Schwarze Johannisbeere Früchte werden fleckig

Maulwürfin

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Ich habe seit längerem ein Problem mit Beerensträuchern: Vor zwei Jahren musste ich eine relativ junge Stachelbeere entfernen, nachdem sie zuvor fleckige Früchte hatte, die ungenießbar waren. Ich wollte vermeiden, dass sie die benachbarten Johannisbeersträucher ansteckt. Nun zeigen meine schwarze Johannisbeere und inzwischen auch die Josta das unten abgebildete Schadbild. Die Beeren verfärben sich und fallen dann sehr leicht ab. Der Johannisbeerstrauch war schon sehr alt (24 Jahre) und ich habe ihn ganz entfernt, da sich beim Rückschnitt der befallenen Äste (notabene alle Äste!) herausstellte, dass sie einen schwarzen Kern hatten. Die Josta ist nur vereinzelt betroffen und ich entferne momentan nur befallende Träubchen.
Ich habe im Internet lange recherchiert, aber nichts gefunden, was hundertprozentig mit meinen Beobachtungen übereinstimmt. Über die Colletotrichum-Fruchtfäulehabe ich folgenden Eintrag gefunden:
"Die Beeren werden milchig-hellrot bis sie später vertrocknen und bleiben hängen. Die Stiele verfärben sich braun und trocknen ab."
Bei mir fallen die betroffenen Beeren alle ab; außerdem soll dieser Pilz späte Sorten der roten Johannisbeere befallen und nicht die schwarze.

Nun meine Fragen:
  1. Um welche Krankheit handelt es sich?
  2. Ist eine Pflanze zu retten , ohne Chemie einzusetzen?
  3. Kann es sein, dass Pinienmulch solche Krankheiten überträgt?
  4. Ist es ratsam, am alten Standort eine neue Pflanze zu setzen?
 

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Maulwürfin

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Mein rat : Zu trocken und Zuviel direkte Sonneneinstrahlung .
Der Johannisbeerstrauch stand über 20 Jahre dort, vormittags Halbschatten , mittags und nachmittags Sonne. Zudem war der Mai eher nass gewesen.
Die letzten Jahre hat er immer sehr reichlich getragen und hatte gesunde Früchte - trotz heißer Sommer und viel Trockenheit wie im letzten Jahr.. Erst in diesem Jahr ist dieses Erscheinungsbild aufgetreten - wie gesagt auch an zwei Jostas, die an einem anderen eher halbschattigen Standort stehen und auch immer sehr gut getragen hatten (beides ältere Sträucher).
Ich denke, die Sträucher haben irgendeine Krankheit. Aber welche??
 

LilliaBella

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Wie oft schneidest du deine Sträuchern denn, machst du jährlich ein Verjüngungsschnitt?

Um auch im nächsten Jahr eine ertragreiche Ernte zu bekommen schneidet man sie am Besten im Sommer direkt nach der Ernte zurück.

Wie werden sie gedüngt und wie viel Wasser bekommen sie in der Hitze ?


Die Beeren sehen nicht nach Krankheit aus, sondern es sieht sehr stark nach Hitzeschäden aus.
Wir haben bereits Juli, hängen die Beeren immer noch am Strauch?
 

Maulwürfin

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Ich habe sie zwar geschnitten, aber einen echten Verjüngungsschnitt habe ich bei der schwarzen Johannisbeere nicht gemacht. Die Josta habe ich aber verjüngt.
Gedüngt habe ich sie im April mit Beerendünger und Hornspänen. Sie werden ca. einmal pro Woche gegossen (1/2 -3/4 Std mit dem Rasensprenger für das ganze Beet), bei ausgedehnter Trockenheit häufiger.
Die Beeren der schwarzen Johannisbeere habe ich gar nicht verwendet, da sie alle irgendwie krank aussahen. Der Strauch ist ja inzwischen auch gerodet. Die Josta reift relativ spät, sie wurde jetzt am Wochenende geerntet. Der größte Teil der Beeren war in Ordnung, ein Teil war aber auch rosa verfärbt und fleckig.

Ich habe mir vorletztes Jahr von der Johannisbeere und letztes Jahr von der Josta aus Zweigen Ableger gezogen, die gut gedeihen, die Schwarze Joha. trägt sogar schon ein paar Träubchen, die allesamt gesund aussehen. Ich hoffe, dass ich mit den jungen Sträuchern mehr Glück habe.
 

Andreas

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Ich habe dieses Jahr bei allen Beeren nur gegossen , mäßig , kein Dünger . Die Büsche sind so voller Früchte , daß die Äste zum Boden hängen .
 

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Vergißmeinnicht

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Hallo Maulwürfin!

Deine Beobachtungen sind gut: Ich denke, die Sträucher haben irgendeine Krankheit. Aber welche??
Wenn so viele Jahre die Sträucher problemlos wuchsen, kann nicht der Pflege die Schuld gegeben werden.

Seit einigen Jahren schon beobachte ich die Auffälligkeiten, die du beschreibst. Wo gegen Buchsbaumzünsler in der Gegend gespritzt wurde, bekamen die Stachelbeeren Flecken. Ebenso machten andere Beeren Sorgen. Büsche und Bäume verloren an Laub. Generell schaden alle Spritzmittel und dergleichen. Einer bekommt "fette" Bäume, oder "sattes" Getreide - in der Gegend aber verdorren die Äste oder treten allerlei Krankheiten auf.

Mehrmalige Gaben von Kräuterjauche haben bei meinen Sträuchern geholfen. Wie es den Boden regeneriert kann ich nicht sagen, aber es funktioniert und bessert auch ziemlich die beschädigten Pflanzen. Die Ernte war im Folgejahr besser. Vor Ansteckung auf andere Sträucher brauchst du dich nicht fürchten. Was den Schaden ausmacht sind Reaktionen aus der Luft, Schadstoffe von nah und fern. Die treffen bestimmte Stellen oder lagern sich je nach Position auch im Boden ab.

Immer mehr Agrarchemie findet Anwendung, immer mehr beobachte ich seit einiger Zeit eine heftige Zunahme der Pflanzenschäden und Artensterben.
 

Maulwürfin

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Allen, die mir geantwortet haben, ein herzliches Dankeschön!!
Ich denke, Andreas könnte recht haben. Ich bin inzwischen auf mehrere Hinweise gestoßen, die besagen, dass Beerenobst regelrechten Sonnenbrand bekommen kann.
Z. B. bei folgendem Link: https://www.iva.de/iva-magazin/haus-garten/beerenobst-und-gemuese-haben-schon-im-juni-sonnenbrand
Ich zitiere:

"Sonnenbrand und Hitzeschäden
Sonnenbrand und Hitzeschäden entstehen, wenn die Obergrenze der Temperaturverträglichkeit der Pflanzen überschritten ist. Dann sterben betroffene Pflanzenteile ab. Gefährlich wird es, wenn sie plötzlich intensiver Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind und sich nicht langsam an diese Witterungssituation anpassen können oder wenn diese Stresssituation über längere Zeit anhält. Dabei muss nicht gleich die ganze Pflanze absterben, meist sind es einzelne Pflanzenteile. Das Absterben der Zellen wird als Nekrose bezeichnet. Hitzeschäden drohen besonders dann, wenn nach einer feuchtkühlen Periode plötzlich Hochsommertemperaturen mit intensiver Sonneneinstrahlung auftreten.
- an Beerenobst
Wenn einzelne Früchte plötzlich der prallen Sonne ausgesetzt sind, erwärmen sie sich so stark, dass in der Frucht einzelne Zellen absterben. Durch Temperaturen über 30 Grad °C und starke direkte Sonneneinstrahlung werden die Früchte in allen Entwicklungsstadien regelrecht „abgekocht“. Sie werden weich und fallen zumeist ab.
Diese Schäden sind besonders an Johannisbeeren, Stachelbeeren, Himbeeren und Erdbeeren zu beobachten. Auch an den Blättern können Absterbe-Erscheinungen auftreten, meist vom Rande her. Stachelbeeren sind weniger anfällig für Blattschäden als Johannisbeeren oder Erdbeeren. Vor allem bei Erdbeeren verstärken sich die Symptome noch, wenn der Boden trocken ist."


Der Mai war insgesamt fast zu nass, der Juni dagegen zu heiß. Es spricht vieles dafür, dass die Pflanzen keine Zeit hatten, sich umzustellen.
Dazu kommt natürlich, dass meine Sträucher sehr alt sind und ich zu wenig geschnitten habe, so dass sie sich auch nicht verjüngen konnten.
Wie man so schön sagt, sind die Ursachen wahrscheinlich multifaktoriell.
Ab jetzt werde ich auf jeden Fall ordentlich für die Pflanzen sorgen und evtl. auch ein Beschattungsnetz besorgen, falls es nächstes Jahr wieder so heiß werden sollte.
 

LilliaBella

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Maulwürfin,
meine schwarzen Johannisbeeren und die roten Stachelbeeren sahen zum Teil genau so aus. Nicht nur in diesem Jahr, sondern in vielen Jahren .

Schneide ich die Sträucher , also verjünge ich sie, tritt das Problem weniger stark auf.
Schwarze Johannisbeeren schneide ich bis zum März.

Anders als weiße und rote Johannisbeeren, die schneide ich immer nach der Ernte.
 

Maulwürfin

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Die weißen und roten Johannisbeeren habe ich jetzt geschnitten (nach der Anleitung im gartenjournal), die schwarze ist noch sehr klein, die bekommt im Frühjahr ihren Erziehungsschnitt.
Soll ich die Josta jetzt schon schneiden - nach der Ernte - oder auch bis ins Frühjahr warten?
 

LilliaBella

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Wenn, dann nach der Ernte schneiden.

Da die Josta an Kurztrieben fruchtet, die sich am mehrjährigen Holz bilden, muss man den Strauch nicht jährlich schneiden,
sondern lichtet nur gelegentlich etwas aus. Ab einem Alter von 4- 5 Jahren kann man alte Leittriebe am Boden entfernen. Damit so 8 starke Triebe erhalten bleiben. Stand sinngemäß bei meiner beim Kauf dabei.
 
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