Spaten, die in keinem Garten fehlen dürfen

Mit diesem Beitrag ist keineswegs beabsichtigt, Ihnen ein Inventarverzeichnis für den Geräteschuppen Ihres Gartens zu präsentieren. Vielmehr soll es sich heute um den wohl seit Jahrhunderten treuesten Begleiter zwischen den Gemüsebeeten, Obstbäumen und Sträuchern gehen – dem Spaten. Die unentbehrlichen Geräte wurden schon von den Menschen in der Steinzeit genutzt und seither in ihrer Form immer wieder aufs Neue den regionalen Gegebenheiten angepasst.

Schaufel im Garten
Die Schaufelform unterscheidet sich je nach Einsatzgebiet

Generationen später bei den Römern ist bereits mit geschmiedeten Spatenblättern gegärtnert worden. Ab dem 19. Jahrhundert waren schließlich die ersten Holzspaten erhältlich. Zwischendurch fand ein fließender Übergang zur Schaufel statt, mit der die Erdarbeiten, nicht nur im Garten, wesentlich erleichtert wurden. Dass damals wie heute so grundverschiedene Spatenformen benutzt werden, ist auf die Anpassung der Geräte an die unterschiedlichen regionalen Bodenverhältnisse zurückzuführen, wobei da allerdings auch ein wenig Lokalpatriotismus mit im Spiel war und noch heute ist.

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Gärtner aber auch Beschäftigte der landtechnischen Zunft favorisierten dabei stets ihre regionale Variante als unerreicht bestes und hochwertigstes Arbeitsmittel. Davon hört man gelegentlich selbst heute noch, sodass im Baumarktangebot von der Form her recht unterschiedliche Spatenvarianten zur Auswahl stehen. Einige der markantesten Beispiele in Kurzform:

  • Gärtnerspaten: Die traditionelle Art in englischer Form, die mit ihrer abgerundeten Schneide hauptsächlich im privaten Bereich sowie in gewerblichen Baumschulen genutzt wird; charakteristisch ist die T-Form des Stiels, das sogenannte Krumpholz;
  • Kieler Spaten: eignet sich für Stein-, Lehm- und Marschböden und ist am Griff, der innen ähnlich einem „D“ geformt ist, erkennbar; besonderes Kennzeichen ist sein höheres Gewicht, das auf schwierigen Böden die Arbeit enorm erleichtert;
  • Wurzelspaten: das sehr scharf geschliffene Blatt ist unten tief eingeschnitten und soll besonders in stark verwurzelten Böden ein kräfteschonendes Arbeiten möglich machen; das Ausheben von Pflanzlächern funktioniert mit diesem Baack Spaten ebenfalls vergleichsweise leicht;
  • Holsteiner Rüffel: eine besonders im Norden beliebte Spatenform, die mit ihrem leicht konisch geformten Metallblatt besonders leicht in das Erdreich dringen soll; weiteres Kennzeichen: Blatt wird von oben zur Schneide hin merklich dünner;
  • Marschrüffel: deutlich schmalere Blattform, die insbesondere auf extrem schweren Böden ein leichtes Graben ermöglichen soll; wird in verschiedenen Stiellängen und -griffen im Handel angeboten;

Worauf bei der Auswahl geachtet werden soll

Probieren Sie im Fachhandel möglichst mehrere Varianten aus. Auch wenn die konventionellen Arten mit einem exakt geraden Stiel preislich gesehen günstiger liegen, lohnt es sich, einen der ergonomisch gestalteten Spaten zu testen. Der Verkäufer wird Sie zwar im Markt vermutlich nicht buddeln lassen, aber allein das Gewicht und die Abmessungen lassen bereits Schlussfolgerungen auf die Menge der zu erwartenden Schweißtropfen sowie den Krümmungsgrad Ihrer Wirbelsäule erkennen. Die geschwungene Bauart der Stiele von Spaten der Oberklasse kann ähnlich, wie ihre unterschiedlichen Griffformen (D-, T- und Knopfgriff) auch, wesentlich zur Rückenschonung und einem ermüdungsfreien Arbeiten beitragen.

Dazu muss man allerdings bereit sein, einen fast dreistelligen Eurobetrag an der Gartencenterkasse abzugeben. Eine weitverbreitete, aber nicht immer nachvollziehbare Meinung umsatzbesorgter Baumarktverkäufer lautet: Günstige Spaten sorgen für mühsame Arbeit. Doch es gibt auch Ausnahmen, wie der NDR 2015 bei einem Praxistest festgestellt hatte. Da die Innovationsrate bei Gartengeräten dieser Art nicht allzu hoch ist, kann dieser fast drei Jahre alte Vergleich durchaus heute noch für eine Kaufentscheidung herangezogen werden. Der Gewinner war nicht, wie vielleicht vermutet, der 43,95 Euro teure Ideal-Spaten, sondern das mit 12,99 Euro sehr viel preisgünstigere Lidl-Modell. Falls Sie nachlesen möchten: „Wie gut graben günstige Spaten?“ NDR vom 11.05.2015.

Auch Spatenpflege braucht seine Zeit

Selbst dann, wenn Sie sich für ein handgeschmiedetes Spatenblatt aus gehärtetem Qualitätsstahl entschieden haben, sollten hinsichtlich des Pflegeaufwandes auf gar keinen Fall Abstriche gemacht werden. Von daher beherzigen Sie bitte die folgenden drei Tipps, die für eine wirklich lange Lebensdauer des wichtigsten Gartenutensils entscheidend sind:

  • Spatenstiele neigen dazu, nach einer gewissen Zeit an ihrer Oberfläche rau zu werden, was nach und nach zu einer merklich nachlassenden Elastizität der Hölzer führt. Etwas Schleifpapier zum Glätten und danach einige Tropfen Öl helfen bei nachlassender Griffigkeit und beugen einem späteren Lockern des Spatenblattes vor.
  • Anhaftende Erdreste aus dem Garten werden besser sofort, und bevor sie antrocknen, entfernt. Etwas lauwarmes Wasser und eine nicht zu harte Bürste reichen bereits, damit Ihr Spaten immer schön sauber und vom Rost verschont bleibt.
  • Vor der gartenfreien Zeit im Winter sollten Beschädigungen an Blatt und Griff repariert werden. Eventuelle kleine Roststellen lassen sich relativ gründlich abschleifen und werden zum Schluss mit einem leicht in Öl getränkten Tuch abgerieben.
Text: Fred Lübke
Social Media Manager

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