Käfer im Garten – Tipps zu Nützlingen und Schädlingen

Sie hören auf die Namen Marienkäfer, Laufkäfer, Feuerkäfer und Glühwürmchen. Zahlreiche Käfer leisten dem Gärtner wirksame Schützenhilfe im Kampf gegen Schädlinge und Krankheiten. Wenn Arten, wie Borkenkäfer oder Kartoffelkäfer Schaden anrichten, hat der Mensch zumeist die Ursachen zu vertreten. Diese Tipps zeigen auf, wo die Unterschiede liegen und warum so mancher Käfer missverstanden wird.

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Das am Tag unscheinbare Glühwürmchen hilft gegen Schnecken und erleuchtet nachts den Garten

Marienkäfer und Laufkäfer fressen die Bösen – so locken Sie die Nützlinge an

Weil ihre Lebensart einem Gärtner zusagt, werden Marienkäfer, Laufkäfer und weitere Arten zu Nützlingen deklariert. Ihre segensreiche Tätigkeit besteht darin, dass sie unzählige Blattläuse vertilgen, wie der Siebenpunkt-Marienkäfer oder sich auf die Jagd nach Schnecken begeben, wie der Leuchtkäfer Glühwürmchen. Damit Ihnen eine große Schar hilfreicher Käfer im ökologischen Pflanzenschutz zur Seite steht, sind im Garten wichtige Rahmenbedingungen zu schaffen. So locken Sie die Nützlinge an:

  • Für Laufkäfer alte Blumentöpfe mit Stroh füllen und überkopf aufstellen als Rückzugsort
  • Laubhaufen und Mischhecken anlegen als Refugium für Marienkäfer und andere Käferarten
  • Alte, morsche Baumstämme im Garten liegen lassen, um den Feuerkäfer und seine Artgenossen einzuladen

Der konsequente Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel lockt im Laufe der Zeit unzählige Nützlinge in Ihren Garten, wie Käfer, Bienen, Hummeln, Schmetterlinge, Vögel und weitere Kleintiere. Davon profitiert das ökologische Gleichgewicht, sodass auftretende Probleme im Anbau von Zier- und Nutzpflanzen erst gar nicht auftreten oder mit einfachen Hausmitteln zu beheben sind.

Schädlinge per Definition – diese Käfer sind besser als ihr Ruf

In Feld und Wald verbreiten sie Angst und Schrecken. Kartoffelkäfer, Borkenkäfer, Dickmaulrüssler und andere Arten sind als Schädlinge verschrien und werden mit Tonnen giftiger Insektizide bekämpft. Wenn Käfer Schaden anrichten, haben wir Menschen diesen ursächlich zu verantworten. So wurden die Kartoffelkäfer eingeschleppt aus Amerika und die explosionsartige Ausbreitung des Borkenkäfers wird durch unnatürliche Monokultur hervorgerufen.

Bis zu ihrer unfreiwilligen Umsiedlung nach Europa führten Kartoffelkäfer in Colorado ein geruhsames, friedliches Käferleben, das keine Probleme bereitete. Ebenso hat Mutter Natur dem Borkenkäfer eine wichtige Aufgabe für das Ökosystem zugedacht. Im gesunden Mischwald kümmert er sich fleißig darum, organisches Material zu zersetzen und anderen Pflanzen als Humus zur Verfügung zu stellen.

Bereits diese wenigen Beispiele signalisieren, wie Sie Ihren Garten wirksam vor einer Käferplage bewahren. Eine gesunde Mischkultur, gepaart mit einer artenreichen Besiedlung durch Käfer, Insekten, Vögel und Kleintiere erzeugt ökologische Ausgewogenheit. Bedrohungen durch pathogene Erreger reguliert ein gesundes Ökosystem im Handumdrehen auf eigene Faust.

Tipps

Nicht nur aus der Riege der Käfer erhalten Sie eine schlagkräftige Rückendeckung im giftfreien Pflanzenschutz. Hält der Maulwurf in Ihrem Garten Einzug, macht er sich unterirdisch auf die Jagd nach gefräßigen Insekten. Statt den emsigen Wühler zu vertreiben, profitieren Sie von einer Kooperation doppelt. Die Erde eines Maulwurfhügels ist so feinkrümelig und nahrhaft, dass sie jede hochwertige und kostspielige Pflanzenerde ersetzt.

Text: Paula Jansen
Artikelbild: Darrell Coomes/Shutterstock

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