Gartenplatten – Ein kleiner Kaufratgeber

Gartenplatten bestehen aus Kunst- oder Naturstein, aus Holz oder Kunststoff und lassen sich für vielerlei Zwecke einsetzen. Mit ihnen pflastern Sie eine schöne Terrasse oder eine lauschige Sitzecke unterm Hausbaum, einen Gartenweg oder die Hofeinfahrt. Welche Arten von Garten- und Terrassenplatten es gibt, wo die Unterschiede zwischen diesen liegen und worauf Sie beim Kauf achten müssen, erläutern wir Ihnen in diesem Ratgeber.

gartenplatten
Gartenplatten gibt es in unterschiedlichen Materialien, Farben und Formen

Unsere Empfehlungen

Material Wood Plastic Composite (WPC, 60 % Holzfaser, 30 % Kunststoff)
Farbe hellgrau
Abmessungen 30 x 30 cm pro Fliese
Eignung Innen- und Außenbereich
Verlegung Klicksystem
Pflege unkompliziert, mit Wasserschlauch oder Schrubber

Kein Schrauben oder Kleben, einfach Klicken: Diese Garten- und Terrassenplatten lassen sich ganz ohne Werkzeug im Handumdrehen verlegen. Sie bestehen aus WPC, einem ebenso umweltfreundlichen wie robustem und langlebigem Verbundstoff, der zu 60 Prozent aus Holzfasern und zu 30 Prozent aus Kunststoff besteht. Die Oberfläche der innen wie außen verlegbaren Klickfliesen ist angeraut und lässt sich ganz leicht mit dem Wasserschlauch reinigen – perfekt beispielsweise, um die Terrasse oder den Sitzplatz im Garten damit auszustatten. Allerdings brauchen Sie einen festen Untergrund, damit die Platten fest ineinander greifen und nicht nachgeben. Ein fester Unterbau aus Beton oder zumindest Kies bzw. Schotter ist daher sinnvoll.

Material Naturstein (Granit), Unterbau und Verbindungen aus Kunststoff
Farbe granitgrau
Abmessungen 30 x 30 x 2,5 cm
Eignung Innen- und Außenbereich
Verlegung Clipsystem
Pflege pflegeleicht, mit für Naturstein geeigneten Reinigern

Diese Natursteinplatten – die übrigens in verschiedenen Mustern erhältlich sind – gelingt ganz ohne Werkzeug und weitere Ausrüstung. Sie stecken die einzelnen Platten einfach an den dafür vorgesehenen Verbindungen zusammen. Bei Bedarf lassen sie sich auch zerschneiden, etwa, wenn Sie nur noch eine „halbe“ Fliese für den Abschluss benötigen. Allerdings brauchen Sie auch hier einen harten und flachen Untergrund, beispielsweise aus Beton oder Stein, Holz oder feinem Kies. Wie verschiedene zufriedene Amazon-Kunden berichten, lassen sich die Übergänge zwischen den einzelnen Steinen verfugen bzw. verkleben, sodass kein Schmutz und keine Flüssigkeiten darunter gelangen.

Material witterungs- und UV-beständiger Kunststoff
Farbe schwarz
Abmessungen 40 x 40 x 2 cm
Eignung vornehmlich für den Außenbereich
Verlegung Stecksystem
Pflege sehr pflegeleicht

Diese Bodenplatten für den Garten bestehen aus robustem, strapazierfähigem Kunststoff, welches gegen Frost und andere Witterungsbedingungen sowie auch gegen UV-Licht unempfindlich ist. Die Oberfläche ist rutschhemmend, sodass sich die Fliesen sehr gut als Unterlage nicht nur für den Balkon oder die Terrasse, sondern auch für Gartenwege, für den Komposter, für große Pflanzkübel und Blumentöpfe etc. eignet. Im Gegensatz zu anderen Gartenplatten lassen sich diese zudem auf unebenen Flächen verlegen, sodass darauf abgestellte Gegenstände einen festeren Halt haben. Das Befahren mit einer schwer beladenen Schubkarre ist ebenfalls möglich. Die Montage erfolgt ganz unkompliziert ohne Werkzeuge mittels Stecksystem.

Kaufkriterien

Material

Naturstein: Natursteine wie beispielsweise Granit eignen sich sehr gut für die verschiedenen Einsatzbereiche von Gartenplatten. Sie können dieses Material sowohl für hochwertige Terrassenböden als auch für einen Gehwegbelag verwenden – in der Regel sind Natursteinplatten sehr robust und tragfähig, wobei letzteres wesentlich vom Unterbau abhängt. Zudem verliert dieses Material nicht an Farbe und ist, mit einem für Natursteine geeigneten Reiniger, leicht zu säubern. Der Nachteil besteht in einem vergleichsweise hohen Anschaffungspreis.

Kunststein: Kunst- oder Betonstein ist als Material preislich viel günstiger, wirkt allerdings oft auch entsprechend wenig natürlich. Dennoch gibt es auch hier hochwertige Gartenplatten, die von Natursteinfliesen optisch kaum zu unterscheiden sind. Zudem ist die Bandbreite an Farben und Mustern sehr groß. Beton ist als Material für Gartenplatten sehr robust, strapazierfähig, langlebig und vielseitig einsatzfähig.

Holz: Holz ist ein sehr schöner, lebendiger Werkstoff, der auch bei hochwertigen Gartenplatten zum Einsatz kommt. Solche Platten und Fliesen lassen sich sowohl für Terrassen- als auch Balkonböden sowie für Gehwege nutzen. Achten Sie vor dem Kauf jedoch genau darauf, ob die Holzfliesen explizit für den Außenbereich geeignet sind: Unbehandeltes Holz leidet unter Witterungseinflüssen wie Regen, Schnee, Frost und Sonne, sodass nach einiger Zeit ein Verwitterungsprozess einsetzt. Aus diesem Grund sollten outdoor lediglich robuste Harthölzer wie „Akazie“ (eigentlich Robinie), Eiche, Buche oder Douglasie zum Einsatz kommen.

Kunststoff: Gartenplatten aus Kunststoff sind robust, strapazierfähig, belastbar und langlebig – allerdings meist auch optisch nicht besonders attraktiv. Daher verbaut man diese weniger als Terrassenboden, sondern verwendet sie für Gartenwege, als Unterbau von Kompostern und für Mülltonnen, als rutschfeste Abstellmöglichkeit für große, schwere Pflanzkübel etc. Achten Sie auch hier darauf, strapazierfähiges und witterungsbeständiges Material zu kaufen, da manche Kunststoffe beispielsweise unter dem Einfluss von UV-Licht weich und spröde werden.

Unterbau / Unterkonstruktion

Beachten Sie auch, dass Sie Gartenplatten – insbesondere die schweren Varianten aus Stein – nicht einfach auf dem Boden oder den Rasen auslegen können. Sie brauchen einen geeigneten Unterbau, der je nach Belastung und Gewicht fest und möglichst flach sein sollte. Gut eignen sich betonierte oder gepflasterte bzw. mit Ziegeln ausgelegte Flächen, Kies- und Schotterflächen sowie Estrich.

Verlegung / Verlegungssystem

Besonders leicht zu verlegen sind Gartenplatten, die über ein Steck- oder Klicksystem verfügen. Hier benötigen Sie für die Montage kein Werkzeug, sondern fügen die Platten an den dafür vorgesehenen Verbindungsstücken einfach zusammen. In der Regel ist diese Verbindung stabil, kann aber bei Bedarf (z. B. für den Austausch einer defekten Platte) wieder gelöst werden. Dennoch verbleiben Fugen zwischen den einzelnen Platten, die Sie mit Fugensand oder anderem geeigneten Material verschließen können.

Verarbeitung und Haltbarkeit

Nachteil von Steck- oder Klicksystemen ist allerdings deren Unterkonstruktion, die häufig aus Kunststoff besteht und bei starker Belastung brechen kann. Deshalb sollten Sie bei stark genutzten bzw. belasteten Flächen auf Gartenplatten ohne solches System zurückgreifen – diese sind einfach robuster und damit langlebiger. Stecksysteme eignen sich hingegen gut für Terrassen- oder Balkonböden. Zudem sollten die Platten eine Dicke von wenigstens zwei Zentimetern haben, damit sie nicht so schnell brechen.

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Häufig gestellte Fragen

Welche Gartenplatten sind besonders pflegeleicht?

Besonders pflegeleicht sind Gartenplatten aus Kunststoff, aber auch Steinplatten (ganz gleich ob aus Kunst- oder Naturstein) lassen sich einfach reinigen. Komplizierter wird es hingegen beim Werkstoff Holz, bei dem Sie einiges beachten müssen und der sich zudem schnell verfärben kann.

Welches Material wird bei starker Sonnenstrahlung nicht heiß?

Vor allem schwarzer Kunststoff kann bei Sonneneinstrahlung unangenehm heiß werden, sodass etwa bequemes Barfußlaufen im Sommer nicht möglich ist. Setzen Sie stattdessen auf Steinplatten, vor allem aus Naturstein. Diese bleiben angenehm kühl. Auch Keramik ist an sehr sonnigen Standorten eine gute Wahl, eignet sich jedoch nicht für stark strapazierte Bereiche.

Was kosten Gartenplatten?

Wie viel Sie für Ihre Gartenplatten ausgeben müssen, hängt hauptsächlich vom verwendeten Material ab. Während Kunststoff und Kunststein recht günstig sind und auch viele Holzplatten kein allzu großes Loch in die Kasse reißen, schlagen Platten aus Naturstein umso mehr zu Buche. Hier müssen Sie statt rund 15 bis 30 Euro pro Quadratmeter wie bei den erstgenannten Materialien mindestens 70 rechnen.

Was sollte man beim Bau des Untergrunds beachten?

Achten Sie unbedingt darauf, dass der Plattenuntergrund stets ein leichtes, zwei- bis dreiprozentiges Gefälle aufweist, damit Regenwasser abfließen kann. Sollen die Platten in der Nähe des Hauses verlegt werden, so sollte das Gefälle vom Haus weg weisen – sonst sammelt sich das Wasser an den Grundmauern und kann dort erhebliche Schäden anrichten.

Wie dick muss die Kiesschicht unter den Gartenplatten sein?

Wie stark der Unterbau unter den Gartenplatten sein muss, hängt vom Material sowie vom Verwendungszweck derselben ab. Für eine Terrasse sollten Sie ein etwa 20 Zentimeter dickes, stark verdichtetes Schotterbett einplanen, auf dem Sie nochmals rund fünf bis zehn Zentimeter Kies oder Split ausbringen. Der Untergrund darf nicht zu weich oder nachgiebig sein, da die Platten sonst mit der Zeit einsinken.

Zubehör

Fugensand

Auch wenn Sie Gartenplatten mit Steck- oder Klicksystem verwenden, ist ein Verfugen – also das Verschließen der Lücken zwischen den einzelnen Platten – sinnvoll. Mit sorgen Sie dafür, dass kein Schmutz und keine Flüssigkeiten unter die Platten gerät. Umkrauthemmendes Material sorgt zudem dafür, dass es nicht so schnell aus den Fugen hervorgrünt.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: sabza/Shutterstock

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