Rechtlich sehr bedenklicher Artikel

phantom001

Sämling
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Hallo zusammen,

Ich war gerade auf der suche nach Moosen in online Shops und bin auf den aus meiner Sicht mehr als nur bedenklichen Artikel gekommen:

Zitat: "Fakt ist, dass die Entnahme von Moos in kleinen Mengen für den privaten Gebrauch erlaubt ist. "

Fakt ist das eine entnahme aus dem Wald egal ob Moos, sonstige Pflanzen oder auch zb Holz ohne Zustimmung des Eigentümers rechtlich nie erlaubt ist ! (Auch der Wald gehört jemanden)

Nicht gesicherte Waldflächen darf zwar von jedermann betreten werden aber wenn man ohne Genehmigung:
Gräbt oder reißt Pflanzen aus etc. = Landfriedensbruch und Sachbeschädigung.
Nimmt man sie mit = Diebstahl

Stellt euch vor ihr habt einen nicht umzäunten Vorgarten und jemand gräbt euch eure Blumenzwiebel aus ...
Das gleiche wäre es mit dem Wald er ist war nicht umzäunt aber er gehört auch jemanden ...
Mal abgesehen davon das in manchen Waldgebieten mittlerweile schon kommerziell Moose gezüchtet werden um sie
zu verkaufen wenn ihr dort was klaut ...

Für Artengeschützte Pflanzen nach CITES und darunter fallen sehr viele Moose die vom laien teilw. nicht
zu unterscheiden sind gilt:
  • Zugriffsverbot
  • Störverbot
  • Besitzverbot
Das heißt, dass man keinen Teil der geschützten wildwachsenden Pflanzen sammeln oder beschädigen darf. Dies gilt u.a. auch für Früchte, Samen und trockene Pflanzenteile. (Sammeln von Moossporen)

Wer dagegen verstößt macht sich strafrechtlich nach dem Artenschutzabkommen strafbar.

Diese Regelung gilt jedoch nur für wildwachsende Pflanzen. Oft sind die gleichen Arten aus künstlicher Vermehrung vollkommen legal beim Gärtner zu erwerben.

Für weniger geschützte Arten gibt es noch die Handstrauß-Regelung (§ 39 III BNatSchG ) also in kleinmengen dürfen diese entnommen werden aber auch hier nicht ohne Genehmigung des Besitzers !

Es ist mir schon klar das es fast immer heißer gekocht als gegessen wird aber stellt euch mal vor jeder Hobbygärtner würde in den Wald gehen und sich bedienen ... Das Ökosystem unserer Wälder wären in kürzester Zeit zerstört somit ist das ganze für mich auch eine ethische Frage !!!

Dafür gibt es eben Gärtnereien etc. bei denen man sich die Pflanzen ohne intakte Ökosysteme zu zerstören besorgen kann !!!

Schade und zum schämen das so ein Journal bzw so ein Forum sich für solche Praktiken einsetzt !
Eigentlich sollte sich so eine Plattform meiner Meinung nach für den Pflanzen und Naturschutz einsetzen und nicht dagegen !

lg
Patrick
 

sanftgrün

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Hast du selber einen Wald?
Ich persönlich denke, dass die meisten Waldbesitzer ganz andere Sorgen habe, als dass jemand ein kleines Moospölsterchen mit nimmt, oder ein Ästchen. :22x22-08:

Und klar, ist es vom Artenschutz her mitunter bedenklich.


So generell finde ich aber nicht, dass Garten gleich Naturschutz ist. Ich persönlich sehe Privatgärten sogar eher als Luxus, der die Landschaft stärker zersiedelt und damit nicht ganz in Einklang mit Naturschutz steht...
Dennoch ist es schön einen Garten zu haben und zu genießen.
 

Gartentomate

Keimling
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Wenn das so ist, wie der TE behauptet, dürfte ja auch niemand mehr Pilze sammeln.
Zumindest nicht, ohne den Besitzer zu fragen. (und wie ermittelt man den?):22x22-13:
 

Fiducia

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Tja,es wird ja drauf hingewiesen, dass man keine unter Schutz stehenden Moos nehmen darf. Es ist nicht schlimm, wenn mal jemand etwas aus dem Wald mit nimmt, aber wenn es viele machen, kann es schon zum Problem werden. Vor allem weil ja nicht jeder wirklich vorsichtig und vernünftig ist . ist jedem klar wo nun ein Naturschutzgebiet ist, oder nicht. z. B. ist in einem Biosphärenreservat das pflücken von Blumen verboten, auch wenn gerade Unmengen Blumen blühen. Das ist für manche Menschen unverständlich. Wenn ich ein paar Blumen pflücke, was schadet es ? Aber wenn es jeder macht ??? Dann am liebsten ja auch die seltenen, schönen.
Ich würde nun auch nicht gerade Menschen dazu ermutigen , aus dem Wald was raus zu holen.
Pilze sammeln : wer sich auskennt ist sicher auch vorsichtig, schneidet den Pilz so ab, dass der eigentliche Organismus wenig leidet.
Was aber schlimm ist, wenn man Pilze mutwillig kaputt macht, zertritt. Auch wenn es sich um für den Menschen giftige Pilze handelt, haben sie im Wald ihre Berechtigung, sind wichtig für die Natur.
Wichtig finde ich, wenn mehr Menschen den Wald wieder besser kennen lernen. An Führungen teil nehmen und die Kinder wieder in den Wald kommen. Was ja durch Waldkindergärten auch wieder mehr gemacht wird.
Das alles ist wohl ein neues umfangreiches Thema...
 
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