Kräutererde – Ein kleiner Kaufratgeber

Oft schon ab Januar oder Februar beginnt bei so manchem Gartenfreund das Gartenjahr. Ab jetzt heißt es nämlich, die Gemüsepflanzen für das kommende Jahr vorzuziehen - oder schlicht, die Versorgung mit frischen Vitaminen auch im Winter sicherzustellen. Für beides eignet sich Kräuter- und Anzuchterde besonders gut. Worauf es bei diesem Substrat ankommt und für welche Pflanzen es sich eignet, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

kraeutererde
Anzuchterde versorgt junge Pflanzen mit allen notwendigen Nährstoffen

Unsere Empfehlungen

Menge / Abpackung 5 Liter
Inhaltsstoffe Hochmoortorf, Perlite,(37,09€ bei Amazon*) Kalk, NPK-Dünger
Startdüngung ja, für 6 Wochen
Struktur fein, locker
Eignet sich für Aussaat, Keimung, zum Pikieren und für Kräuter
Preis/kg ca. {PREIS/5} EUR

Die Anzucht- und Kräutererde von Compo Sana erfreut sich bei Gärtnern großer Beliebtheit. Die meisten Kunden zeigen sich bei ihren Amazon-Bewertungen sehr zufrieden, auch wenn so mancher über Trauermückenbefall (Erde vor Anwendung desinfizieren!) oder Pilzwachstum (Erde nur feucht, nicht nass halten!) klagt. Sie können das bewährte Substrat in unterschiedlichen Abpackungen von fünf, zehn, 15 oder auch 20 Kilogramm erwerben – je nach Bedarf. Das Produkt ist ein ausgesprochener Allrounder, der sich nicht nur für Kräuter aller Art, sondern auch für die Anzucht von Gemüsen und anderen Pflanzen sehr gut eignet. Für ein gesundes Wachstum von Anfang an sorgt die enthaltene, sechs Wochen lang wirksame Startdüngung.

Menge / Abpackung 20 Liter
Inhaltsstoffe pflanzliche Stoffe, Perlite, Kalk, Rohphosphat
Startdüngung nein
Struktur locker, feinkrümelig
Eignet sich für Kräuter, Anzucht und Aussaat, Pikieren und für Stecklingsvermehrung
Preis/kg ca. {PREIS/20} EUR

Wenn Sie Wert auf eine torffreie Kräutererde legen, ist die Bio Kräuter- und Aussaaterde von Plantura die richtige Wahl. Anstatt auf ökologisch problematischen Torf setzt der Hersteller auf eine Mischung aus pflanzlichen Stoffen – zum größten Teil Kokos- und Holzfasern sowie Kompost – aus der Lebens-, Genuss- und Futtermittelindustrie sowie aus der Forstwirtschaft. Dadurch kann bis zu 60 Prozent umweltschädliches CO2 eingespart werden – und Ihre Pflanzen gedeihen in einer fein abgestimmten, feinkrümeligen Erde hervorragend. Zudem ist das Substrat für Haus- und Wildtiere völlig unbedenklich, selbst wenn Hund oder Katze einmal davon naschen wollten.

Menge / Abpackung 20 Liter
Inhaltsstoffe Kompost, Humus, Zeolith, Algenkalk
Startdüngung organisch-mineralischer Langzeitdünger
Struktur feinkrümelig, locker
Eignet sich für Kräuter
Preis/kg ca. {PREIS/20} EUR

Ebenfalls zu 100 Prozent torffrei ist dieses Produkt von Hochwald, welches aufgrund seiner Inhaltsstoffe – vor allem Kompost – und den Verzicht auf chemische Zusatzstoffe sowie Pflanzenschutzmittel für den ökologischen Landbau zugelassen ist. Stattdessen setzt der Hersteller auf die Kraft natürlicher Bestandteile wie Kompost, Algenkalk sowie Zeolith. Diese Mischung regt das Bodenleben an, fördert so die natürliche Humusbildung im Gartenboden und bietet zudem vielen Kräutern optimale Wachstumsbedingungen. Amazon-Kunden zeigen sich in ihren Bewertungen überwiegend sehr zufrieden mit dieser Kräutererde. Das Auftreten von Trauermücken können Sie einfach verhindern, indem Sie das Substrat vor der Anwendung sterilisieren.

Kaufkriterien

Anwendungsbereich

Nicht ohne Grund werden die meisten Kräutererden als „Anzucht- und Kräutererde“ oder „Kräuter- und Aussaaterde“ verkauft. Diese Spezialerde ist multifunktional verwendbar und eignet sich aufgrund ihrer Beschaffenheit oft auch für Aussaat und Anzucht vieler weiterer Pflanzenarten, als erstes Substrat nach dem Pikieren sowie für die Stecklingsvermehrung. So manche Kräutererde lässt sich sogar für die Kultur von Kakteen und anderen Sukkulenten nutzen. Kräutererde ist genau richtig für Pflanzen mit einen geringen Nährstoffbedarf.

Menge / Abpackung

Kräutererde können Sie sowohl für die Topfkultur von Küchenkräutern, für Aussaatschalen sowie im Garten und im Gewächshaus verwenden. Wie viel Sie brauchen, hängt vom Verwendungszweck ab – wollen Sie lediglich ein paar gekaufte Kräuter in frische Erde umsetzen oder soll die Kräuterspirale / das Küchenbeet im Garten damit befüllt werden? Je nach Bedarf können Sie unterschiedliche Abpackungen erwerben. Kühl und trocken gelagert, hält sich gute Kräutererde eine Weile – länger als ein paar Monate sollten Sie sie jedoch nicht aufbewahren. Sonst könnte sie anfangen zu schimmeln.

Inhaltsstoffe

Keine Kräutererde gleicht der anderen, denn je nach Hersteller werden unterschiedliche Ausgangsstoffe zur ihrer Produktion verwendet. Kräuter- und Anzuchterde besteht aus Torf oder Kompost, aus pflanzlichen Stoffen aus der Lebens-, Genuss- und Futtermittelindustrie oder aus Stoffen – vornehmlich Holzfasern – aus der Forstwirtschaft. Manche Kräutererden werden aber auch aus Kokosfasern hergestellt – diese bilden die Basis für so genannte Quelltabletten oder Humusziegel, die Sie kräftig begießen müssen, die anschließend aufquellen und als Substrat genutzt werden können.

Torf oder lieber torffrei?

Schon seit einigen Jahren wird davon abgeraten, auf Torf basierende Pflanzsubstrate zu verwenden. Tatsächlich ist Torf ein ökologisch sehr bedenklicher Grundstoff für Kräutererde, da durch den Abbau wertvolle Lebensräume für seltene Pflanzen- und Tierarten unwiederbringlich zerstört werden – ganz abgesehen davon, dass Moore wichtige CO2-Speicher darstellen, deren Zerstörung das gefährliche Klimagas freisetzt. Mittlerweile gibt es zudem eine ganze Reihe weniger umweltschädlicher Ersatzstoffe, die sich für Pflanzerden aller Art besser eignen als ausgerechnet Torf.

Zusätze und Vordüngung

Eines der wichtigsten Merkmale von Kräutererde ist, dass sie nährstoffarm ist. Schließlich sind die meisten Kräuter ausgesprochene Schwachzehrer, die keinen hohen Nährstoffbedarf haben bzw. für die ein solcher sogar schädlich ist. Dasselbe gilt für Samen, Jungpflanzen und Stecklinge, die keinesfalls überversorgt werden sollten. Spezielle Zusätze – beispielsweise Perlite für die Lockerheit des Substrats, Zeolith oder andere Gesteinsmehle für die Versorgung mit Mineralien etc. – sind dennoch sinnvoll, da auch diese Pflanzenarten einen gewissen Bedarf an Nährstoffen haben.

Struktur

Kräutererde sollte eine feinkrümelige und lockere Struktur besitzen, sich angenehm leicht in der Hand anfühlen und auf keinen Fall zusammenkleben. Für die Luftigkeit sorgen bestimmte Hilfsstoffe wie beispielsweise Perlite, die dem Substrat hinzugefügt werden. Die luftig-lockere Struktur soll gewährleisten, dass sich die Pflanzen leicht einwurzeln können bzw. sich die Wurzeln schnell und kräftig entwickeln. Zudem muss gute Kräutererde über eine gewisse Wasserspeicherfähigkeit verfügen, damit nach Bedarf Feuchtigkeit an die Pflänzchen abgegeben werden kann.

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Häufig gestellte Fragen

Was ist Kräutererde?

Kräutererde ist ein speziell an die Bedürfnisse von Kräutern und Jungpflanzen angepasstes Substrat, welches besonders locker und durchlässig ist. Zugleich hat es die Fähigkeit, Feuchtigkeit gut zu speichern, um diese bei Bedarf nach und nach an die Pflanzen abzugeben. Des Weiteren ist Kräutererde arm an Nährstoffen, da die meisten Küchenkräuter Schwachzehrer sind. Zudem wird Kräutererde gern als Anzuchterde für Jungpflanzen und Stecklinge verwendet – und diese entwickeln in nährstoffarmem Substrat stärkere Wurzeln.

Für welche Pflanzen eignet sich Kräutererde?

In erster Linie eignet sich Kräutererde natürlich für schwachzehrende Kräuter, zu denen beispielsweise alle mediterranen Kräuter (Rosmarin, Thymian, Salbei, Oregano etc.) gehören. Des Weiteren eignet sich das Substrat für die Keimung und Anzucht fast aller Pflanzenarten sowie zur Stecklingsvermehrung. Auch andere schwachzehrende Gewächse, etwa Salate, Sommer- und Zwiebelblumen, gedeihen in Kräutererde gut.

Kann ich stattdessen auch Kokoserde für meine Küchenkräuter nehmen?

So genannte Kokoserde wird aus Kokosfasern gewonnen und kann selbstverständlich für die Kultur von Kräutern verwendet werden. Allerdings müssen Sie Ihre Pflanzen in einem solchen Substrat häufiger düngen, da Kokoserde in der Regel keinerlei Nährstoffe enthält. Zudem sind Kokosfasern zwar nachwachsende Rohstoffe, ökologisch allerdings auch nicht ganz unbedenklich – schließlich müssen Sie unter großem Aufwand von einem Ende der Welt zum anderen transportiert werden.

Welchen pH-Wert sollte Kräutererde haben?

Kräuter- und Aussaaterde sollte einen möglichst neutralen pH-Wert besitzen. Manche Pflanzen jedoch bevorzugen einen alkalischen pH-Wert, für diese können Sie dem Substrat etwas Gartenkalk (9,70€ bei Amazon*) (keinen Branntkalk!) oder auch Sand hinzufügen. Andere wiederum wachsen am besten auf leicht saurem Boden, weshalb Sie die Kräutererde mit etwas Laubkompost oder Rhododendronerde vermengen können.

Kann ich auch meine Kakteen in Kräutererde pflanzen?

Die meisten Kakteen – und auch viele andere Sukkulenten – wachsen auf kargen, trockenen Böden, weshalb sie ein gut durchlässiges und eher nährstoffarmes Substrat bevorzugen. Diese Eigenschaften besitzt herkömmliche Kräutererde, weshalb Sie sie auch zur Kakteen- und Sukkulentenkultur verwenden können. Mengen Sie noch etwas Blähton (18,86€ bei Amazon*) oder Sand bei, dann fühlen sich Ihre stacheligen Gewächse besonders wohl.

Wachsen meine Tomaten und Geranien auch in Kräutererde?

Anders sieht es bei starkzehrenden Pflanzenarten wie Tomaten, Gurken oder beliebten Balkonblumen wie Geranien und Petunien aus – diese haben einen hohen Nährstoffbedarf und profitieren daher von einem entsprechend nährstoffreichen Substrat. Grundsätzlich können Sie diese Pflanzen zwar auch in Kräutererde kultivieren, müssen dann allerdings häufiger düngen. Besser ist es, auf geeignetere Pflanzsubstrate zurückzugreifen.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: Ilya Karnaukhov/Shutterstock

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