Gurkenpflanzen artgerecht schneiden – so geht es

Gurkenpflanzen im Gewächshaus bescheren Ihnen eine Ernte in Premium-Qualität, wenn ihnen eine planvolle Schnittpflege zuteil wird. Für robuste Freilandgurken steht Schneiden nur bei Bedarf auf dem Pflegeplan. Lesen Sie in dieser Anleitung, wann und wie Sie Salat- und Schlangengurken gekonnt ausgeizen und richtig schneiden.

Gurkenpflanze ausgeizen
Durchs Ausgeizen wird Platz für viele Früchte geschaffen

Gewächshausgurken ausgeizen – so geht es

Im Anbau von Tomaten ist Ausgeizen obligatorisch. Die überzeugenden Vorteile dieser traditionellen Pflegemaßnahme kommen auch Salat- und Schlangengurken zugute, die im Gewächshaus gedeihen. Indem Sie Geiztriebe regelmäßig entfernen, werden Ernteertrag und Fruchtqualität deutlich verbessert. So gehen Sie dabei Schritt für Schritt richtig vor:

  • Haupttrieb einer Gurkenpflanze an Seil oder Kletterhilfe in die Höhe leiten
  • Ab einer Wuchshöhe von 60 cm Seitentriebe regelmäßig ausgeizen
  • Betreffenden Seitentrieb oberhalb von erster Blüte und erstem Blatt abknipsen oder abschneiden
  • Faustregel: je Blattachsel nur einen Fruchtansatz zulassen

Ergänzend zum Ausgeizen sollten die Blätter bis auf eine Höhe von 30 Zentimetern entfernt werden. Diese Vorkehrung verhindert, dass sich über das Spritzwasser Krankheitserreger auf den Gurkenpflanzen ausbreiten.

Gurkenpflanzen hinter Glas beherzt schneiden

Traditionell werden Gurkenpflanzen im Gewächshaus eintriebig bis zur Decke gezogen. Auf dem Weg dorthin bleibt der Haupttrieb von Schnittmaßnahmen verschont. Hat die Triebspitze das Ende der Rankhilfe erreicht, fördert ein beherzter Rückschnitt den Austrieb weiterer Seitentriebe mit vitalen Fruchtansätzen und setzt dem weiteren Höhenwachstum ein Ende. So gehen Sie fachkundig vor:

  • Haupttrieb bei Erreichen der Gewächshausdecke noch 40 bis 50 cm wachsen lassen
  • Daraufhin die Triebspitze über einem Blatt abschneiden
  • Die beiden obersten Seitentriebe ungeschnitten wachsen lassen
  • Darunter befindliche Seitentriebe weiterhin ausgeizen über dem ersten Fruchtansatz

Mit fortschreitendem Wachstum gewinnen die zahlreichen Gurken an Gewicht. Kontrollieren Sie beim Ausgeizen regelmäßig die Stabilität der Rankhilfe. Damit Schnurgurken eine Gurkenpflanze nicht zu Boden ziehen, befestigen Sie gegebenenfalls Netze am Gewächshausgestänge zur Absicherung der Früchte. Hängen Früchte der unteren Ranken bis zum Boden, legen Sie eine Styroporplatte oder Stroh darunter, um einen unmittelbaren Erdkontakt zu verhindern.

Freiland-Gurkenpflanzen fallweise schneiden

Freilandgurken sind die Überlebenskünstler unter den Gurkenpflanzen. Dieser Umstand äußert sich unter anderem darin, dass ein Rückschnitt nur selten erforderlich ist. Die robusten Nutzpflanzen bescheren Ihnen eine schmackhafte Ernte, ohne dass Geiztriebe auszubrechen sind. Lediglich überlange Ranken bringen Sie mit einem Schnitt zur Raison. Je Fruchtansatz sollten mindestens zwei Blätter stehen bleiben, damit die Versorgung der Gurken sichergestellt ist.

Ab August bestehen für neue Blüten keine Aussichten, sich vor dem Winter in leckere Einlegegurken zu verwandeln. Knipsen Sie ab dem Spätsommer frische Knospen und Blütenansatz aus, damit die gesamte Pflanzenenergie in die reifenden Früchte fließt.

Tipps

Auf dem Teller vereinigen sich Tomaten und Gurken zum vollendeten Gaumenschmaus. Grund genug, die beiden Pflanzen gemeinsam im Gewächshaus anzubauen. Der gärtnerische Geniestreich gelingt, indem Sie Ihr Treibhaus mittels Stellwand in zwei Klimazonen aufteilen. Auf der Sonnenseite gedeihen Ihre Tomaten. Auf der gegenüberliegenden Seite bauen Sie Gurkenpflanzen mit einer Mistheizung als Wärmespender an.

Text: Paula Jansen
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