Tomaten werden schwarz

Tomaten werden schwarz – rasches Handeln ist jetzt gefragt

Das Schadbild gab Wissenschaftlern lange Zeit Rätsel auf. Bislang ist klar - werden Tomaten schwarz, stecken weder ein Schädling noch eine Infektion dahinter. Wir erläutern, worum es sich handelt und was zu tun ist.

Schadbild ist weitgehend enträtselt

Die selbst gezüchteten Tomaten können auch ohne einen Befall durch Schädlinge, Pilze oder Bakterien in Schwierigkeiten kommen. Als diese drei Ursachen auszuschließen waren, entdeckten Forscher einen Mangel an Kalzium in schwarz verfärbten Tomaten. Dieses Symptom brachte eine Stoffwechselerkrankung zutage.

Aus einem bislang unbekannten Grund ist die Tomatenpflanze nicht mehr in der Lage, das eigentlich reichhaltig im Boden befindliche Kalzium bis in die Früchte zu transportieren. Hier wird dieses Mineral dringend benötigt als Baustoff für die Reife der Tomaten. Letztendlich bewirkt der Mangel an Kalzium, dass zuerst die Blütenansätze und in der Folge die Tomaten schwarz werden. Die Blütenendfäule hat zugeschlagen.

Kalziummangel richtig beheben

Damit eine Tomatenpflanze die Aufnahme von Kalzium optimiert, stehen verschiedene Vorgehensweisen zur Verfügung. Im ersten Schritt prüfen Sie den pH-Wert des Bodens. Im sauren Erdreich herrscht zumeist Kalkmangel, der eine Unterversorgung mit Kalzium bewirkt. Mithilfe eines einfach Test-Sets aus dem Gartencenter prüfen Sie den Wert. Liegt er unter 5,5, wird der Boden aufgekalkt mit:

  • Algenkalk
  • Gesteinsmehl
  • Azet Vitalkalk
  • Hüttenkalk
  • Basaltmehl

Vermeiden Sie dabei unbedingt eine Überdosierung. Verabreichen Sie den Kalk schrittweise und überprüfen nochmals den pH-Wert. Ein Wert von 6 bis 7 darf nicht überschritten werden, weil ab 8 der Boden umkippt in den ebenso schädlichen alkalischen Bereich. Die Tomaten werden in diesem Fall zwar nicht mehr schwarz, sie verfallen gleichwohl in eine ebenso unerwünschte Wachstumsdepression.

Blütenendfäule wirksam vorbeugen

Damit Ihre Tomaten erst gar nicht schwarz werden, empfehlen wir folgende prophylaktischen Maßnahmen:

  • eine gleichmäßige Wasserversorgung ohne Ausschläge nach oben oder unten
  • ausgewogen organisch düngen mit Kompost, Hornspänen oder Brennnesseljauche
  • regelmäßig den pH-Wert kontrollieren und bei Bedarf nachkalken
  • auf eine ausschließliche Bewässerung mit kalkarmem Regenwasser verzichten

Tipps & Tricks

Als Erste-Hilfe-Maßnahme bei einem Befall durch die Blütenendfäule, lösen Sie 30 Gramm Kalksalpeter auf in 10 Litern Wasser. Mit dieser Lösung gießen Sie die erkrankte Tomatenpflanze wiederholt. Alternativ verabreichen Sie einen sofort wirksamen Kalzium-haltigen Blattdünger.

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