden können. Letztere lassen sich mit einer solchen Überwinterungshilfe auch in der kalten Garage oder auf dem Balkon überwintern. Das verwendete Vlies hat eine Grammatur von 100 Gramm je Quadratmeter und ist daher sehr gut lichtdurchlässig, schützt Ihre empfindlichen Pflanzen jedoch zuverlässig vor Wind, Regen und leichten Minusgraden. Der Schutzsack wird einfach über die Pflanzen gestülpt und mittels Zugstrippen zugezogen.

Kaufkriterien

Größe

Eines der wichtigsten Kriterien für den Kauf eines Überwinterungszeltes ist die für die darin zu überwinternden Pflanzen passende Größe. Das Produkt sollte in Höhe und Durchmesser so bemessen sein, dass die Pflanzen die Zeltwände sowie die Decke nicht berührt, sondern etwas Luft zwischen Material und Gewächs verbleibt. Viele Pflanzen können vor dem Überwintern kräftig zurückgeschnitten werden oder es gibt für manche Produkte spezielle Vergrößerungen bzw. Verlängerungen, die bei Bedarf angebracht werden können.

Art und Aufbau

Es gibt verschiedene Arten von Überwinterungshilfen, wovon das Überwinterungszelt nur eine mögliche Alternative ist. Dabei hat das Zelt mehrere Vorteile gegenüber anderen Möglichkeiten: Sie können es etwa im Frühjahr zur Anzucht von Gemüsen und anderen Pflanzen (praktisch als Frühbeet) verwenden, ganzjährig als Gewächshaus und bei Bedarf im Winter eine Wärmequelle hineinstellen. So genannte Überwinterungssäcke oder -hauben eignen sich hingegen eher für bedingt winterharte Pflanzen (d. h. Arten, die auch leichten Frost vertragen) und lassen sich nicht beheizen.

Material und Materialstärke

Üblicherweise bestehen Überwinterungszelte aus Kunststoff, meistens PVC. Dieser ist leicht, robust, reißfest und wasserundurchlässig. So dringen weder Wind noch Regen hindurch und die Pflanzen sind gut geschützt vor derartigen Wetterlagen. Das Material sollte fest und vor allem an Nahtstellen wie z. B. Öffnungen und Fenstern gut vernäht sein, damit hier keine Kälte hindurch dringt. Übliche PVC-Zelte benötigen zudem ein isolierendes Innenzelt, damit die Wärme einer Heizquelle nicht unkontrolliert nach draußen entweicht. Wem PVC zu dünn ist, kann auf dickere Vlies-Materialien zurückgreifen.

UV-Stabilität und Lichtdurchlässigkeit

Ein Überwinterungszelt sollte dick genug sein, um Kälte und anderes Schlechtwetter abzuhalten, andererseits aber auch so dünn sein, dass ausreichend Licht ins Innere gelangt. Die meisten Pflanzen brauchen auch im Winter Licht fürs Gedeihen, weshalb die Stoffe eine lichtdurchlässige Grammatur zwischen 100 und 130 Gramm je Quadratmeter aufweisen sollten. Zugleich sollte das Material aber auch UV-beständig sein, damit es mit der Zeit nicht mürbe wird und dann nicht mehr ausreichend schützt.

Kaufpreis

Im Hinblick auf den Kaufpreis variieren die verschiedenen Überwinterungszelte sehr stark. Grundsätzlich sollten Sie von auffallend günstigen Angeboten besser die Finger lassen, da bei diesen die Stoff- und Verarbeitungsqualität oftmals zu wünschen übrig lässt. Zudem kommt es natürlich auch auf die Größe an: Ein kleines Überwinterungszelt ohne Heizung ist bereits für rund 20 bis 30 EUR zu haben, während sehr große Produkte mit Boden und Zubehör durchaus 400 bis 500 EUR kosten dürfen.

Youtube

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Überwinterungszelt?

Ein Überwinterungszelt ist im Grunde nichts weiter als eine Art von zeltartigem Gewächshaus. Im Inneren des Zeltes ist es aufgrund des lichtdurchlässigen Materials für die meisten Pflanzen hell genug, dafür bleibt es einige Grad wärmer als außerhalb. Zudem werden Regen und Wind abgehalten. Das Zelt ist sinnvoll, wenn eine Überwinterung im Keller oder in der Garage zu dunkel wären.

Wie sind Überwinterungszelte aufgebaut?

In der Regel besteht das Überwinterungszelt aus einer lichtdurchlässigen, aber UV-beständigen und wasserundurchlässigen PVC-Gitternetzfolie, die über einem zusammensteckbaren Gestänge aus Metall oder Kunststoff gestülpt und oft mit Heringen im Boden verankert wird. Diese Zelte gibt es in unterschiedlichen Größen und Formen, je nachdem, wo Sie es aufstellen wollen und welche Pflanzen dort überwintern sollen.

Wie funktioniert ein Überwinterungszelt?

Das dicke Material des Überwinterungszeltes schützt frostempfindliche Pflanzen vor Regen, kräftigem Wind und vor allem vor frostigen Temperaturen. Die Kunststoffplane sorgt dafür, dass die Wärme innerhalb des Zeltes nicht entweichen kann, sodass es im Inneren stets um einige Grad Celsius wärmer als außerhalb ist. Deshalb eignet sich ein solches Pflanzenzelt aber auch nur für Temperaturen bis knapp unter dem Nullpunkt, sonst wird es ohne Wärmequelle auch dort zu kalt.

Für welche Pflanzen kann man das Überwinterungszelt verwenden?

Am besten eignet sich ein solches Überwinterungszelt für lediglich bedingt winterharte Pflanzen, vor allem für Arten aus dem Mittelmeerraum wie Oleander, Oliven-, Feigen-, Zitrus- oder Aprikosenbäume. Diese Pflanzen vertragen keinen Frost, müssen aber dennoch hell und kühl bei maximal ca. zehn bis 12 Grad Celsius überwintert werden. Die beheizte Wohnung ist für diese Arten also schlicht zu warm.

Welche Vorteile hat diese Art der Überwinterung?

Gerade die großen Modelle sind zwar recht teuer, dafür aber flexibel einsetzbar. Im Winter nutzen Sie es als Überwinterungszelt, während der Wachstumszeit jedoch als Frühbeet oder Gewächshaus. Zudem lassen viele dieser Produkte sich sehr platzsparend aufstellen und bei Bedarf auch umstellen – dank Steckbausystem ist dies kein Problem. Kleinere Modelle finden sogar auf der Terrasse oder dem Balkon Platz.

Gibt es auch Nachteile?

Der Nachteil dieser Form der Überwinterung besteht darin, dass es bei Temperaturen von weniger als 0 Grad Celsius nicht funktioniert – dann wird es auch im Zeltinneren zu kalt. Eine geeignete Wärmequelle muss also her, wozu sich spezielle Heizungen – Frostwächter genannt – eignen. Eine Glühbirne, wie bei manchmal in der Produktbeschreibung zu lesen, reicht bei Weitem nicht aus.

Zubehör

Wärmequelle

Da ein Überwinterungszelt selbst bei Temperaturen im niedrigen Minusbereich trotz eventuell vorhandener Isolierung für die Pflanzen zu kalt wird, muss eine geeignete Heizung her. Hierbei sollten Sie ein Produkt wählen, welches speziell für Kleingewächshäuser und Frühbeete entwickelt wurde. Es sollte sich ab einer bestimmten Temperatur selbstständig ein- und, wenn es warm genug ist, wieder ausschalten.

Text: Ines Jachomowski

Melde Dich für unseren Newsletter an

Erhalten Sie den monatlichen Gartenjournal Newsletter in Ihr E-Mail Postfach. Abmelden ist jederzeit möglich.