Unkraut vernichten mit Salz: Eine gute Alternative oder verboten?

Um lästige Beikräuter zu bekämpfen, gibt es verschiedenste Mittel: Sie können zur chemischen Keule aus dem Fachhandel greifen oder das lästige Grün mechanisch von Hand entfernen. Vielfach werden Hausmittel wie Speisesalz zur Unkrautbekämpfung empfohlen. Ob sich die weißen Körnchen zur Unkrautvernichtung eignen, ob dies überhaupt erlaubt ist und welche Alternativen es gibt, klären wir in nachfolgendem Artikel.

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Salz sollte nicht gegen Unkraut eingesetzt werden

Wie wirkt Salz als Unkrautvernichter?

Bereits in geringer Konzentration wirkt Salz in Pflanzen als Gift. Deshalb stellt die zunehmende Bodenversalzung in der Landwirtschaft ein großes Problem dar.

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Die Pflanzen geraten zunächst in Salzstress:

  • Das Wachstum wird gehemmt
  • die Fortpflanzung wird beeinträchtigt,
  • die Gewächse sterben langsam ab.

Oberirdisch hinterlässt das Salzwasser auf den Pflanzenteilen Verätzungen. Die im Boden versickerte Flüssigkeit wird von den Gewächsen aufgenommen. Die Wurzeln werden durch die Lösung vollständig zerstört, sodass die Beikräuter kein Wasser mehr aufnehmen können und vertrocknen.

Selbst reichliches Gießen kann Schädigungen durch Salz meist nicht mehr beseitigen. Die Salzionen dringen zwar in tiefere Bodenschichten vor, verschwinden hierdurch jedoch nicht. Die geschädigte Pflanze lässt sich nur retten, indem Sie umgesetzt wird.

Kann ich auch das preiswerte Viehsalz als Unkrautvernichter verwenden?

Viehsalz, beispielsweise in Form eines Salzlecksteins, dient den Tieren als wertvolle Nahrungsergänzung. Da es weniger gereinigt ist als Speisesalz, ist es preislich günstiger. Um es vom Speisesalzunterscheiden zu können ist es, häufig rosa, eingefärbt. Hauptbestandteil ist auch bei dieser Salzart Natriumchlorid, hinzu kommen verschiedene andere Mineralien.

Da Sie das Salz nicht verzehren, können Sie es verwenden, um Unkraut zu vernichten.

Welches Mischungsverhältnis ist empfehlenswert?

Keinesfalls sollte die Salzwasser-Lösung zu stark sein, sonst drohen massive Schäden der umliegenden Pflanzen. Möchten Sie Speisesalz zur Unkrautvernichtung einsetzen, sollten Sie folgendermaßen vorgehen:

  • Mengen Sie dem Gießwasser fünf Prozent Salz bei.
  • Gießen Sie die Mischung auf das Unkraut.

Wann ist der Einsatz von Salz untersagt?

Verboten ist der Einsatz von Kochsalz oder Viehsalz auf versiegelten Flächen. Hierzu zählen beispielsweise die Hofeinfahrt oder Terrassenflächen. In diesem Fall wird das Salzwasser wie ein Pestizid verwendet und muss deshalb auch so eingestuft werden. Paragraph 6 des Pflanzenschutzgesetzes besagt, dass auf allen Freiflächen, die nicht gärtnerisch genutzt werden, Pflanzenschutzmittel verboten sind.

Das betrifft alle Wege und gepflasterten Flächen rund um Ihr Haus. Setzen Sie hier dennoch Salzwasser ein, um Unkraut zu bekämpfen, drohen empfindliche Geldbußen.

Die Begründung: Salz, unabhängig davon ob es sich um Vieh- oder Speisesalz handelt, kann nicht biologisch abgebaut werden. Es gelangt direkt ins Grundwasser und sorgt bei der Klärung für erhebliche Probleme. In der Kanalisation kann es zu Schäden an den Rohren führen.

Wo darf Salz eingesetzt werden, um Unkraut zu vernichten?

Auf allen unversiegelten Flächen im Privatbereich dürfen Sie Speisesalz als Unkrautvernichter verwenden. Bedenken Sie jedoch, dass dieses Mittel keinesfalls milder wirkt als chemische Substanzen. In der Nähe gedeihende Zier- und Nutzpflanzen können durch Salz durchaus Schaden nehmen.

Warum ist Salz als Unkrautvernichter nur bedingt empfehlenswert?

Salz trocknet nicht nur Organismen, sondern auch den Boden aus und schädigt die in der Erde lebenden Mikroorganismen massiv. Die Artenvielfalt, welche für die Humusbildung wichtig ist, wird verringert. Ebenso leiden das Porenvolumen, der Sauerstoffgehalt sowie die Durchwurzelbarkeit der Erde und somit das Wurzelwachstum aller Pflanzen. Luftaustausch und Wasserleitfähigkeit des Substrats werden gehemmt. Die Zier- und Nutzpflanzen können nicht mehr genügend Nährstoffe aufnehmen.

Welche Alternativen gibt es?

Unschädlich für die Umwelt und ebenso effektiv wie Kochsalz ist heißes Wasser, das Sie völlig legal zur Unkrautvernichtung einsetzen können. Auch dieses zerstört die Wurzeln der Beikräuter, sodass diese rasch eingehen und entfernt werden können.

Eine bewährtes Verfahren für größere, gepflasterte Flächen ist das Abflammen mit speziellen Geräten. Die thermischen Unkrautvernichter zerstören Pflanzen nebst Wurzeln nachhaltig und halten gepflasterte Bereiche für lange Zeit unkrautfrei.

Eine ebenso effektive Methode ist der Unkrautkratzer, mit dem Sie Beikräuter aus den Ritzen zwischen den Pflastersteinen herausheben können. Kehren Sie im Anschluss Sand oder Kies in die Spalten, wirkt dieses Material wie eine Mulchdecke. Unkrautsamen sind fast immer Lichtkeimer. Abgedeckt geht die Saat nicht auf und Ihre gepflasterten Flächen bleiben längere Zeit frei von störendem Grün.

Unkraut in Beeten sollten Sie mechanisch zupfen und auf diese Weise schonend für Pflanzen und Tiere entfernen. Eine Mulchschicht sorgt dafür, dass sie nicht mehr so schnell aufgehen. Gleichzeitig dient diese Decke den Bodenlebewesen als wertvolle Nahrung.

Tipps

Möchten Sie Unkraut mit Speisesalz bekämpfen, sollten Sie bedenken, dass dieses nicht schonender als Chemie wirkt. Möchten Sie Beikräuter ohne großen Aufwand vernichten, sollten Sie deshalb besser auf geprüfte Mittel aus dem Gartenfachhandel zurückgreifen. Diese sind, im richtigen Mischungsverhältnis angewandt, relativ umweltverträglich.

Text: Michaela Kaiser
Artikelbild: riopatuca/Shutterstock

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