Krautfäule erkennen und behandeln

Die Kraut- und Braunfäule ist eine der häufigsten Tomatenkrankheiten. Die Pilzkrankheit tritt vor allem infolge von feuchter Witterung oder falschem Gießen auf und bedroht die Ernte. So halten Sie den pilzlichen Erreger im Zaum.

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Krautfäule wird durch hohe Feuchtigkeit begünstigt

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Krautfäule tritt vor allem bei Tomaten und Kartoffeln auf.
  • Die Krankheit wird durch den Pilz Phytophthora infestans verursacht.
  • Nur ein starker Rückschnitt kann befallene Pflanzen in einem frühen Stadium retten.
  • Kultivieren Sie Tomaten möglichst unter einer Überdachung und gießen Sie niemals über die Blätter.

Ursachen und Verbreitung

Wenn der Sommer regnerisch ist – manchmal genügt auch ein etwas länger anhaltender Regenschauer – ist die Freude bei Tomatengärtnern schnell getrübt: Zunächst an den Blättern, später auch an den Trieben und Früchten zeigen sich die charakteristischen Symptome für die Krautfäule, die an fast allen Nachtschattengewächsen auftreten kann. Hierbei handelt es sich um eine durch den Pilz Phytophthora infestans verursachte Krankheit, die sich nur schwer bekämpfen lässt.

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Phytophthora infestans überwintert im Boden oder in Pflanzenresten, so dass nach einer Erkrankung im Folgejahr eine weitere Infektion möglich ist. Diese tritt vor allem während feuchter Witterung in den Frühjahrs- und Sommermonaten auf, wenn sich die Blätter von Tomaten- und anderen anfälligen Gartenpflanzen nicht schnell genug auftrocknen können. Hält die Blattnässe an, haften die auch durch Wind oder Insekten übertragbaren Sporen an den Blättern und dringen durch kleinste natürliche Öffnungen oder Verletzungen ein.

Tipps

In jedem Bundesland gibt es Warndienste, die über eine mögliche Infektionsgefahr informieren. Diese Dienste sind in der Regel telefonisch erreichbar, geben ihre Warnungen jedoch auch an landwirtschaftliche Informationsblätter und online heraus.

Schadbild

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Krautfäule befällt sowohl Blätter als auch Früchte

Charakteristisch für die Kraut- und Braunfäule an Tomaten sind diese Symptome:

  • Blätter: Erste Symptome treten häufig schon im Frühjahr auf. Zunächst bilden sich bräunliche, unscharf begrenzte Blattflecken, wobei auch die Stängel betroffen sein können. Auf der Blattunterseite bilden sich zudem weiße Pilzrasen. Später werden die Blätter welk und fallen ab, auch befallene Triebe vertrocknen und sterben.
  • Früchte: Zu Beginn der Fruchtbildung und -reifung im Sommer zeigen sich diese Symptome auch an den Tomatenfrüchten. Zunächst sind auf der oberen Fruchthälfte lediglich blassbraune Stellen sichtbar, die sich jedoch schnell ausbreiten. Die Tomate verschrumpelt im weiteren Verlauf und wird braun.

Krautfäule bekämpfen

“In unseren Breitengraden tritt die Braunfäule häufig an im Freiland wachsenden Tomaten auf. Im Gewächshaus oder auf dem überdachten Balkon sind die Pflanzen daher besser aufgehoben.”

Tritt die Krautfäule trotz aller Bemühungen auf, kann sie nur durch schnelles Handeln eingedämmt werden. Achten Sie unbedingt auf eine strenge Hygiene und desinfizieren Sie verwendete Schneide- und andere Werkzeuge vor und nach jedem Gebrauch sorgfältig. Machen Sie zudem nicht den Fehler und berühren Sie infizierte Pflanzenteile, um anschließend andere Pflanzen anzufassen – auf diese Weise werden die Sporen ebenfalls übertragen. Abgeschnittene, erkrankte Pflanzenreste sind gesondert in eine Tüte zu verpacken und mit dem Hausmüll zu entsorgen.

Mit diesen Maßnahmen bekämpfen Sie die Krautfäule an Tomaten:

  • Entfernen Sie umgehend alle befallenen Pflanzenteile.
  • Verbrennen Sie diese oder entsorgen Sie sie mit dem Hausmüll.
  • Halten Sie eine strikte Hygiene ein, um weitere Infektionen zu vermeiden.
  • Desinfizieren Sie deshalb Schnittwerkzeuge und Hände nach jedem Gebrauch.
  • Halten Sie die Pflanzen möglichst trocken.
  • Stärken Sie sie mit einer selbst hergestellten Schachtelhalmjauche.
  • Auch Knoblauchtee hilft im Anfangsstadium sowie zur Vorbeugung recht gut.

Von der Verwendung von Fungiziden muss hingegen abgeraten werden, da die damit behandelten Früchte anschließend nicht mehr essbar wären. Stark befallene Pflanzen müssen entsorgt werden.

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Bei stark fortgeschrittener Krankheit sollten die Tomatenpflanzen komplett entsorgt werden

Exkurs

Infizierte Standorte im Folgejahr richtig bepflanzen

Ist an einem Standort die Krautfäule bei Tomaten oder auch Kartoffeln aufgetreten, so pflanzen Sie im Folgejahr an diese Stelle möglichst keine Nachtschattengewächse. Da die Pilzsporen im Boden überdauern, ist eine erneute Infektion möglich. Setzen Sie stattdessen Studentenblumen (Tagetes), da diese eine bodenreinigende Wirkung haben.

Krautfäule effektiv vorbeugen

Youtube

Da Vorbeugung immer noch das beste Mittel gegen so hartnäckige und schwer zu bekämpfende Krankheiten wie die Krautfäule ist, sollten Sie die folgenden Maßnahmen beherzigen:

  • Halten Sie unbedingt die Fruchtfolge ein und wechseln Sie jedes Jahr den Standort.
  • Räumen Sie im Herbst jegliche Pflanzenreste sorgfältig von den Beeten.
  • Bauen Sie Tomaten möglichst nur unter einer Überdachung an.
  • Optimal ist eine Kultur im Gewächshaus oder auf einem überdachten Balkon.
  • Im Gewächshaus täglich lüften und die Bildung von Schwitzwasser vermeiden.
  • Gießen Sie Pflanzen niemals über die Blätter und Stängel, sondern immer direkt auf den Boden.
  • Gießen Sie nicht großflächig, sondern immer nur auf eine Stelle.
  • Vermeiden Sie eine Überdüngung, bevorzugen Sie deshalb organische Düngemittel.
  • Geizen Sie Tomatenpflanzen regelmäßig aus und entfernen Sie die unteren Blätter.
  • Halten Sie unbedingt den empfohlenen Pflanzabstand ein.

Stärken Sie zudem Ihre Pflanzen mit selbst gebrauten, pflanzlichen Stärkungsmitteln. Sehr gut für diesen Zweck eignet sich Ackerschachtelhalm.

Exkurs

Diese Tomatensorten sind resistent gegen die Kraut- und Braunfäule

Leider werden zwar manche Tomatensorten als “resistent gegen Krautfäule” vermarktet, sind es aber nicht wirklich. Trotzdem lohnt sich ihr Anbau, da diese Sorten unempfindlicher gegenüber dem Erreger sind und somit nicht so schnell erkranken. Empfehlenswert sind vor allem die Tomatenvarietäten ‘Philovita’, ‘Primabella’, ‘Primavera’, ‘Phantasia’ sowie ‘De Berao’.

Häufig gestellte Fragen

Kann man mit Krautfäule befallene Tomaten noch essen?

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Von Krautfäule befallene Tomaten sollten nicht gegessen werden

Leider genügt es nicht, die braunen Stellen aus befallenen Tomatenpflanzen herauszuschneiden oder lediglich noch gesund aussehende Früchte befallener Pflanzen zu verwenden: Bei beiden Möglichkeiten hat sich der verursachende Pilz Phytophthora infestans bereits in den Früchten eingenistet. Da dieser zudem krebserregende Giftstoffe produziert, ist der Verzehr für Menschen und Tiere nicht ratsam. Entsorgen Sie Pflanzen und Früchte dagegen besser über den Bio- oder Hausmüll.

Handelt es sich bei der Kraut- und Brautfäule sowie der Kartoffelkrautfäule um dieselbe Krankheit?

Tatsächlich handelt es sich bei der Kraut- und Braunfäule (die bei Tomaten auftritt) sowie der Kraut- und Knollenfäule (bei Kartoffeln) um denselben Erreger und damit dieselbe Krankheit. Beide Krankheiten werden durch den Pilz Phytophthora infestans verursacht, lediglich die Bezeichnung unterscheidet sich je nach Wirtspflanze.

Tipps

Da sich der Pilz häufig von Kartoffeln auf Tomaten überträgt, sollten Sie diese beiden Nachtschattengewächse auf keinen Fall in unmittelbarer Nähe zueinander anbauen.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbilder: LianeM/Shutterstock, Radovan1/Shutterstock

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