Erdbohrer – Ein kleiner Kaufratgeber

Mit dem passenden Erdbohrer gelingt es Ihnen, größere Setzlinge einzupflanzen oder Zaunpfähle einzuschlagen. Doch was zeichnet ein hochwertiges Modell aus? Und welcher Erdbohrer ist der beste für Ihren Bedarf? Unser Kaufratgeber nennt und beschreibt die wichtigsten Kriterien bei der Anschaffung des praktischen Utensils. Überdies liefern wir Ihnen konkrete Empfehlungen auf Basis der Kundenrezensionen bei Amazon.

erdbohrer
Mit einem Erdbohrer lassen sich ganz einfach tiefe Löcher in den Erdboden bohren

Hinweis: Man unterscheidet Hydraulik- und Handerdbohrer. Da hydraulische Anbaugeräte normalerweise nur in der Landwirtschaft und im Forstbau gefragt sind, konzentrieren wir uns im vorliegenden Ratgeber ganz auf Handerdbohrer für Hobbygärtner.

Unsere Empfehlungen

Antrieb manuell
Länge 110 cm
Bohrdurchmesser 150 mm
Griffmaterial Kunststoff
Griff-Ummantelung jein
Gewicht 2,25 kg

Der Handerdbohrer von Fiskars verdient aus mehreren Gründen Platz 1 in unserem vergleichenden Test anhand der Erfahrungen von Käufern des Geräts bei Amazon: Viele Rezensenten beschreiben ihn als leicht und handlich, weshalb er auch von Frauen gut verwendet werden könne. Zudem gilt der Erdbohrer als hochwertig verarbeitet, stabil sowie „übersichtlich“: Die Markierungen der Maße auf dem Bohrer geben Aufschluss darüber, wie tief das gebohrte Loch ist.

Antrieb manuell
Länge 104 cm
Bohrdurchmesser 150 mm
Griffmaterial Metall
Griff-Ummantelung ja
Gewicht 3,55 kg

Das Modell von Güde hat ähnliche Eigenschaften wie unser Vergleichssieger – allerdings wiegt er über ein Kilogramm mehr. Ansonsten zeigen sich die Kunden bei Amazon sehr zufrieden mit dem Gerät. Es soll teilweise sogar mit steinigeren Böden zurechtkommen – aber nur, wenn die Steine klein sind. Auch der Zusammenbau scheint problemlos von der Hand zu gehen, wie der Großteil der Rezensenten äußert.

Antrieb manuell
Länge 105 cm
Bohrdurchmesser 150 mm
Griffmaterial Metall
Griff-Ummantelung nein
Gewicht 3,9 kg

Der Zaunpfahlbohrer von Draper wird von den meisten Käufern als „toller Bohrer“ definiert, der das Setzen von Punktfundamenten immens erleichtern soll – selbst in schwierigeren Untergründen mit kleineren Wurzeln, Steinen oder Lehm. Nur die leider fehlende Ummantelung und die Kürze des Griffs werden von manchen Kunden kritisiert.

Kaufkriterien

Antrieb

Manuell: Den manuellen Handerdbohrer dreht der Hobbygärtner über den meist T-förmigen Griff mit seinen Händen. Dies erfordert natürlich viel Körperkraft. Zu den Pros zählen die einfache, risikoärmere Anwendung mit gutem Handling, die hohe Flexibilität sowie die simple Reinigung und der niedrige Anschaffungspreis. In weichem Untergrund sind manuelle Erdbohrer sehr effektiv. Sie empfehlen sich für gelegentliche und kleine Bohrungen. Für steinigen Boden sollten Sie zu einem motorisierten Erdbohrer greifen.

Motor: Beim motorbetriebenen Handerdbohrer hat der Hobbygärtner lediglich die Aufgabe, das Gerät in aufrechter Position zu halten – die Schraube selbst wird allerdings über den Motor angetrieben. Diesbezüglich gilt es Elektro- und Benzin-Erdbohrer zu differenzieren:

  • Elektrischer Erdbohrer: Setzt oft eine längere Stromzuleitung voraus. Dafür entfallen jedoch die umwelt- und gesundheitsbelastenden Abgase sowie das mitunter mühsame Anlassen des Motors.
  • Benzin-Erdbohrer: Ist leistungsstärker und flexibler anzuwenden. Nachteilig sind die Abgase, das kompliziertere Einschalten und die immense Lautstärke im Betrieb.

In jedem Fall erfordern motorisierte Erdbohrer weniger Kraft vom Hobbygärtner. Zudem werden sie auch mit härteren Böden fertig.

Bohrtiefe

Je nachdem, ob Sie kleinere Pflanzen oder größere Gewächse, niedrigere Pfosten oder längere Pfähle einsetzen wollen, sollten das Gestänge und das Gewinde des Erdbohrers kürzer oder länger sein.

Richtwert: Gemeinhin sind Erdbohrer mindestens einen Meter lang. Bei dieser Durchschnittslänge können Sie Löcher mit einer Tiefe von etwa 40 bis 50 Zentimetern bohren. Es gibt auch Aufsätze für Erdbohrer, die eine Verlängerung ermöglichen, sodass sogar bis zu 2,5 Meter tiefe Erdlöcher realisierbar sind.

Bohrdurchmesser

Handbohrer stehen mit unterschiedlichen Gewindegrößen zur Wahl. Beachten Sie: Der Durchmesser des Gewindes entspricht dem Durchmesser des gebohrten Lochs. Auch diesbezüglich kommt es wieder darauf an, was Sie bezwecken wollen. Geht es darum, kleine Pflanzen oder schlanke Pfosten einzusetzen, genügt ein geringerer Durchmesser, während für größere Pflanzen und kräftige Pfähle ein breites Gewinde erforderlich ist.

Richtwert: In der Regel bewegt sich der Gewindedurchmesser zwischen 70 und 200 Millimetern.

Tipps

Erdbohrer mit einem Gewindedurchmesser von 50 Millimetern gibt es gemeinhin bloß als Aufsatz für den Akkuschrauber oder die Bohrmaschine. Über das jeweilige Basisgerät gelangen Sie zwar ohne großen Kraftaufwand in die Erde, dafür büßen Sie allerdings die aufrecht stehende Haltung ein, was Rückenschmerzen begünstigen kann. Wesentlich komfortabler und praktischer ist es da, einen Erdbohrer-Aufsatz für den Bagger/Minibagger zu kaufen, sofern Sie einen solchen besitzen.

Pilotbohrer

Der sogenannte Pilotbohrer bezeichnet ein sehr kleines „Zusatzgewinde“, das vor dem Kerngewinde des Erdbohrers angebracht ist und Ihnen das Anbohren erleichtert. Kein Muss, aber ein angenehmes Extra.

Griffmaterial

Holz: Ein Erdbohrergriff aus Holz ist formschön und traditionell, aber leider auch pflegebedürftiger und weniger stabil.

Metall/Stahl: Ein Metall- oder Stahlgriff hält höchsten Belastungen stand, kann allerdings rosten.

Kunststoff: Ein Kunststoffgriff ist je nach konkretem Material bruchgefährdet. Mit glasfaserverstärkten Griffen sind Sie jedoch auf der sicheren Seite.

Tipps

Achten Sie unabhängig vom grundlegenden Material auf eine Gummi- oder Kunststoffummantelung, damit Sie das Hilfsmittel beim Bohren der Löcher buchstäblich fest im Griff haben und nicht so leicht abrutschen können.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Erdbohrer?

Bei einem Erdbohrer handelt es sich um eine Gewindeschraube, die sowohl im privaten Gartenbereich als auch in der professionellen Landwirtschaft zum Einsatz kommt. Mit ihr lassen sich Erdlöcher bohren. Der Erdbohrer ist immer dann gefragt, wenn

  • Setzlinge gepflanzt,
  • Zaunpfähle gesetzt oder
  • Brunnensysteme eingerichtet

werden sollen. Darüber hinaus können Sie einen Erdbohrer verwenden, wenn Sie den Rasen bei Staunässe entwässern wollen.

Die für Hobbygärtner erhältlichen Handerdbohrer setzen sich aus zwei Teilen zusammen: einem langen Bohrgestänge mit Griff und einer großen Schraube zum Bohren. Das Bohrgewinde endet in einer kleinen Spitze, mit der Sie den Erdbohrer in die Erde stecken.

Wie funktioniert ein Erdbohrer?

Der Erdbohrer funktioniert nach dem Prinzip der archimedischen Schraube, das aus der Antike stammt und den Transport von Wasser optimieren sollte. Dies ist auch heute noch eines der Haupteinsatzgebiete des Schraubprinzips.

Umgemünzt auf den Erdbohrer lässt es sich folgendermaßen beschreiben: Die Schraube dreht sich entlang einer Mittelachse. In der Theorie ist sie von einem äußeren Rohr umschlossen – in der Praxis des Handerdbohrers übernehmen die äußeren Erdschichten diese Rolle. Indem der Hobbygärtner mit seiner Muskelkraft oder mit motorischer Unterstützung die Schraube vorwärts dreht, sammelt Letztere die Erde auf die Gewindeblätter. Mit jeder Drehung befördert der Bohrer die Materie weiter nach oben.

Hinweis: Die archimedische Schraube unterliegt den Gesetzen der Schwerkraft. Somit funktioniert sie nur in vertikaler Ausrichtung (nicht in horizontaler) und kann von oben nach unten, nicht aber von unten nach oben gedreht werden.

Welche Marken bieten gute Erdbohrer?

Zahlreiche bekannte Marken fertigen solide Erdbohrer für Hobbygärtner. Hier einige beliebte Hersteller im Überblick:

  • Stihl
  • Fuxtec
  • Fiskars
  • Atika
  • Zipper
  • Güde
  • Scheppach
  • Dolmar
  • Husqvarna
  • Vida XL
  • Arebos
  • Jansen
  • Lumag

Wo kaufe ich einen Erdbohrer am besten?

Klassische manuelle Erdbohrer finden Sie in jedem Baumarkt – etwa OBI, toom, Bauhaus, hagebaumarkt, Hornbach oder Globus. Die größte Auswahl genießen Sie jedoch bei Amazon.

Tipps

Im Baumarkt oder auch bei Boels haben Sie die Möglichkeit, einen Erdbohrer zu mieten. Prüfen Sie, ob der Händler Ihres Vertrauens den Verleih offeriert, und vergleichen Sie die Gebühren, falls mehrere Baumärkte die Vermietung anbieten. Grundsätzlich lohnt es sich aber nur dann, einen Erdbohrer zu leihen, wenn Sie das Gerät einmalig verwenden wollen und über (zu) wenig Platz im Geräteschuppen verfügen.

Kann ich einen Erdbohrer selber bauen?

Ja, mit den richtigen Utensilien, technischem Know-how, handwerklichem Geschick und einer guten Anleitung können Sie einen Erdbohrer auch selber bauen. Dieses Video gibt Ihnen Tipps dazu:

Youtube
Text: Gartenjournal.net
Artikelbild: GrashAlex/Shutterstock

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