So wird aus der Korkeiche ein Bonsai

Als immergrünes Gehölz ist die Kork-Eiche besonders beliebt in der Bonsaikunst. Zudem entwickelt diese Art vergleichsweise kleine Blättchen in wechselständiger Anordnung. Die zerfurchte Borke an Stamm und älteren Ästen rundet das Gesamtbild ab.

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Im Februar/März ist der beste Zeitpunkt für den Formschnitt der Mini-Korkeiche

Gestaltungsmöglichkeiten

Die Kork-Eiche erlaubt in erster Linie aufrechte Bonsaiformen, bei welcher der starkwüchsige Hauptstamm besonders standfest wirkt. Diese lassen sich durch gezielte Rückschnitte gestalten, ohne dass Sie zum Draht greifen müssen. Hat der Baum dicke Äste entwickelt, die Sie umlenken möchten, erweisen sich Korrekturen durch Abspanndrähte als sinnvoll.

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Schneiden

Das immergrüne Gehölz lässt sich ab Februar oder März beschneiden. Reduzieren Sie die Triebe während der Saison regelmäßig auf ein bis zwei Blätter. Liegt der Fokus auf dem Dickenwachstum, belassen Sie das Laub an den Ästen. Wenn der gewünschte Umfang erreicht wurde, greifen Sie zur Schere.

Drahten

Junge Äste neigen dazu, steil nach oben zu wachsen. Diese lassen sich abspannen und so auf einen Winkel von 45 Grad oder eine waagerechte Wuchsrichtung umlenken. Eine Astzwinge für Bonsais eignet sich gleichermaßen, um Biegungen in den Zweigen zu gestalten.

Standort

Zwischen Frühling und Herbst bevorzugt die Quercus-Art einen Platz im Freien, wobei sie vollsonnige Verhältnisse liebt. Wind und Regen sind kein Problem.

Winter

Das Gehölz verträgt für kurze Zeit leichten Frost bis minus fünf Grad, ohne Schäden davonzutragen. Dennoch ist es empfehlenswert, wenn Sie es rechtzeitig an einen hellen und frostfreien Platz stellen. Da das Gewächs immergrün ist, benötigt es auch im Winter ausreichend Licht und milde Temperaturen. Über zehn Grad sollte das Thermometer im Winterquartier nicht steigen.

Pflegemaßnahmen

Die Kork-Eiche hat ähnliche Pflegeansprüche wie die meisten Gehölze, die als Bonsai kultiviert werden. Aufgrund der begrenzten Verhältnisse in der Pflanzschale müssen Sie die Wasser- und Nährstoffzufuhr kontinuierlich im Auge behalten.

Umtopfen

Im Abstand von zwei Jahren bekommen junge Kork-Eichen neues Substrat. Reduzieren Sie im Rahmen dieser Maßnahme den Wurzelballen um ein Drittel. So regen Sie den Baum zu frischen Wurzelbildungen an und schenken ihm neue Kraft. Er profitiert während der nächsten Wachstumssaison von den Nährstoffen, welche die ausgetauschte Erdmasse mitbringen.

Ideale Substratzusammensetzung:

  • 40 Prozent Akadamaerde
  • 40 Prozent Bims- oder Lavagranulat
  • 20 Prozent Erde für Freilandbonsais

Gießen

Im Sommer hat Quercus suber einen hohen Wasserbedarf, dem Sie regelmäßig nachkommen müssen. Kontrollieren Sie die Substratoberfläche wöchentlich. Sobald diese abgetrocknet ist, erfordert der Minibaum eine durchdringende Bewässerung. In der kalten Jahreszeit reduzieren Sie die Intensität des Gießens, da die Erde langsamer trocknet. Lassen Sie das Gehölz zu keiner Zeit austrocknen.

Düngen

Ab April sind Düngungen im Abstand von drei Wochen sinnvoll. Stellen Sie diese Maßnahme Ende August ein, damit die Miniatureiche in die Ruhephase geht. Zum Abhärten gegen die winterliche Kälte empfiehlt sich ein Herbstdünger, den Sie auf der Erdoberfläche verteilen.

Text: Christine Riel
Artikelbild: Federico Magonio/Shutterstock

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