Wasser kommt aus dem Boden

christine61

Keimling
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Liebe Forengemeinde, ich habe ein Problem bei dem ich nicht mehr weiter weiß.
Mein Garten ist eine Hanglage, die zum Teil mittels Terrassen begradigt wurde. Der untere Teil ist jedoch nach wie vor ein nicht all zu steiler Hang den ich mit einer wunderschönen Naturwiese bepflanzt habe. Dieser Teil hat ungefähr 400m²
Nun habe ich seit diesem Jahr das Problem, dass ein Teil dieser Wiese extrem feucht ist und dort alles versumpft. Oberhalb meines Grundsückes ist eine Futterwiese, auf der eine nicht gefasste Quelle ist. Darum haben wir unseren Garten auch dranagiert. Dort, wo das Wasser kommt liegt jedoch keine Drainage.
Nun habe ich am Beginn des Sumpfes händisch ca 80cm tief gegraben um zu sehen, was da los ist. Leider kann ich nichts erkennen, da sich das Loch sofort mit Wasser füllt. Es quillt direkt aus dem Boden und rinnt den Hang entlang.
Was kann das bloß sein? Kann eine Quelle in meinen Garten aufgegangen sein? Einerseits bin ich total verzweifelt, anderseits ist Wasser im Garten ein Segen. Aber was kann ich damit anfangen? Ein Teich in Hanglage?
 

Stachelbär

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Kann eine Quelle in meinen Garten aufgegangen sein? Einerseits bin ich total verzweifelt, anderseits ist Wasser im Garten ein Segen. Aber was kann ich damit anfangen? Ein Teich in Hanglage?
Geht - bei entsprechender Kühlung ;)

Hi Christine und willkommen im Forum.

Da hast Du schon kein geringes Problem.
Ich weiss nicht wie das Wetter bei Euch war, doch bei uns gab es im Vergleich zu 2018 und 2019 schon ein deutliches mehr an Niederschlägen. Vielleicht tritt das Problem deshalb erst jetzt auf.
Kann aber auch noch andere Zusammenhänge haben.
Seit wann wohnst Du dort und seit wann steht das Haus.
Könntest Du eine Skizze zeichnen aus der ersichtlich ist, wo Quelle, Haus und die nasse Wiese zueinsander stehen und hochladen?

Stachelbär grüsst
 

christine61

Keimling
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Das Haus und die Leitungen stehen auf der anderen Seite, einen Rohrbruch kann ich zu 100% ausschließen.
Wir haben vor 8 Jahren neu gebaut, vorher war dieses Grundstück ein Teil der Futterwiese.
Ich versuche mal ein Foto (ältere Luftaufnahme und ein PDF vom Grundstück noch vor dem Bau einzustellen. Auf dem Foto ist leider nicht das ganze Grundstück drauf, das Wasser quillt ganz unten in Pfeilrichtung heraus und rinnt natürlich nach unten. Oben siet man deutlich die Quelle auf der Futterwiese.
Im Frühsommer hatten wir es extrem trocken, die Gemeinde untersagte uns sogar das Autowaschen und Pool füllen, dennoch gluckerte immer Wasser durch das Drainagerohr in den Kanal und meine Wiese trocknete nie aus, sie war immer feucht.
Vor eitwa 14 Tagen gab es eine Woche Dauerregen, seitdem ist es wieder sonnig. So ein richtig schönes Herbstwetter. Dabei ist mir der Sumpf aufgefallen.
Heute habe ich am Anfang des Sumpfs zu graben begonnen und bin auf den offensichtlichen Ursprung des Sumpfes gestoßen.
Ich hoffe, mit den Fotos klappt es
 

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Tea

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Das "X" bedeutet Sumpof?! Der rote Pfeil bedeutet "wie das Wasser läuft"?!
Möglichkeit: Geh mal zur Gemeinde, hier Wasserbehörde und schau dort in die Unterlagen rein. Dort müsste theorethisch etwas von natürlichen Wasserläufen drinnen sein.
 

Heikeaustirol

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Ich denke, daß da eine natürliche Wasserader angeschnitten ist. Kennst du den geologischen Untergrund ? Hier in den Bergen gehen die Bauern sehr praktisch mit sowas um. Offensichtlich sumpfige Stelle = Aufgraben = Quelle fassen und sich freuen, daß man eine neue Wasserversorgung hat.
Statt an den Wasserversorger würde ich mich an eine Firma für Hydrogeologie oder an eine Brunnenbaufirma wenden. Auch zweitere sind mit den geologischen Gegebenheiten vertraut.
Ich bin zwar Facharbeiter für Hydrogeologie, aber einfach zu weit weg. :cool:
 

christine61

Keimling
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Ich denke, daß da eine natürliche Wasserader angeschnitten ist. Kennst du den geologischen Untergrund ? Hier in den Bergen gehen die Bauern sehr praktisch mit sowas um. Offensichtlich sumpfige Stelle = Aufgraben = Quelle fassen und sich freuen, daß man eine neue Wasserversorgung hat.
Statt an den Wasserversorger würde ich mich an eine Firma für Hydrogeologie oder an eine Brunnenbaufirma wenden. Auch zweitere sind mit den geologischen Gegebenheiten vertraut.
Ich bin zwar Facharbeiter für Hydrogeologie, aber einfach zu weit weg. :cool:
Den geologischen Untergrund kenne ich leider nicht. Ich weiß jedoch, dass auf der Wiese oberhalb mehrere ungefasste Quellen sind, eine davon (man sieht es auf dem Foto) recht nahe am Haus, darum haben wir unseren Grund auch drainagiert. Dieser Sumpf hat sich in den letzten 8 Jahren mehr als verdoppelt und das, obwohl wir eher trockene Sommer hatten.
Ich habe nun eine Art Rinne gegraben um das Wasser gezielter ableiten zu können.
Am Dienstag (Montag ist in Ö. ein Feiertag) hoffe ich Kontakt zu einem Hydrogeologen (hoffentlich gibt es in Österreich einen) aufnehmen.
Meine Überlegung: wir lassen Brunnenrohre legen um das Wasser zu stauen. Oben lassen wir es mittels Drainagerohr durch das Grundstück in den Kanal fließen. So können wir - hoffentlich - das Wasser, egal ob es Grund-, Hang-, oder Quellwasser ist, zumindest für unseren Garten und die Hühner nutzen.
Wenn das bloß wo anders wäre, dann könnte ich einen schönen Gartenteich bauen ...
 

Tea

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Meine Überlegung: wir lassen Brunnenrohre legen um das Wasser zu stauen. Oben lassen wir es mittels Drainagerohr durch das Grundstück in den Kanal fließen. So können wir - hoffentlich - das Wasser, egal ob es Grund-, Hang-, oder Quellwasser ist, zumindest für unseren Garten und die Hühner nutzen.
Wenn das bloß wo anders wäre, dann könnte ich einen schönen Gartenteich bauen ...
Das ist eine gute Idee. Ein Teich, eine natürliche Tränke für die Hühner und ein Auffangbecken für die Blumen. Vielleicht könnte man auch dieses Wasser im Haus verwenden?
 

Stachelbär

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Im Gadde mit Ebbelwoi & Flaschebier
Es ist möglich, dass durch den Hausbau oder dessen Einfriedung, Schichten in denen Wasser unterirdisch geflossen war, abgetrennt bzw. versperrt wurden. Das war dann gezwungen sich einen anderen Weg zu suchen.
Gelegentlich werden Dränagerohre zu hoch verlegt oder auf eine 2. tiefere Verohrung aus Kostengründen verzichtet. Fällt dann mehr Niederschlag und die oberen Schichten sind gesättigt, unterfliesst das zusätzliche Wasser die Dränage.
Foto Haus: weiße gestrichelete Linie bedeutet..?


Ich bin mit Heike einer Meinung, einen Wasserbaufachmann zu konsultieren.
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sanftgrün

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Würde ich auch nur jemanden vom Fach drauf schauen lassen. Denn das Thema ist zu heikel, um selbst etwas zu machen.

Als erste Instanz kannst du dich an die Gemeinde mal wenden, wen du fragen kannst. Vielleicht weiß auch HORA wer dir da weiterhilft?
 

sanftgrün

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In der Gemeinde selber sitzen werden die nicht. Aber hoffentlich wissen, wer zuständig ist. Ansonsten wie gesagt an HORA wenden.
 

christine61

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Wo in Österreich bist du denn ?
Ich bin aus dem Bezirk Lilienfeld in Niederösterreich, in Kaumberg zu Hause.
Am Dienstag werde ich einmal auf der Gemeinde nachfragen.
Gelegentlich werden Dränagerohre zu hoch verlegt oder auf eine 2. tiefere Verohrung aus Kostengründen verzichtet. Fällt dann mehr Niederschlag und die oberen Schichten sind gesättigt, unterfliesst das zusätzliche Wasser die Dränage.
Foto Haus: weiße gestrichelete Linie bedeutet..?


Ich bin mit Heike einer Meinung, einen Wasserbaufachmann zu konsultieren.
ergänzt
Daran habe ich auch schon gedacht. Die weiß gestrichelte Linie soll zeigen wo wir drainagiert haben. Meine Überlegung ist, ob sich das Drainageror verlegt, verstopft oder sonst irgendwie kaputt geworden ist und wie wir ja wissen sucht sich Wasser seinen Weg. In dem Fall wäre es aber vermutlich auch ok wenn ich dieses - wo immer es herkommt - auffange und für meinen Garten (Hühner, Schildkröten, Blumen,...) verwende. Sollte es tatsächlich eine Quelle sein und gutes Wasser liefern, so könnte ich es vielleicht im Haus zumindest für das Gebrauchswasser (Duschen, WC Spülung,...) verwenden. Die Leitungen legen kosten aber vermutlich so viel, dass es sich kaum rentieren wird.
Am Ende meines Grundstücks münden die Drainagerohre in den Kanal, dort gluckert es nach wie vor fleißig woras ich laienhaft schließe, dass das Drainagerohr funktioniert. Es gluckerte auch, als es sehr trocken war und wir von der Gemeinde aufgefordert wurden auf Autoschaschen, Pool einlassen,... zu verzichten.
 

Tea

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Sollte es tatsächlich eine Quelle sein und gutes Wasser liefern, so könnte ich es vielleicht im Haus zumindest für das Gebrauchswasser (Duschen, WC Spülung,...) verwenden. Die Leitungen legen kosten aber vermutlich so viel, dass es sich kaum rentieren wird.
Ich weiß zwar nicht, wie viel Euro/m3 Wasser es in Östereich kostet, aber ich glaube, eine Quelle lohnt sich immer. Ihr wollt dort alt werden. Die Quelle wird euch überleben., deshalb würde ich sie nutzen eine Tränke für die Hühner, für den Pool, als Teich, Gebrauchtwasser etc.

Viel Glück
 

Heikeaustirol

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Risikofaktoren Im Gebiet des Bezirkes Lilienfeld ist in allen geologischen Zonen mit dem Auftreten von Bodenbewegungen zu rechnen. Flyschzone :Vorherrschen von Sandsteinen mit tonig-mergeligen Zwischenlagen, die ebenfalls von sehr mächtigen, tonigen Verwitterungsdecken überlagert werden. Innerhalb der oft inhomogenen Verwitterungsböden treten häufig Sickerwässer auf, die zu Staubildungen führen können. Durch das stärker gegliederte Relief und hohe Jahresniederschläge wird die Entstehung von Rutschungen begünstigt. Eine wesentliche Rolle ist dabei der zeitlichen Verteilung der Niederschläge zuzuschreiben. So ist auch nach längeren niederschlagsfreien Perioden mit Austrocknungen bzw. geringerem Feuch- tigkeitsgehalt des Untergrundes zu rechnen. Dies führt zu einem gewissen Set- zungsprozess, durch den mitunter Gebäude, Wege und Straßen in Mitleidenschaft gezogen werden. Klippenzonen : Die Bereiche mit hohem Anteil von tonig-mergeligen Gesteinen (z.B. rote, grüne und graue Tonmergel der Buntmergelserie) und deren Verwitterungsprodukte sind sehr stark rutschgefährdet. Bei Vernässungen können sich Gleithorizonte ausbilden. Kalkalpen : In den Kalkalpen kommen Rutschungen nur in einigen Gesteinstypen vor. Es sind dies vor allem Sandsteine und Tonmergel des Oberjura und der Unterkreide inner- halb der Frankenfelser-Decke, sowie Sandsteine und Mergel der Ober- und Mittel- trias (Kössener-, Lunzer-, Opponitzer- und Reiflinger Schichten). Als sehr mobil sind auch jene Bereiche bekannt, wo Werfener Schichten auftreten. Wenn der in den Werfener Schichten gelegentlich auftretende Gips gelöst wird, entstehen Hohlräume. Wie örtlich immer wieder zu beobachten ist, zeichnen sich solche Hohlräume an der Oberfläche durch Einmuldungen (Pingen) ab, die bei stärkeren

Zitat aus dem Waldentwicklungsplan für den Bezirk Lilienfeld vom Amt der NÖ Landesregierung.
Ich glaube, jeder, der das überfliegt, wird sagen : da muß ein Fachmann draufschauen.
Überworfene Schichten, z.T. sehr tonhaltig; dies alles läßt ein eher schwieriges System der Grund-, Schicht- und Sickerwässer erahnen
 

Stachelbär

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Risikofaktoren Im Gebiet des Bezirkes Lilienfeld ist in allen geologischen Zonen mit dem Auftreten von Bodenbewegungen zu rechnen. Flyschzone :Vorherrschen von Sandsteinen mit tonig-mergeligen Zwischenlagen, die ebenfalls von sehr mächtigen, tonigen Verwitterungsdecken überlagert werden. Innerhalb der oft inhomogenen Verwitterungsböden treten häufig Sickerwässer auf, die zu Staubildungen führen können. Durch das stärker gegliederte Relief und hohe Jahresniederschläge wird die Entstehung von Rutschungen begünstigt. Eine wesentliche Rolle ist dabei der zeitlichen Verteilung der Niederschläge zuzuschreiben. So ist auch nach längeren niederschlagsfreien Perioden mit Austrocknungen bzw. geringerem Feuch- tigkeitsgehalt des Untergrundes zu rechnen. Dies führt zu einem gewissen Set- zungsprozess, durch den mitunter Gebäude, Wege und Straßen in Mitleidenschaft gezogen werden. Klippenzonen : Die Bereiche mit hohem Anteil von tonig-mergeligen Gesteinen (z.B. rote, grüne und graue Tonmergel der Buntmergelserie) und deren Verwitterungsprodukte sind sehr stark rutschgefährdet. Bei Vernässungen können sich Gleithorizonte ausbilden. Kalkalpen : In den Kalkalpen kommen Rutschungen nur in einigen Gesteinstypen vor. Es sind dies vor allem Sandsteine und Tonmergel des Oberjura und der Unterkreide inner- halb der Frankenfelser-Decke, sowie Sandsteine und Mergel der Ober- und Mittel- trias (Kössener-, Lunzer-, Opponitzer- und Reiflinger Schichten). Als sehr mobil sind auch jene Bereiche bekannt, wo Werfener Schichten auftreten. Wenn der in den Werfener Schichten gelegentlich auftretende Gips gelöst wird, entstehen Hohlräume. Wie örtlich immer wieder zu beobachten ist, zeichnen sich solche Hohlräume an der Oberfläche durch Einmuldungen (Pingen) ab, die bei stärkeren

Zitat aus dem Waldentwicklungsplan für den Bezirk Lilienfeld vom Amt der NÖ Landesregierung.
Ich glaube, jeder, der das überfliegt, wird sagen : da muß ein Fachmann draufschauen.
Überworfene Schichten, z.T. sehr tonhaltig; dies alles läßt ein eher schwieriges System der Grund-, Schicht- und Sickerwässer erahnen
Nicht leicht zu lesen, Ich spende mal eine paar Absätze ;)
 
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