Schneckenschutz – Ein kleiner Kaufratgeber

Sie fressen im Handumdrehen ganze Beete leer: Schnecken. Die Tiere sind des Gärtners größter Feind und die altbekannte Bierfalle nicht jedermanns Sache. Deshalb sind im Handel verschiedene Arten von Schneckenschutz erhältlich. Wir haben uns einmal umgesehen, welche Produkte bei Gärtnern besonders gut ankommen. Außerdem finden Sie in diesem Ratgeber Tipps, wie Sie den optimalen Schneckenschutz finden.

schneckenschutz
Es gibt unterschiedliche Mittel, Schnecken fernzuhalten

Unsere Empfehlungen

Art der Schneckenabwehr Barriere
Giftigkeit nein
Material Metall
Anwendbarkeit 14 Teile zum Zusammenstecken
Haltbarkeit dauerhaft

Der metallene Schneckenzaun – bestehend aus zehn jeweils einen Meter langen Zaunstücken und vier Eckverbindungen – lässt sich unkompliziert zusammenstecken. Die Bleche sollten ca. 15 Zentimeter tief in die Erde reichen, sodass sie etwa zehn Zentimeter überstehen. Errichten Sie den Zaun rund ums Gartenbeet, dann haben hungrige Schnecken keine Chance – sie müssten zunächst die 90 Grad-Barriere überwinden, um hineinzugelangen. Die meisten Nacktschnecken schaffen dies nicht, wie die verschiedenen Produktrezensionen im Internet zeigen. Dennoch kann es zu einem Schneckenbefall kommen, wenn sich nämlich noch Tiere innerhalb des Beetes befinden. Der Schneckenzaun ist ungiftig, hält viele Jahre lang und kann auch im Winter draußen bleiben.

Art der Schneckenabwehr Barriere
Giftigkeit nein
Material Kunststoff
Anwendbarkeit Haube zum Überstülpen über gefährdete Pflanzen
Haltbarkeit dauerhaft

Ebenfalls zu den giftfreien und damit unbedenklichen Barrieremethoden gehören Pflanzenhauben wie dieser Schnecken-Schutzring. Der Schneckenschutz ist schnell und einfach installiert, ohne dass Sie erst irgendwelche Bauteile zusammenstecken müssen: Stülpen Sie die Haube einfach über die frisch eingesetzte Pflanze, fertig! Die Hauben bestehen aus einem ungiftigen, witterungsbeständigen und recycelbaren PET-Kunststoff und halten die gefräßigen Tiere durch einen nach unten gekrümmten, umlaufenden Ring fern. Der Schutzring hält nicht nur Schnecken fern, sondern lässt sich auch zum Pflanzenschutz – etwa von Jungpflanzen vor kühler Witterung – verwenden, indem Sie ihn mit einem passenden Pflanzenhut kombinieren.

Art der Schneckenabwehr Gift (Metaldehyd)
Giftigkeit ja
Material Streugranulat
Anwendbarkeit einfach rund um gefährdete Pflanzen ausstreuen
Haltbarkeit muss regelmäßig erneuert werden

Schneckenkorn (17,88€ bei Amazon*) ist für viele Gärtner das Mittel der Wahl gegen Schnecken und darf daher auch in unserer Auflistung nicht fehlen. Das blau eingefärbte Granulat ist einfach in der Anwendung und sehr effektiv, da der enthaltene Wirkstoff Metaldehyd für die Tiere tödlich giftig ist. Leider nicht nur für Schnecken, sondern auch für andere tierische Gartenbewohner – vor allem Hunde reagieren sehr empfindlich – und auch für Kinder. Daher sind sowohl Kinder als auch Haustiere unbedingt von mit Schneckenkorn behandelten Flächen fernzuhalten! Ein weiterer Nachteil ist, dass das Granulat durch Feuchtigkeit sehr schnell abgebaut wird (es entsteht dabei Wasser und Kohlendioxid) und deshalb täglich nachgestreut werden muss.

Kaufkriterien

Art

Barrieremethoden: Es gibt verschiedene Barrieremethoden, die auf ein ganz einfaches Prinzip setzen: Sie sollen die Schnecken daran hindern, überhaupt erst zu den Pflanzen zu gelangen. Dazu gehört etwa der Schneckenzaun, der entweder aus Metall oder aus Kunststoff gefertigt ist, aber auch so genannte Pflanzenhüte oder -hauben. Letztere haben noch den Vorteil, dass sie die Pflanzen zugleich vor Vogelfraß und ungünstigen Witterungsbedingungen schützen.

Chemische Methoden: Chemische Methoden setzen natürlich auf die Abwehrkraft chemischer Stoffe, wobei es sich nicht immer um Gift handeln muss. Auch so genannte Schneckenanstriche wie das Schnexagon von Lugato fallen in diese Kategorie. Dieser Anstrich tötet die Tiere nicht wie es das bekannte Schneckenkorn tut, sondern hindert sie schlicht am Fortkommen.

Schneckenfallen: Schneckenfallen wiederum sollen die Schnecken einfangen, wobei es sich bei manchen Modellen um Tötungsfallen handelt. Wer die Tiere nicht umbringen möchte, kann zu einer Lebendfalle greifen. Die darin gefangenen Schnecken können später – in mehreren Kilometern Entfernung zum Garten – in der Natur ausgesetzt werden

Anwendung

So vielfältig die verschiedenen Arten von Schneckenschutz sind, so unterschiedlich sind sie auch in der Anwendung. Am unkompliziertesten dürfte wohl das Schneckenkorn sein, welches Sie einfach rund um die Pflanzen ausstreuen – dafür hat dieses andere Nachteile. Ein Schneckenzaun wiederum ist zwar in der Anschaffung etwas teurer und muss erst zusammengebaut werden, dafür allerdings hält er auch viele Jahre lang. Fallen hingegen sind regelmäßig aufzustellen und zu leeren – hiermit dürften Sie also den meisten Aufwand haben.

Material

Wer sich für eine Barrieremethode entscheidet, hat die Wahl zwischen Schneckenzäunen aus Metall oder Kunststoff. Letzteres ist in der Anschaffung günstiger, Metall allerdings hält ein paar Jahre länger. In puncto Wirksamkeit kommt es hingegen nicht auf das Material an, sondern auf die Bauart und die Frage, ob irgendwo kleine Lücken übrigbleiben. Ein Schwachpunkt bei vielen Modellen sind die Ecken, die häufig nicht eingeknickt sind. Dort haben die Schnecken eine Chance aufs Durchkommen.

Haltbarkeit

In Sachen Haltbarkeit ist ein Schneckenzaun dem beliebten Schneckenkorn überlegen: Einmal installiert, ist das Beet viele Jahre vor den gefräßigen Tieren geschützt. Schneckenkorn müssen Sie hingegen täglich (mit etwas Pech auch mehrmals täglich) ausstreuen. Auch dem Schneckenanstrich ist nur eine kurze Lebensdauer beschienen, da er meist mit dem ersten Regen wieder abgewaschen ist und daher erneuert werden muss.

Ökologie und Giftigkeit

Man kann es gar nicht oft genug betonen: Auch wenn das blaue Granulat harmlos aussieht, ist Schneckenkorn doch giftig. Insbesondere Hunde fressen gern von den Körnchen und können anschließend entweder unter schweren Vergiftungserscheinungen leiden oder sogar daran sterben. Kleine Kinder probieren die blauen Körnchen auch gern einmal, auch wenn dem Schneckenkorn in der Regel Bitterstoffe zugefügt sind. Selbst Wildtiere wie etwa Vögel oder Igel können in Mitleidenschaft gezogen werden.

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Häufig gestellte Fragen

Welche Schnecken fressen gern Gartenpflanzen?

Im Garten tummeln sich verschiedene Arten von Schnecken, die allerdings nicht alle an Ihren Pflanzen interessiert sind. Gehäuseschnecken wie etwa die Weinbergschnecke oder auch die häufigen Garten-Bänderschnecken sind für Ihre Gartenpflanzen völlig ungefährlich. Letztere ernähren sich vornehmlich von Moosen und Algen. Ausgesprochene Schädlinge sind dagegen viele Nacktschnecken, vor allem die rot gefärbte Spanische Wegschnecke.

Gibt es auch nützliche Schnecken?

Tatsächlich gibt es nützliche Schneckenarten, weshalb Sie nicht allen Schnecken den Garaus machen sollten. Weinbergschnecken etwa fressen mit Vorliebe die Gelege von Nacktschnecken und halten so deren Population klein. Daneben gibt es mit dem Großen Schnegel – auch als Tigerschnegel bezeichnet – eine heimische Nacktschneckenart, die räuberisch lebt und Jagd auf andere Nacktschnecken macht.

Welche Fraßfeinde haben Schnecken und wie locke ich sie in den Garten?

Glücklicherweise haben die gefräßigen Nacktschnecken viele natürliche Fraßfeinde, die, einmal im Garten etabliert, deren Zahl begrenzen. Verschiedene Vögel (z. B. Amseln und Elstern), Igel, Spitzmäuse, Blindschleichen und Kröten haben Schnecken zum Fressen gern. Locken Sie die Tiere mit Versteckmöglichkeiten in den Garten, etwa in Form von dichten Hecken, Laub-, Holz- und Steinhaufen etc.

Was hilft noch gegen Schnecken im Garten?

Allgemein mögen Schnecken keine trockenen Untergründe, weshalb Sie das Gartenbeet stets von Unkraut sauber halten sollten. Eine Mulchdecke aus Rindenmulch, Lavagestein oder anderen groben Materialien hält die Tiere ebenfalls zuverlässig fern – im Erdbeerbeet hat sich zu diesem Zweck nicht zu fein gehäckseltes Stroh bewährt. Dieses liefert sogar noch extra Nährstoffe, wenn es mit der Zeit verrottet.

Warum sollte man besser keine Bierfalle aufstellen?

Die Bierfalle ist ein altes Hausmittel aus Omas Zeiten, dass aus einem mit Bier gefülltem und im Beet eingegrabenen Glas besteht. Die Schnecken werden von dem Geruch angelockt, stürzen in die Falle hinein und ertrinken. Tatsächlich ist die Bierfalle sehr effektiv, birgt allerdings ein Problem: Sie lockt die Schnecken nicht nur in die Falle, sondern auch von weit her in den Garten.

Kann ich mir auch Laufenten gegen Schnecken halten?

Tatsächlich werden Laufenten immer wieder als natürliche Maßnahme gegen die Schneckenplage empfohlen. Die lebhaften Tiere können gut im Garten gehalten werden – sofern Sie sie von den Gemüsebeeten fernhalten. Laufenten fressen nämlich nicht nur sehr gern Schnecken, sondern auch allerlei Grünzeug wie beispielsweise Salat. Zudem brauchen Laufenten viel Platz, einen geräumigen Stall und eine Bademöglichkeit.

Zubehör

Kupferband

Töpfe, Kübel und andere Pflanzgefäße im Garten und auf der Terrasse lassen sich vor Schnecken mit einem selbstklebenden Kupferband schützen. Dazu befestigen Sie das Band einfach einmal rund um den Topf. Kupferband eignet sich auch für (kleinere) Hochbeete oder für Beete mit einer Einfassung. Achten Sie darauf, dass das Kupferband mindestens fünf Zentimeter breit ist.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: Mulevich/Shutterstock

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