Mondkalender: Säen, pflegen und ernten, unterstützt durch den Mond

Mondgärtner sind fest davon überzeugt, dass sich die Kraft des Mondes auch auf das Pflanzenwachstum auswirkt. Sie wählen Tage, an denen der Erdtrabant günstig steht, um zu kultivieren, Unkraut zu jäten oder für bestimmt Pflegemaßnahmen. Hierzu nutzen sie auf ihr grünes Hobby ausgerichtete Lunarkalender. Was es damit auf sich hat und wie Sie einen Mondkalender verwenden, das verraten wir Ihnen in diesem Artikel.

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Der Mond beeinflusst Mensch, Tier und Pflanzen

Was ist ein Lunarkalender für den Garten?IAllgemeine Erklärung Mondkalender

Mondkalender stützen sich auf jahrhundertealte, aber bis heute gültige Erfahrungswerte von Gärtnern und Landwirten. Sie finden in diesen Empfehlungen für den besten Zeitpunkt, an dem anfallende Gartenarbeiten erledigt werden sollten. Dargestellt werden diese, abhängig vom genutzten Lunarkalender, in anschaulichen Symbolen, häufig ergänzt durch eine kurze Erklärung.

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Die verschiedenen Mondphasen

Der Mond befindet sich nicht immer in der gleichen Position am Himmel. Im Laufe eines siderischen Mondzyklusses, der bei fast allen Mondkalendern zugrunde gelegt wird, steigt er vom tiefsten Punk im Sternbild des Schützen auf zum Wendepunkt im Zwilling und wieder ab zum Tierkreiszeichen des Schützen.

Zunehmender Mond

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Ein zunehmender Mond zieht den Pflanzensaft an

Die Sichel wird allmählich voller, unser Erdtrabant entfernt sich auf seiner Bahn von der Sonne. Die Erde atmet aus, der Pflanzensaft wird vom Mond angezogen und strömt in die oberen Pflanzenteile. Nun ist die beste Zeit, um Gewächse zu pflegen, die Früchte tragen.

Vollmond

Sonne und Mond nehmen die Erde quasi in ihre Mitte. Es ist der Wechsel von Zu- und Abnahme, die Impulse sind im Gleichgewicht und die Kraft des Mondes erreicht ihren Höhepunkt. Schneiden Sie jetzt Gehölze, könnten diese sehr unter der Verletzung leiden. Es ist hingegen der ideale Zeitpunkt, um zu düngen, da die Pflanzen die Nährstoffe besonders gut aufnehmen.

Abnehmender Mond

Das Mondlicht wird immer geringer, die Erde atmet ein. Die Gewächse ziehen den Saft in ihre unterirdischen Speicherorgane zurück. An diesen Tagen sollten Sie ernten, einlagern und konservieren. Da sich ein großer Teil der Säfte in den Wurzeln befinden, erholen sich Hecken und Bäume rasch vom Rückschnitt.

Neumond

Der Mond steht zwischen Erde und Sonne und reflektiert kein Licht. Die Natur sammelt ihre Kräfte für den Neuanfang und sie sollten Ihr eine Pause gönnen. Sinnvoll sind zu diesem Zeitpunkt nur jene Arbeiten, die der Regeneration der Gewächse dienen, wie beispielsweise die Bekämpfung von Schädlingen.

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Wie kann mir der Mond bei der Gartenarbeit helfen?

Naturgemäß und ökologisch zu gärtnern bedeutet für viele Personen, auf den Rhythmus des Mondes zu achten. Unser Erdtrabant beeinflusst zahlreiche Vorgänge auf der Erde. Durch seine Anziehungskraft bewegt sich das Meer, ersichtlich an den Tiden. Bei Ebbe bewegen sich die Wassermassen durch die Anziehung auf die offene See, bei Flut zurück an die Küsten.

Ohne den Mond wäre auf der Erde nicht nur das Klima ein anderes. Es könnte sogar sein, dass es uns Menschen gar nicht gäbe. (Unbekannt)

Auch die Erdoberfläche hebt und senkt sich messbar im Rhythmus unseres ab- und zunehmenden, kosmischen Nachbarn. Förster berichten, dass Baumstämme je nach Zyklus dicker oder dünner sind. All dies deutet darauf hin, dass der Mond Einfluss auf große und kleinere Wassermengen ausübt.

Was bedeuten die Symbole des Mondkalenders?

Die verschiedenen Symbole, die Sie in einem Mondkalender für Gärtner finden, stehen für die positiven Kräfte, die am jeweiligen Tag auf die Pflanzen wirken. Beispielhaft möchten wir nachfolgend fünf Zeichen näher erläutern:

(Grafikerin bitte die Symbole einfügen)

Symbol Bezeichnung Element Tierkreiszeichen Gewächse
Symbol Blattpflanzen Wasser Krebs, Skorpion, Fisch Salat, Spinat, Mangold, Kohlrabi, Rosen-, Weiß-, Rotkohl, Lauch, Fenchel, Petersilie
Symbol Wurzelpflanzen Erde Stier, Jungfrau, Steinbock Möhren, Sellerie, Rote Bete, Rettich, Radieschen, Knoblauch, Kartoffeln
Symbol Fruchtpflanzen Feuer Widder, Löwe, Schütze Bohnen, Erbsen, Zucchini, Kürbis, Mais, Beerenfrüchte, Obst, Nüsse
Symbol Blütenpflanzen Luft Wassermann, Zwilling, Waage Stauden, Rosen, Zwiebelblumen, Sommerblumen, Blütengehölze

Was sind gute und schlechte Tage?

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Pflanzen, die unter der Erde wachsen, sollten bei abnehmendem Mond gesät werden

Dies möchten wir Ihnen anhand der Aussaattermine erklären. Je nach geographischer Lage und den aktuellen Witterungsbedingungen beginnen viele Gärtner im März mit der Aussaat ins Frühbeet oder Freiland.

  • *Gute Tage* um Gewächse, die unter der Erde wachsen, auszusäen oder zu pflanzen sind jene bei abnehmendem Mond. Dabei sollten Sie bei Wurzelgemüse einen Erdtag wählen.
  • *Günstige Tage* um Blattgemüse wie Salate anzubauen oder zu säen sind Wassertage bei zunehmendem Mond.

Allerdings gibt es hiervon Abweichungen: So sollten Sie Kopfsalat zwar an einem Wassertag setzen, dies sollte jedoch bei abnehmendem Mond geschehen. Dieser Salat schießt bei zunehmendem Mond gerne und bildet dann keine dichten Köpfe mehr. Dies gilt auch für die verschiedenen Kohlsorten und Spargel.

Doch selbst dann, wenn Sie im Einklang mit dem Mond gärtnern, sollten Sie unbedingt die aktuellen Witterungsbedingungen beachten. Ein für die Aussaat gewählter Mondtag, an dem es viel zu kalt oder zu nass ist, wird zu keinem guten Ergebnis führen. Der Mondkalender darf also nicht als starres Regelwerk gesehen werden, sondern dient eher der Orientierung, wann welche Arbeiten sinnvoll sind.

Welche Aussaattermine im Frühjahr gibt der Mond vor?

In nachfolgender Tabelle haben wir die gängigsten Blüten- und Gemüsepflanzen und ihre günstigste Aussaat- bzw. Pflanzzeit für Sie gesammelt:

Pflanze Pflanzentyp Element Mondphase
Aubergine Frucht Feuer zunehmend
Beeren Frucht Feuer zunehmend
Blattkräuter Blatt Wasser zunehmend
blühende Stauden Blüte Luft zunehmend
Blumenkohl Blatt Wasser zunehmend
Bohnen Frucht Feuer zunehmend
Brokkoli Blüte Luft zunehmend
Erbsen Frucht Feuer zunehmend
Erdbeeren Frucht Feuer zunehmend
Gurken Frucht Feuer zunehmend
Karotten Wurzel Erde abnehmend
Kartoffeln Wurzel Erde abnehmend
Knoblauch Wurzel Erde abnehmend
Kohl (Weißkohl, Rotkohl, Kohlrabi) Blatt Wasser abnehmend
Kopfsalat Blatt Wasser abnehmend
Kürbis Frucht Erde zunehmend
Lauch Wurzel Erde abnehmend
Paprika Frucht Feuer zunehmend
Radieschen Wurzel Erde abnehmend
Rettich Wurzel abnehmend Erde
Rote Bete Wurzel Erde abnehmend
Spinat Blatt Wasser zunehmend
Tomaten Frucht zunehmend Feuer
Salat (Ausnahme: Kopfsalat) Blatt Wasser zunehmend
Zwiebeln Wurzel Erde abnehmend

Exkurs

Arbeiten mit dem Mondkalender

Am 21. April 2020 befindet sich der abnehmende Mond im Sternzeichen Stier. Es handelt sich um einen Fruchttag, an dem Sie Gewächse wie Beeren, Obstbäumen, Tomaten und Zucchini besondere Aufmerksamkeit schenken sollten. Es ist der ideale Zeitpunkt, um diese Pflanzen zu setzen oder vorzuziehen. Pflegen Sie zudem Baum- und Strauchobst heute intensiv, können Sie mit einer reicheren Ernte rechnen.

Gießen und Düngen

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Gründlich gegossen wird am besten, wenn der Mond in einem Wasserzeichen steht

Viele Gewächse, sowohl im Garten als auch im Haus, werden eher zu viel denn zu wenig gegossen und leiden unter diesem Pflegefehler. Stehen sie dauerhaft zu nass, droht Wurzelfäule. Die Speicherorgane können ihrer Aufgabe nicht mehr nachkommen und die Pflanze vertrocknet trotz der guten Wasserversorgung.

Tiefgründig wässern oder Zimmerpflanzen tauchen sollten Sie bevorzugt, wenn der Mond im

  • Kerbs,
  • Skorpion,
  • Fisch

steht, also in einem Wasserzeichen.

An diesen Tagen nehmen die Gewächse Feuchtigkeit besser auf. Häufig kommen sie, selbst in warmen Perioden im Sommer, mit diesen ausgiebigen Wassergaben bis zum nächsten Wassertag aus, was einer Überwässerung wirkungsvoll vorbeugt.

Tipps

Gießen Sie Pflanzen nicht an einem Lufttag (Zwilling, Waage, Wassermann), da das Wässern an diesen Tagen starken Schädlingsbefall nach sich ziehen kann.

Düngergaben

In einem biologisch ausgerichteten Garten sollten Sie stets nur so viele Nährstoffe ausbringen, wie die Gewächse tatsächlich aufnehmen können. Mondgärtner sollten bevorzugt bei Vollmond oder bei abnehmendem Mond düngen, da sowohl die Erde als auch die Speicherorgane der Pflanzen zu diesem Zeitpunkt die beste Aufnahmefähigkeit besitzen.

  • Gemüse, Obst und Getreide an einem Widder- oder Schützetag,
  • Blumen und Zierpflanzen an einem Wassertag

mit Nährstoffen versorgen.

Vermeiden sollten Sie die Düngung, wenn der Erdtrabant im Tierkreiszeichen des Löwen steht. An diesen Tagen neigt der Boden zum Austrocknen, was dazu führen kann, dass die Pflanzen durch den zugeführten Dünger förmlich verbrennen.

Pflanzenpflege

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Werden Unkräuter an den richtigen Mondtagen entfernt, wächst es weniger schnell nach

Beikräuter erfüllen selbst im Ziergarten wichtige Funktionen. Dennoch sieht ein von Brennnesseln und Giersch überwuchertes Beet nicht sehr schön aus. Zudem treten Unkräuter in Konkurrenz mit Zier- und Nutzpflanzen und sorgen für schlechtere Erträge. Ganz ohne Jäten geht es also auch im naturnahen Garten nicht.

Diese Arbeit zählt allerdings nicht zu den beliebtesten Aufgaben und wohl jeder Gärtner ist froh, wenn sich der Aufwand im überschaubaren Rahmen hält. Greifen Sie auf die Kraft des Mondes zurück, sollten Sie sich für die Unkrautentfernung einen Steinbocktag bei abnehmendem oder einen Wassermanntag bei zunehmendem Mond aussuchen.

Exkurs

Flächen nachhaltig von Unkraut befreien

Flächen, die von Beikräutern überwuchert sind, sollten Sie erstmalig bei zunehmendem Mond im Löwen bearbeiten. Hierdurch werden die Unkräuter zum Wachstum angeregt und schießen förmlich aus dem Boden. Ein zweites Mal jäten Sie bei abnehmendem Mond im Steinbock und entfernen hierbei alle unerwünschten Gewächse und ihre Wurzeln gründlich. Durch die Kraft des Erdtrabanten wächst in der Folge kaum noch Unkraut nach.

Schädlinge bekämpfen

Saugende Schadinsekten, die sich massenhaft breit machen, können Gewächse so stark schädigen, dass sie sogar eingehen. Säen und pflanzen Sie an den im Lunarkalender angegebenen Zeiten und achten dabei auf die empfohlenen Pflanzennachbarn sowie die Fruchtfolge, wird dem Schädlingsbefall wirkungsvoll vorgebeugt.

Bevölkern Blattläuse oder Schnecken, bedingt durch die Witterungsverhältnisse, dennoch Ihren Garten, könnenSie diesen mit biologischen Maßnahmen zu Leibe rücken. Der richtige Zeitpunkt liegt stets im abnehmenden Mond:

  • Schädlinge, die über der Erde leben, sagen Sie bevorzugt an einem Krebs-, Zwilling- oder Schützetag den Kampf an.
  • Gegen Wurzel- und Erdschädlinge gehen Sie an einem Stier-, Jungfrau- oder Steinbocktag vor.
  • Schnecken bekämpfen Sie an Krebs-, Skorpion- und Fischetagen.

Ernten, konservieren und einlagern

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Besonders ratsam ist die Ernte bei zunehmendem Mond

Besonders günstig für alle Ertrags- und Konservierungsarbeiten ist die Zeit des aufsteigenden Mondes, bevorzugt an einem Widdertag.

Nicht immer lässt sich das nur an den dafür besten Tagen durchführen. Bleibt nur die Möglichkeit, an einem Fischetag zu ernten, sollten Sie alles schnell verbrauchen oder sofort haltbar machen, denn die Produkte neigen dann zu Fäulnis.

Gänzlich vermieden werden sollte die Konservierung an einem Krebs- oder Jungfrautag, da die Energie dieses Tierkreiszeichens dazu führen kann, dass die Lebensmittel zu schimmeln beginnen und verderben.

Häufig gestellte Fragen

Warum gibt es verschiedene Mondkalender mit unterschiedlichen Angaben?

Dies liegt daran, dass einigen Kalender der siderische und anderen der synodische Mondlauf zugrunde gelegt wird.

Der siderische Mondlauf bezieht sich auf die Umlaufzeit des Erdtrabanten am Fixsternhimmel und somit einem Zeitraum von exakt 27 Tagen, 7 Stunden und 43 Minuten. Der synodische Mondlauf entspricht dem Zeitraum zwischen zwei Vollmonden. Das sind exakt 29 Tage, 12 Stunden und 44 Minuten.

Gibt es wissenschaftliche Belege, dass die Mondmethode wirkt?

Bislang konnte die Kraft des Mondes nicht einheitlich belegt werden. Aber was spricht dagegen, es selbst auszuprobieren und eventuelle Erfolge zu dokumentieren? Viele Hobbygärtner und Landwirte sind ja von der Wirkung unseres Erdtrabanten auf die Pflanzen überzeugt und können belegen, dass ihnen die Arbeit mit dem Mondkalender zu besseren Ernteerfolgen verhilft.

Sind Sie am Zweifeln, machen Sie doch einmal einen Selbstversuch und pflegen Sie einige Gewächse am gleichen Standort im Einklang mit dem Mond und einige auf bisherige Weise. So können Sie sich selbst ein Bild davon machen, ob es einen Unterschied zwischen den Methoden gibt.

Was hat es mit den „Aussaattagen von Maria Thun“ auf sich?

Es handelt sich bei diesen um einen speziellen Mondkalender, der auf das Wissen von Maria Thun zurückgeht. Sie gilt als Pionierin des biologisch-dynamischen Pflanzenbaus und hat vor etwa 70 Jahren festgestellt, dass die Pflanzen besser gedeihen, wenn bei Aussaat, Pflanzung und Pflege die Konstellation der Planeten berücksichtigt wird.

Muss ich in Hitzeperioden mit dem Wässern warten?

Nein, macht Ihnen das Wetter bei Ihrer Planung einen Strich durch die Rechnung, sollten Sie Arbeiten wie wässern, säen oder ernten auch dann ausführen, wenn der Mond nicht so günstig steht. Achten Sie jedoch darauf, dass die Nässe nicht stehen bleibt.

An den mondgünstigen Tagen gießen Sie durchdringend. Vermutlich werden Sie in der Folge feststellen, dass Sie durch diese Maßnahme nicht mehr so oft zur Gießkanne greifen müssen.

Woher weiß ich, welcher Tag ideal ist?

Lunarkalender gibt es in verschiedenen Varianten im gut sortierten Buchfachhandel. Alternativ können Sie auf einen Mondkalender im Internet, wie Sie ihn unter anderem auf unserer Homepage finden, zurückgreifen. Diese zeigen Ihnen anhand von Symbolen und kurzen Erklärungen übersichtlich an, für welche Tätigkeiten sich der aktuelle Tag eignet.

Text: Michaela Kaiser
Artikelbilder: Morten Normann Almeland/Shutterstock, Cousin_Avi/Shutterstock, encierro/Shutterstock, goffkein.pro/Shutterstock, Ekaterina_Minaeva/Shutterstock, Julia Zavalishina/Shutterstock

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