Schlange im Garten – welche Art kann es sein?

Ihr Anblick lässt den Adrenalinspiegel in die Höhe schießen. Taucht eine Schlange im Garten auf, ist der erste Schrecken groß. Das ist verständlich, jedoch unnötig. Heimische Schlangen sind zumeist vollkommen harmlos. Um welche Schlangen-Art es sich handelt, erklärt dieser Ratgeber anhand wichtiger Erkennungsmerkmale. Unsere Tipps verraten, wie Sie sich bei einer Begegnung richtig verhalten.

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Die in Deutschland heimische Kreuzotter ist zwar giftig aber keinesfalls tödlich

Häufige Schlangen erkennen – Erkennungsmerkmale im Überblick

Kommt es im Garten zu einer Begegnung von Mensch und Schlange, handelt es sich zumeist um die Ringelnatter. Vier weitere Schlangenarten sind in Deutschland heimisch, wovon zwei zu den Giftschlangen zählen. Herausragende Erkennungsmerkmale stellt Ihnen der folgende Überblick vor:

  • Ringelnatter: nicht giftig, 75-150 cm lang, grünlich oder bräunlich. Natrix natrix besitzt 2 gelben Halbmond-Flecken im Nacken, nicht jedoch die eigene Art Natrix helvetica (Barren-Ringelnatter)
  • Würfelnatter: nicht giftig, 75-110 cm lang, graubraun bis ockerfarben mit Würfelzeichnung auf dem Rücken
  • Schlingnatter: nicht giftig, 60-80 cm lang, grau-braun gefärbt, dunkles Band zwischen Maul und Auge
  • Kreuzotter: giftig, 60-80 cm lang, grau, braun, schwarz, gelb oder grün, Zickzack-Muster auf dem Rücken
  • Äskulapnatter: ungiftig, 100-200 cm lang, gelb-braun bis grau-schwarz, weißes Fleckenmuster auf dem Rücken

Die heimische Blindschleiche ist weder blind noch eine Schlange. Tatsächlich handelt es sich um eine Echsenart, deren Beine sich im Verlauf der Evolution vollkommen zurückgebildet haben. Das scheue Tier ist nicht giftig, 30 bis 40 cm lang, grau, grau-braun oder braun gefärbt. Da die Blindschleiche Schnecken und andere Schädlinge auf dem Speiseplan hat, kann sie bedenkenlos den Nützlingen zugerechnet werden.

Biss von Kreuzotter ist nicht tödlich

Die Kreuzotter ist zwar giftig, jedoch keinesfalls aggressiv. Vielmehr sucht sie stets ihr Heil in der Flucht. Erst wenn die Schlange in die Enge getrieben oder angefasst wird, wehrt sie sich und beißt zu. Das ist zwar schmerzhaft, jedoch in der Regel nicht lebensbedrohlich. Gefährlich könnte es unter Umständen für Kleinkinder und ältere Menschen, sowie bei Schockreaktionen (zb allergischer Schock) werden. Suchen Sie dennoch unverzüglich einen Arzt auf, da eine daraus folgende Infektion in Kombination mit dem Gift gesundheitsgefährdend sein kann.

Schlangen stehen unter Naturschutz – so verhalten Sie sich richtig

Alle heimischen Schlangen sind vom Aussterben bedroht und unterliegen daher dem Artenschutz. Es ist verboten, die Tiere zu stören, zu jagen oder gar zu töten. Bewahren Sie bei einem Zusammentreffen die Ruhe und lassen Sie der Schlange einen Fluchtweg offen, den sie garantiert nutzen wird. Schon ein fester Tritt auf den Boden löst den Fluchtinstinkt aus.

Können Sie sich mit einer Schlange im Garten überhaupt nicht anfreunden, wenden Sie sich bitte ans Ordnungsamt und nicht an die Feuerwehr. Hier können Ihnen Experten genannt werden, die eine unerwünschte Schlange fachmännisch umsiedeln.

Tipps

Sind Sie nicht erpicht auf Ringelnattern oder Würfelnattern in Ihrem Garten? Dann legen Sie einfach einen Heidegarten an. Die trockenen, sandigen Rahmenbedingungen sagen den beiden semiaquatischen Schlangen nicht zu. Erst wenn Sie einen Gartenteich in den Gestaltungsplan integrieren, könnten sich die heimischen Schlangenarten dennoch einfinden.

Text: Paula Jansen
Artikelbild: taviphoto/Shutterstock
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