Heidelbeerdünger – Ein kleiner Kaufratgeber

Die leckeren Heidelbeeren bzw. Blaubeeren, wie sie regional auch genannt werden, lassen sich mit ein wenig Sachkenntnis im Garten anbauen. Damit die Sträucher reichlich Früchte ansetzen, brauchen sie nicht nur einen passenden Standort mit saurem Boden, sondern auch den richtigen Dünger. Lesen Sie, welcher Heidelbeerdünger empfehlenswert ist und wie Sie ihn optimal verwenden.

heidelbeerduenger
Die Auswahl an Düngemitteln ist groß - auch für Heidelbeeren

Unsere Empfehlungen

Düngerart mineralischer NPK-Dünger
Darreichungsform flüssig
Menge 250 Milliliter
Ausreichend für bis 120 Liter Flüssigdünger

Ein bei Amazon beliebter Heidelbeerendünger ist dieses Produkt des Herstellers Green24, der auf anorganischen Düngesalzen basiert. Es handelt sich also um einen mineralisches Flüssigkonzentrat, welches Sie sowohl als Blattdünger sowie zur Düngung mit dem Gießwasser verwenden können. Wann und wie Sie das Mittel korrekt anwenden, ist in der ausführlichen Anleitung beschrieben. Die Dosierung erfolgt ganz unkompliziert über die Verschlusskappe. Die Nährstoffe sind für die Heidebeeren sofort verfügbar, eine Langzeitwirkung ist jedoch nicht gegeben. Zudem eignet sich der Dünger auch für Preiselbeeren.

Düngerart biologische Pflanzenextrakte
Darreichungsform flüssig
Menge 500 Milliliter
Ausreichend für bis zu 400 Liter Flüssigdünger

Wenn Sie lieber auf ein organisches Düngemittel zurückgreifen wollen, so ist dieser auf natürlichen Pflanzenextrakten basierende Heidelbeerdünger von Flora Boost die passende Wahl. Die Inhaltsstoffe sind zu 100 Prozent natürlich, speziell auf den Bedarf von Heidelbeersträuchern abgestimmt und soll vor allem die Wurzelbildung fördern. Denn je kräftiger das Wurzelwachstum, desto besser ist die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen – und desto gesünder sind die Pflanzen. Das Konzentrat ist in verschiedenen Mengen erhältlich und sehr sparsam im Verbrauch: Ein Liter reicht gemäß Herstellerangaben für bis zu 800 Liter fertig gemischten Flüssigdünger.

Düngerart mineralischer NPK-Dünger
Darreichungsform Granulat
Menge drei Kilogramm
Ausreichend für k. A.

Wenn Sie hingegen eher von Freund von festen Heidelbeerdüngern sind, dann empfehlen wir Ihnen dieses Produkt. Bei diesem mineralischen Düngergranulat handelt es sich um einen optimal auf Heidelbeeren abgestimmten NPK-Dünger, der seine Nährstoffe jedoch nur allmählich an die Pflanze abgibt. Daher ist eine zweimalige Düngung im Jahr – einmal zum Beginn des Austriebs im Frühjahr und ein weiteres Mal nach der Ernte – vollkommen ausreichend.

Kaufkriterien

Düngerart

Organischer Dünger: Organische Dünger werden aus natürlichen Rohstoffen hergestellt, die sich naturgemäß langsam zersetzen und so die Nährstoffe allmählich und nicht auf einmal an die Pflanzen abgegeben werden. Dadurch ist eine Überdüngung kaum möglich, zudem schonen diese Düngemittel die Umwelt und das Grundwasser.

Mineralischer Dünger: Bei mineralischen Düngern handelt es sich um synthetische, also künstlich hergestellte Düngemittel, die aus verschiedenen Salzen basieren. Ihre Nährstoffzusammensetzung ist meist im Labor optimiert. Da diese Mittel den Pflanzen sofort zur Verfügung stehen und sie zudem hochdosiert sind, ist eine Überdüngung bei falscher Dosierung schnell möglich.

Organisch-mineralischer Dünger: Wenn Sie ein Düngemittel wollen, welches die Nährstoffe sowohl sofort zur Verfügung stellt als auch über einen längeren Zeitraum allmählich welche abgibt, sind organisch-mineralische Mischdünger die richtige Wahl.

Darreichungsform

Flüssigdünger: Bei Flüssigdüngern handelt es sich um Konzentrate, die mit dem Gießwasser stark verdünnt ausgebracht werden. Deshalb gibt es flüssige Dünger meist in kleinen Flaschen zu 500, 750 oder 1000 Millilitern, wobei ein Liter Konzentrat für ca. 100 Liter fertig gemischten Dünger ausreicht. Flüssige Heidelbeerdünger eignen sich vor allem für in Kübeln kultivierte Pflanze, da diese ohnehin häufiger gegossen und gedüngt werden müssen und die Wurzeln die kostbaren Nährstoffe gleich aufnehmen können.

Fester Dünger: Feste Dünger in Pulver- oder Granulatform werden in der Regel nicht in Wasser aufgelöst, sondern direkt im Wurzelbereich auf den Boden aufgebracht und leicht eingearbeitet. Anschließend sollten die frisch gedüngte Pflanze kräftig gewässert werden, damit sich die Körnchen auflösen und die Nährstoffe zu den Pflanzen gelangen. Diese Düngemittel eignen sich vor allem für ausgepflanzte Heidelbeeren gut.

Inhaltsstoffe

Auch wenn Sie sich für einen organischen Dünger bzw. eine Mischform entscheiden, lohnt sich ein genauerer Blick auf die Zutatenliste. Häufig werden nämlich Schlachtabfälle (zu denen übrigens auch die Hornspäne (9,00€ bei Amazon*) gehören) sowie Abfälle und Reste aus der Lebens- und Futtermittelindustrie zu Düngemitteln verarbeitet. Daran ist grundsätzlich nichts falsches, schließlich werden diese organischen Stoffe zurück in den natürlichen Kreislauf geführt, allerdings mag sich so mancher Nutzer daran stören.

Nährstoffgehalt

Achten Sie bei der Nährstoffzusammensetzung des Heidelbeerdüngers darauf, dass der Anteil an Stickstoff etwas höher ist als an Phosphor und Kalium, den anderen beiden Hauptnährstoffen. Zudem sollten alle Mineralstoffe und Spurenelemente vorhanden sein. Vorsicht ist jedoch bei Kalk geboten: Als Moorbeetpflanzen sind Heidelbeeren sehr kalkempfindlich, weshalb Sie die Sträucher auch auf keinen Fall mit Leitungswasser bzw. anderem kalkhaltigen Wasser gießen dürfen.

Häufigkeit der Anwendung / Wirkungsdauer

Besonders praktisch sind Langzeitdünger, die, einmal ausgebracht, die Pflanzen für drei oder auch sechs Monate ausreichend mit Nährstoffen versorgen. Anderenfalls sollten Sie Topfheidelbeeren während der Wachstumssaison etwa alle zwei Wochen düngen und dürfen dies nicht vergessen: Eine mangelnde Nährstoffversorgung führt nämlich dazu, dass auch die Ernte eher mickrig ausfällt.

Häufig gestellte Fragen

Brauchen Heidelbeeren unbedingt einen speziellen Dünger?

Für Heidelbeeren können Sie einen ganz normalen Beerendünger (9,00€ bei Amazon*) verwenden, der einen etwas höheren Stickstoffgehalt aufweist. Diese Düngemittel sind optimal auf die Bedürfnisse von Beerensträuchern, wozu die Blaubeeren schließlich auch gehören, abgestimmt. Alternativ können Sie auch Hornspäne verwenden oder einen speziellen Heidelbeerdünger. Dieser ist zwar nicht unbedingt nötig, aber dann sinnvoll, wenn Sie viele Heidelbeersträucher damit versorgen müssen.

Kann ich meine Heidelbeeren auch mit Rhododendrondünger düngen?

Rhododendren, Azaleen und Heidelbeeren gehören zu den Pflanzen, die für ein optimales Gedeihen einen sauren Boden brauchen. Auch haben sie ganz ähnliche Anprüche an ihre Nährstoffversorgung, weshalb Sie Heidelbeeren problemlos auch mit Rhododendrondünger versorgen können. Übrigens brauchen auch Johannisbeeren, Moosbeeren (Cranberries) und Preiselbeeren einen ebensolchen Standort und ebensolche Pflege, weshalb diese Arten gute Pflanznachbarn sind.

Welche Hausmittel eignen sich zum Düngen von Heidelbeeren?

Kaffeesatz eignet sich sehr gut zum Düngen von Heidelbeeren, da es viele wertvolle Mineralstoffe und Spurenelemente enthält. Außerdem versäuert Kaffeesatz den Boden, was Heidelbeeren bekanntlich lieben. Als alleiniger Dünger ist Kaffeesatz jedoch nicht ausreichend, weshalb Sie immer auch Hornspäne und Nadelkompost dazugeben sollten – oder eben Heidelbeerdünger. Verwenden Sie Kaffeesatz niemals frisch, sondern nur getrocknet – sonst kann er schimmeln.

Darf ich Heidelbeeren mit Kompost düngen?

Heidelbeeren und andere Moorbeetpflanzen sollten auf keinen Fall mit Kompost oder Stallmist gedüngt werden, da diese einen zu hohen pH-Wert aufweisen. Daher sollten Sie diese Arten bei der jährlichen Kompostverteilung besser auslassen bzw. auf speziellen, sauren Nadelkompost zurückgreifen.

Was sollte man bei der Pflege von Heidelbeeren noch beachten?

Neben einer stickstoffbetonten Düngung im Frühjahr und einer weiter angepassten Düngung im Jahresverlauf ist es wichtig, Heidelbeeren viel und regelmäßig zu gießen. Die Sträucher sollten nicht auf trockenem Boden stehen, da sie dann nur wenige und kleine Beeren entwickeln. Auch das Mulchen des Bodens ist wichtig, möglichst mit Nadelstreu oder Nadelholzmulch.

Was kostet Heidelbeerendünger?

Im Vergleich zu anderen Düngerarten ist spezieller Heidelbeerdünger recht teuer. Für einen Liter Flüssigkonzentrat bzw. drei Kilogramm festen Dünger müssen Sie zwischen ca. 15 und bis 20 Euro einplanen. Auch Rhododendrondünger ist ähnlich teuer. Deutlich günstiger sind dagegen Beerendünger und natürliche Düngemittel wie Hornspäne zu haben. Allerdings stellen Sie bei der Verwendung von Heidelbeerdünger eine optimale Versorgung der Sträucher sicher.

Zubehör

Hornspäne

Heidelbeeren haben einen hohen Stickstoffbedarf, weshalb Sie die Sträucher bei der Pflanzung sowie auch einmal jährlich zu Beginn des Frühjahrsaustriebs mit einem stickstoffbetonten Düngemittel versorgen sollten. Hierzu eignen sich Hornspäne oder Hornmehl sehr gut. Hierbei handelt es sich um einen natürlichen Dünger, der von Natur aus reich an Stickstoff ist.

Moorbeeterde / Erde für Heidelbeeren

Als typische Waldbewohner bevorzugen Heidelbeeren einen eher schattigen Standort und saure Pflanzerde. Humusreiche Gartenerde mit einem neutralen bis alkalischen pH-Wert eignet sich für die beliebten Beerensträucher nicht, weshalb Sie sie in Moorbeeterde bzw. Rhododendronerde setzen sollten. Auch spezielle Pflanzerde für Heidelbeeren schafft optimale Wachstumsverhältnisse und damit eine reiche Ernte.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: vladdon/Shutterstock

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