Komposthaufen oder Biotonne?

Stephill

Solitärpflanze
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Ich hatte 2 defekte Wasserfässer (200 Ltr.), habe die Böden entfernt und die Fässer umgedreht aufgestellt ! Vorher habe ich seitlich 10 cm Löcher ausgebohrt, damit eine Luftzirkulation stattfindet !!! Alles OK > 2x umsetzen nicht vergessen !
Super Idee! Sind die Fässer aus Holz oder Kunststoff? Habe zwei kaputte Kunststoffregentonnen, die ichnoch nicht entsorgt habe, meinst Du das könnte mit denen auch funktionieren? Würde diese Erde dann nur für Blumen und nicht fürs Gemüsebeet weg eventueller Weichmacher verwenden... Die Bokashi-Eimer sind ja auch aus Kunststoff!?
 

Tiogo

Gärtner
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Da ich 4 Komposthaufen habe und alle parallel bzw zeitgleich befülle ist mir etwas interessantes aufgefallen:
Folgende Grundbedingungen sind bei allen 4 gleich:
stehen in halbschattiger Lage, bzw erhalten alle sowohl mehrere Stunden volle Sonne, als auch vollen Schatten (wohne am Waldrand in Hanglage)
Sind nur zur Hälfte mit Holzbrettern abgedeckt so dass sie alle Niederschlag abbekommen (ich "wässere" gar nicht)
Werden alle recht abwechslungsreich in dünnen Schichten mit Zweigen, Häckselmaterial von Laub u Nadelbäumen, verköttelte Kanincheneinstreu (mal Betonit, mal Buchenspäne), abgeschnittene Ernteabfälle, Fallobst, Laub und dünn mit Rasenschnitt befüllt
Keiner erhält Kompostbeschleuniger
Alle aus Holz gebaut, unterer Teil mit rausziehbarem Metallgitter.
So nun kommt der (nicht so überraschende) kleine, aber feiner Unterschied:
Der Komposthaufen mit kürzestem Weg von meiner Küche aus, zersetzt sich fast doppelt so schnell wie die anderen drei! Und liefErt die feinste Erde.
Wir vermuten es liegt an zwei den zwei abweichenden Komponenten: dort landen täglich alle Küchenabfälle (in einem Veganen 4-köpfigen Haushalt also jede Menge) welche bei uns auch sehr viel lose Teeblätter beinhaltet. Und da wir in der Küche einen Schwedenofen haben und auf der Terrasse eine Feuerschale mit Grill haben, fällt zusätzlich das ganze Jahr über einiges an Asche und Kohlereste an. Diese landen bei uns auch auf besagtem Komposter.
Was meint Ihr - kann das daran liegen, dass die Mikroorganismen ein besonders gutes Mischverhältnis durch gerbstoffreiche Teeblätter und Kohle/Asche erhalten? Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?
Ich würde mal sagen, daß das eher an dem etwas höheren Nitratwert des Komposterinhaltes an der Küche liegt. Frische (nicht verholzte) Pflanzenteile verrotten bedeutend schneller aufgrund des höheren Wassergehaltes der Zellen und durch den im Vergleich hohen Nitratgehalt (= Stickstoffgehalt). Der Zersetzungsvorgang verbraucht vor allem viel Nitrat. Die losen Teeblätter verrotten, weil durch das Brühen die Zellwände zerstört sind und Pilze und Bakterien ansetzen können. Die Gerbstoffe dagegen sind bakterienabtötend und behindern somit eher eine Zersetzung. Um Laub, Holzhäcksel, Haseneinstreu zu zersetzen brauchen die Bakterien sehr viel Stickstoff. Den können sie sich zwar zum Teil auch aus der Luft holen, wenn das Küchenmaterial aber gleich daneben liegt geht es dennoch schneller. Holz beinhaltet zudem bakterienabtötende Substanzen (Holzbrettchen in der Küche sind also gar nicht so unhygienisch wie oft befürchtet)

Asche sollte man mit Bedacht und nur wenig auf den Komposter bringen. Asche enthält vorwiegend Kalium, viel Kalk, Phosphat und Eisen. Der damit angereicherte Kompost sollte nur für Pflanzen verwendet werden, die viel Kalium brauchen (Obstbäume, Tomaten, Paprika, Auberginen, Kartoffeln, Himbeeren..) Wegen des hohen Kalkanteils vorsicht bei Pflanzen, die einen sauren Boden brauchen. Vorher am besten eine Bodenprobe machen, um den Ph-Wert festzustellen. Ich verwende auch Holzasche im Garten, aber getrennt vom restlichen Kompost. So kann wirklich punktgenau gedüngt werden. Kalium nur da, wo es auch wirklich gebraucht wird.
Vorsicht ist auch geboten, daß wirklich nur (unbehandeltes) Holz oder Holzkohle verheizt wird, wenn die Asche im Garten verwendet wird. Keine Stein-oder Braunkohlenasche- die enthält nicht gerade wenig Schwermetall und gehört in den Hausmüll. Schwermetalle kann übrigens auch in Holzasche enthalten sein, wenn sehr alte Bäume verheizt wurden.
 
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