Muttererde – Ein kleiner Kaufratgeber

Muttererde ist die fruchtbarste Schicht des Bodens und prinzipiell natürlicherweise im Garten vorhanden. Unter bestimmten Umständen kann es notwendig sein, die spezielle Erde extern zu kaufen - ein schwieriges Unterfangen. Unser Ratgeber erklärt Ihnen, wann es sinnvoll ist, Mutterboden zu beschaffen, wo und wie Sie das am besten tun und was hochwertige Muttererde auszeichnet.

muttererde
Muttererde ist die oberste Schicht im Gartenboden

Kaufkriterien

Klassifizierung/Eignung

Je nachdem, wie die Anteile an anorganischem Material, Humus und Nährstoffen sind, wird Muttererde in verschiedene Klassen eingeteilt. Auch der pH-Wert und die Wasserdurchlässigkeit stellen wichtige Parameter für die Klassifizierung dar. Dabei geht es letztlich nur darum, dass Mutterböden in Abhängigkeit von ihrer Zusammensetzung für unterschiedliche Einsätze vorgesehen sind.

Anmerkung zum pH-Wert: Die meisten Pflanzen gedeihen optimal bei einem pH-Wert von 5,5 bis 7.

Grundsätzlich wichtige Eigenschaften guter Muttererde im Überblick:

  • krümelig
  • gut durchlüftet
  • leicht durchwurzelbar
  • fähig, ausreichend Regenwasser aufzunehmen

Farbe

Hochwertige Muttererde ist dunkel gefärbt – durch den hohen Anteil an Humus und die unzähligen Bodenorganismen. Je heller sie aussieht, desto mehr wurde sie wohl mit Unterboden vermischt – etwas, das es eigentlich zu vermeiden gilt und das ein klares Zeichen von schlechter Qualität ist.

Zusammensetzung/Siebung

Einfache, grobe Muttererde enthält in der Regel noch Wurzeln und Wurzelstücke. Heißt, dass daraus später Unkräuter und andere unerwünschte Pflanzen sprießen. Sogenannten „Mutterboden wie gewachsen“ sollten Sie deshalb NICHT kaufen.

Greifen Sie stattdessen zu gesiebter Muttererde. Diese ist zwar etwas teurer, doch die Investition lohnt sich. Bei solch vorbereitetem Boden sind alle groben Teile rausgesiebt.

Gesiebte Muttererde gibt es gemeinhin mit einer Körnung von 0 bis 20 oder 0 bis 30 Millimetern. Hier können zwar auch noch Unkrautsamen enthalten sein, doch Wurzeln, Rhizome und grobe Steine begegnen Ihnen in solchem Mutterboden definitiv nicht.

Überdies darf die Muttererde keinen Schutt, kein Glas und keine Folienschnipsel (Müll- oder Komposttüten) aufweisen. Im Idealfall ist sie auch frei von Holz- und Schredderspänen.

Schadstofffreiheit

Achten Sie weiterhin darauf, dass die Muttererde erwiesenermaßen schadstofffrei ist. Lassen Sie sich das entsprechende Zertifikat zeigen – wichtig vor allem, wenn Sie mit der Erde Gemüse und Obst anbauen wollen.

Menge

Wie viel Muttererde benötigen Sie? Stellen Sie sicher, dass ein Angebot Ihren Bedarf voll abdeckt, damit Sie nicht verschiedene Böden vermischen müssen.

Kosten

Wir empfehlen Ihnen, nicht einfach das erstbeste Angebot zu nehmen, sondern mehrere Offerten hinsichtlich der Kosten miteinander zu vergleichen – selbstverständlich immer unter der Voraussetzung, dass die Qualität stimmt. Und: Wenn Sie es eilig haben, können Sie natürlich nicht noch warten, sondern sollten beim ersten qualitativ überzeugenden Angebot mit vernünftigem Preis direkt zuschlagen.

Übrigens: Auf allzu günstige Offerten ist unserer Ansicht nach eher zu verzichten, da sie vermutlich minderwertige Ware implizieren. Ausnahme: Sie bekommen die Muttererde kostenlos von einer Baustelle in Ihrem Ort.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Muttererde?

Bei Muttererde, auch Mutterboden oder Oberboden genannt, handelt es sich um eine an und für sich natürlich vorkommende Schicht im Gartenboden. Hier der Aufbau eines herkömmlichen Gartenbodens im Überblick:

  • zuoberst befindet sich die Rotte-/Mulchschicht bestehend aus Grasresten, Laub, toten Tieren
  • daraufhin folgt der Mutter-/Oberboden mit einer Schicht von ungefähr 30 Zentimetern
  • darunter liegt der nährstoffarme, anorganische Unterboden, endend mit einem steinigen Untergrund

Die Bezeichnung „Mutterboden“ kommt nicht von ungefähr, bildet diese Erdschicht doch die Basis für alle lebenden Pflanzen. Sie ist im Verlauf mehrerer tausend Jahre aus der Erdkruste entstanden.

In der Muttererde befinden sich neben (Regen-)Wasser auch Bakterien, vielfältigste tierische Organismen (Ameisen, Würmer, Spinnen, Raupen, Larven und andere Insekten) sowie unzählige elementare Nährstoffe, etwa Stickstoff und vor allem Sauerstoff.

Spannende Zahlen: Wissenschaftler haben herausgefunden, dass sich in 0,3 Kubikmetern Muttererde – das entspricht einer Fläche von etwa 100 x 100 x 30 cm (LxBxT) – sage und schreibe 1,6 Billionen Lebewesen tummeln. Das sind mehr, als es derzeit Menschen auf unserem Planeten Erde gibt (7,8 Milliarden, Stand Oktober 2020).

Wichtiger Hinweis: Muttererde ist nicht zu verwechseln mit handelsüblicher Blumen- oder Pflanzenerde, die umfassend gesiebt, keimreduziert und mit Dünger versetzt daherkommt. Das gigantische Leben, das den Mutterboden charakterisiert, kann herkömmliche Erde nicht ersetzen.

Wozu dient Muttererde?

Muttererde dient vor allem dazu, Unebenheiten im Gelände auszugleichen. Des Weiteren wenden Gärtner den Oberboden als Unterschicht für den Rasen oder zum Anbau von Gemüse und Obst an. Je nach gewünschtem Einsatzzweck lässt sich Mutterboden mit Pflanzenerde, Humus, Kompost und Dünger weiter verbessern beziehungsweise anpassen.

Wie berechne ich meinen Bedarf an Muttererde?

Um Ihren Bedarf an Muttererde zu berechnen, benötigen Sie einen Zollstock, ein Blatt Papier, einen Stift und einen Taschenrechner.

1. Messen Sie die Baugrube aus (Länge, Breite und Tiefe).
2. Notieren Sie die drei Werte in Metern.
3. Multiplizieren Sie die Werte miteinander.

So berechnen Sie das benötigte Volumen an Muttererde in Kubikmetern (m³). Unser Tipp: Rechnen Sie zehn bis 15 Prozent dazu, aufgrund der Verdichtung.

Wie Sie die errechneten Kubikmeter in Tonnen umrechnen, erfahren Sie hier . Einfach ein wenig runterscrollen.

Wo kann ich Muttererde kaufen?

Zunächst eine Vorbemerkung: Muttererde ist ein Naturprodukt, das sich nicht künstlich herstellen lässt. Bei Bauvorhaben wird der nicht tragfähige Mutterboden ausgehoben. Es ist (zum Glück) gesetzlich vorgeschrieben, dass die Muttererde getrennt vom Unterboden gelagert und wiederverwertet werden muss. Eine wichtige Sache, schließlich entsteht dieser kostbare Boden nur langsam über Jahrzehnte hinweg.

Wenn Sie für die geplante Anlage in Ihrem Garten keine Muttererde verfügbar haben, können Sie diese kaufen. Aber: In gewöhnlichen Baumärkten wie OBI, toom, Bauhaus, Hornbach, Globus oder hagebaumarkt oder auch in Gartenfachcentern werden Sie eher selten fündig. Rufen Sie vorab im Baumarkt in Ihrer Nähe an, um sich zu erkundigen. Ähnlich sieht die Sache bei Amazon und Co. aus.

Um an Oberboden zu kommen, ist es am besten, regelmäßig Kleinanzeigen zu checken, entweder in der lokalen Zeitung oder auf spezifischen Online-Portalen. Gerade nach großen Aushüben wird Muttererde oft auf diversen Verkaufsplattformen angeboten. Vergessen Sie nicht, vor einer etwaigen Bezahlung die Muttererde auf die wichtigsten Qualitätsmerkmale hin zu überprüfen, um keine minderwertige Ware zu bestellen.

Wie hoch sind die Kosten für Muttererde?

Muttererde ist normalerweise nicht ganz günstig. Der Preis hängt von vielen Faktoren ab, etwa vom Volumen und der Körnung der Erde, aber natürlich auch vom individuellen Ermessen des jeweiligen Anbieters. Darüber hinaus können Sie davon ausgehen, dass der Preis pro Tonne abnimmt, je mehr Sie kaufen. Üblicherweise schwanken die Kosten zwischen zehn und 40 Euro pro Tonne.

Tipps

Manchmal besteht sogar die Chance, kostenlos an Muttererde zu kommen – etwa dann, wenn in Ihrem Wohnort ein größeres Bauprojekt ansteht oder bereits am Laufen ist. Trauen Sie sich ruhig, bei den Bauherren nachzufragen. Diese brauchen den Platz und freuen sich meist, die Erde loszuwerden. Dabei sind Sie natürlich auf die Selbstabholung angewiesen und können sich das Gut nicht bequem liefern lassen.

Wie entsorge ich Muttererde?

Haben Sie selbst überschüssige Muttererde, die Sie entsorgen wollen, müssen Sie verantwortungsvoll handeln – zum einen, weil es verboten ist, das lebende Naturgut achtlos zu vernichten, und zum anderen, weil es sich schlicht und ergreifend um etwas Kostbares handelt. Folgende Möglichkeiten stehen Ihnen zur Verfügung, um Ihren Mutterboden nachhaltig zu entsorgen:

  • Muttererde sieben und mit einem geeigneten Pkw-Anhänger (auch mietbar) oder (bei einer geringen Distanz) mit der Schubkarre zu einem seriösen Gartenbaubetrieb bringen und dort kostenfrei abgeben (fragen Sie vorher telefonisch nach!)
  • eine Anzeige schalten und den Mutterboden als Geschenk oder zum Verkauf anbieten (Selbstabholung verlangen!)
  • Fachbetrieb mit der Entsorgung des Aushubs beauftragen

Zubehör

Durchwurfsieb

Wenn Sie selbst Muttererde verkaufen oder kostenlos anbieten wollen, sollten Sie sie vorher sieben. Dazu ist ein Durchwurfsieb erforderlich – mit Stütze und einer Maschenweite von circa zehn bis 15 Millimetern.

Schubkarre

Ob zum Abholen oder Abtransportieren von Muttererde oder für sonstige Arbeiten mit dem Oberboden und überhaupt im Garten: Eine Schubkarre ist immer nützlich.

Text: Gartenjournal.net
Artikelbild: j.chizhe/Shutterstock

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