Kann ich einen Schnurbaum als Bonsai ziehen?

Der Japanische Schnurbaum, der mittlerweile unter der wissenschaftlichen Bezeichnung Styphnolobium japonicum geführt wird, ist ein beliebtes Ziergehölz. Da er zur Familie der Schmetterlingsblütler gehört, entwickelt er ästhetische Blüten. Als nässeempfindliches und wärmeliebendes Gehölz unterscheidet es sich von den meisten typischen Bonsais.

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Sophora prostata ist die beste Schnurbaum für die Bonsaizucht

Welche Sorte ist geeignet?

Sophora wächst als Flachwurzler, der in flachen Schalen ausreichend Platz findet und nur bei Bedarf während des Umtopfens einen Wurzelschnitt erfordert. Aufgrund der kleinen gefiederten Blättchen eignet sich der Schnurbaum gut für die Bonsaigestaltung, wobei Sophora prostata ‚Little Baby‘ (Synonym: Sophora japonica) winzige Blätter in der Größe eines Streichholzkopfes ausformt. Die Gehölze entwickeln zickzackförmige Triebe, was dem Minibaum eine bizarre Erscheinung verleiht.

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Einen Bonsai formen

Der Schnurbaum erlaubt viele Stile. Er lässt sich frei aufrecht gestalten, oder zu Halbkaskaden und Kaskaden formen. Möglich sind außerdem Mehrfachstämme und ganze Wälder. Wenn die Grundform steht, geschehen Verfeinerungen ausschließlich über den Schnitt. Das Anlegen von Draht erfolgt nur in der frühen Phase.

Schnitttechnik

Damit sich Jungpflanzen rasch verzweigen und eine Baumkrone mit mehreren Etagen entwickeln, sollten Sie den Haupttrieb möglichst bald stutzen. Behalten Sie bei jeder Schnittmaßnahme die gewünschte Form im Auge und schneiden Sie die frischen Triebe auf ein bis zwei Blätter zurück. Ein Rückschnitt bis in das alte Holz stellt kein Problem für diese Art dar.

Drahttechnik

Mit dem Drahten der Hauptäste beginnen Sie im frühen Alter der Jungbäume. Die ideale Jahreszeit ist der Juni. Wickeln Sie den Aluminiumdraht nicht zu fest spiralförmig um die Zweige und biegen Sie diese in die gewünschte Ausrichtung. Die Drähte bleiben für maximal ein halbes Jahr am Zweig, wobei Sie das Gewächs regelmäßig auf den Zuwachs kontrollieren sollten. Wenn Sie ältere Äste formen möchten, ist die Abspanntechnik im Frühjahr empfehlenswert. Der neu aufkommende Saftstrom macht die Exemplare etwas flexibler.

Ansprüche

Schnurbäume erfordern während der Wachstumsphase einen Platz im Freien, der sonnige bis halbschattige und luftige Bedingungen gewährleistet. Sie fühlen sich in einer Bonsaieinheitserde wohl, die durchlässig ist und konstant feuchte Verhältnisse bietet. Den Winter verbringen die Gehölze im Kalthaus. Fällt das Thermometer stark in den Minusbereich, kann es zu Schäden im Wurzelbereich kommen. Frost sorgt dafür, dass die grünen Blätter von den Zweigen abfallen und die feinen Triebe leicht abfrieren.

Temperaturen im Winter:

  • nicht mehr als sechs Grad
  • idealerweise frostfrei
  • minimal minus fünf Grad

Gießen und Düngen

Halten Sie die Erde im Sommer durch regelmäßige Bewässerungen gleichmäßig feucht. Verabreichen Sie alle zwei Wochen bis in den Hochsommer einen Flüssigdünger über das Gießwasser. Während des Winters gießen Sie sparsamer, sodass das Substrat nicht austrocknet.

Tipps

Feste organische Düngekugeln haben sich bewährt. Wenn Sie zwei bis drei Kegel eingraben, profitiert der Bonsai für die nächsten drei Monate von Nährstoffen.

Text: Christine Riel
Artikelbild: Mikulas P/Shutterstock

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