Holzbauten, Pergola, Sichtschutzwände

Stachelbär

Gartenguru
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Beim Setzen von Stützen, Pfeilern und Pfosten stellen sich immer wieder die Fragen
  • Welches Holz nehme ich ?
  • Mit Betonfundament ?
  • Mit oder ohne Pfostenträger ?
  • Oder einfach so eingraben ?
Von den Nadelhölzern eignen sich langfristig eigentlich nur Douglasie und Lärche. Die anderen haben nicht genug Harz zwischen den Holzfasern eingelagert und verrotten deshalb zu schnell :(
Kiefer, kesseldruckimprägniert, geht auch für max 15 Jahre, muß dann aber als schwer belastetes Holz entsorgt werden :confused:
Bei den Laubhölzern ist Eiche und Robinie geeignet, wobei die heimische Robinie sich am zähesten dem Zerfall widersetzt. Eiche ist nur gut verwendbar wenn vorher das Splintholz komplett entfernt wird.
Auf Tropenhölzern will ich bewusst nicht eingehen !

Das Einfachste, ein Loch graben, Pfosten rein und Aushub beifüllen und feststampfen geht fix :) hält aber nicht lange :confused:
Das Problem - das Holz fault und irgendwann bricht der Pfosten ab :eek: wollen wir dann einen neuen setzen und graben die Pfostenreste aus - siehe da - da steckt ja noch ein fast unversehrtes Pfostenendstück in der Erde :oops:
Das liegt daran, dass der Bereich Übergang Luft-Erde oft wechselt zwischen trocken und feucht, dort mehr Bakterien, Pilze und Schadinsekten angesiedelt sind, die ins Holz eindringen und es kompostieren und zerstören.
Selbst die dauerhafte Robinie mit eingelagerten Toxinen gibt irgend wann auf.

Eine Schutz-Option: Das Pfostenloch für eine gute Entwässerung und damit der Pfosten nicht auf dem Erdreich steht, 10-15 cm hoch mit groben Splitt (16/22 oder 22/32) füllen, Pfosten daraufstellen, ausrichten, mit Splitt 22/32 auffüllen und dabei lagenweise feststampfen. Kies ist wegen seiner gerundeten Oberflächen ungeeignet.

Eine weitere, Möglichkeit: Den Pfosten mit Pfostenträger in einem Betonfundament fixieren. Am einfachsten ist, den Pfosten in Achsen-Mitte mit der Motorsäge schlitzen und ein passendes Flacheisen z. B.: 8 x 100 x 600 mm mit 2 Löchern um den Pfosten mit 10 oder 12 mm dicken durchgehenden Gewindeschrauben zu befestigen. Je nach Dicke und Aufgabe des Pfostens sollte das Eisen 160 bis 200 mm tief im Pfosten stecken. Das Eisen sollte min. 300 mm tief in den Beton reichen, bei starken Windlasten (Dächer) mit Widerlager. Zwischen Pfostenende und Erdoberkante bzw. Beton-OK ist ein mindest Abstand von 100 mm anzuraten, damit Wasser immer sicher ablaufen kann und feuchtes Gras nicht an den Pfosten reicht.

Einfach wäre auch: Zwei stabile U-Eisen gegenüber am Pfosten festgeschraubt - Haltbarer als 6-Kant-Holz-Schrauben sind durchgehende Gewindeschrauben mit Mutter. Wer auf gute Optik Wert legt, kann die U-Eisen in ausgestemmte Nuten befestigen.

Bei ungeschütztem Stahl rostet pro Jahr ca. 0,1 mm Dicke weg. Nach 10 Jahren sind also aus einem 8 mm starkem Flacheisen,
ein 6 mm Flacheisen geworden, weil auf beiden Seiten 1mm weggerostet ist.
Also besser verzinktes Material nehmen - Feuerverzinkt :) hält fast doppelt so lang wie galvanisch verzinkt !

Dann gibt es noch: Fertige Pfostenstützen, meist galvanisch verzinkt, konstruiert für 4-Kant-Pfosten zu kaufen.
Bei diesen darf die dünne Zinkschicht nicht beschädigt werden, sonst sind sie bei 2 mm Materialstärke bald weggerostet. Also immer Unterlegscheiben für die Befestigungsschrauben nehmen!
Die oft mitgelieferten 6-Kant-Holz-Schrauben z. B.: 8x60, 8x 80, 10x60 oder 10x80 sind meiner Erfahrung nach ungeeignet :confused: da die Befestigung meistens nahe dem Pfostenende ausgeführt werden muss, spaltet sich, trotz Vorbohrens, das Holz nach 1 oder 2 Jahren.
Auch schon früher, wenn der Wind am Zaun rüttelt.
 

Stachelbär

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Ein Auszug von dieser Seite:
Kinderspielplätze: Robinien-Rundhölzer und Robinienbretter werden sehr gerne für den Spielplatzgerätebau, Baumhäuser und Geländer eingesetzt. Denn einerseits ist Robinienholz biegsam und fest, andererseits besitzt es eine sehr geringe Splitterneigung. Dickere Robinienstämme über 15 cm können auch ohne vorherige Trocknung als ungeschälter oder abgefräster Rundstamm direkt in das Erdreich eingesetzt werden. Zur Sicherheit werden aber üblicherweise Pfostenschuhe aus Metall eingesetzt.
 

Stachelbär

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Ein Sichtschutz-Zaun, der beim Sturm umgelegt wurde, musste neu aufgestellt und befestigt werden:
1116 Der zu schwache L-förmige Halter wurde wieder grad gebogen und die ausgebrochene 8 x 60 mm Holzschraube durch eine rostfreie M10 x 100 Sechskantschraube mit Mutter ersetzt. Der los gerüttelte Dorn wurde in der Betonmauer wasserdicht eingeklebt.
1117 Ein U-förmiger Halter nimmt hier wesentlich mehr Kräfte auf. Obwohl die Holzschraube wegen der U-Form nicht ausgebrochen war, wurde sie sicherheitshalber auch durch eine metrische VA Sechskantschraube mit Mutter ersetzt. Der Halter wurde neu eingedichtet.
 
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