Eisfreihalter – Ein kleiner Kaufratgeber

Die Flora und Fauna insbesondere von kleinen Gartenteichen sind in strengen Winter gefährdet, weil durch die Eisdecke Faulgase und Kohlendioxid nicht mehr entweichen können. Außerdem gelangt kein Sauerstoff in den Teich, auf den Fische und Pflanzen aber auch in der kalten Jahreszeit zum Überleben angewiesen sind. Ein Eisfreihalter sorgt für den notwendigen Luftaustausch. Lesen Sie in unserem Ratgeber, worauf Sie bei Kauf und Anwendung einer Teichheizung achten sollten.

eisfreihalter
Ein Fischteich darf im Winter nie ganz zufrieren

Unsere Empfehlungen

Methode aktiv
Material Po­ly­sty­rol (Styropor)
Farbe weiß
Abmessungen Schwimmkörper 40 x 40 x 11 Zentimeter
Stromverbrauch 5 Watt
Maximale Tiefsttemperatur – 15 °C

Dieser Eisfreihalter aus winterfestem und hochwertigem Styropor hat besonders große Abmessungen und eignet sich deshalb auch für größere Teiche. Zusammen mit dem Eisfreihalter erhalten Sie zudem eine stufenlose regellose Belüfterpumpe, die maximal 7,2 Liter Wasser pro Minuten und einen maximalen Druck von maximal 0,012 Milliampere schafft. Zudem besitzt die Pumpe die Schutzklasse IP X4, ist also gegen allseitiges Spritzwasser geschützt. In ihren Rezensionen beschreiben Kunden die Pumpe als recht laut, gemäß Herstellerbeschreibung ist sie jedoch leiser als 40 Dezibel. Ebenfalls zum Lieferumfang gehören des Weiteren zwei Luftschläuche á zehn Metern Länge, zwei Belüfterkugeln und zwei Rückschlagventile.

Methode aktiv
Material Kunststoff
Farbe schwarz
Abmessungen Schwimmkörper 30 x 19 x 1,9 Zentimeter
Stromverbrauch 5 Watt
Maximale Tiefsttemperatur – 15 °C

Der OASE IceFree 4 Seasons lässt sich das ganze Jahr hindurch verwenden: Im Winter nutzen Sie das Gerät als Frostwächter und Eisfreihalter, im Sommer als hübsches Wasserspiel. Die zum Set gehörige Pumpe fördert wärmeres Wasser aus der Tiefe an die Oberfläche, sodass ein kleiner Bereich eisfrei bleibt und ein Luftaustausch stattfinden kann. Der Heizstab reicht 26 Zentimeter tief ins Wasser und schafft es, den Teich bis zu Minusgraden von bis zu minus 15 Grad Celsius (der Hersteller selbst gibt minus 20 Grad Celsius an) eisfrei zu halten. Im Sommer erzeugt ein Düsenaufsatz ein attraktives Wasserspiel. Der Hersteller empfiehlt die Verwendung des Geräts bei mindestens 80 Zentimeter tiefen Gartenteichen.

Methode passiv
Material Po­ly­sty­rol (Styropor)
Farbe weiß
Abmessungen Schwimmkörper 40 x 40 x 10 Zentimeter
Stromverbrauch ohne Strom
Maximale Tiefsttemperatur – 10 °C

Als Alternative zu stromfressenden Eisfreihaltern können Sie auch so genannte passiv wirksame Modelle im Gartenteich platzieren. Dieser Eisfreihalter des Herstellers Pondlife besteht aus drei Teilen, wozu der zweiteilige Schwimmkörper sowie ein Belüfterrohr gehört. Der Schwimmkörper hat einen Durchmesser von 40 Zentimetern und ist zehn Zentimeter hoch, er wird innen mit Sand, Splitt (44,95€ bei Amazon*) oder ähnlichen Materialien gefüllt. Dadurch liegt er stabiler auf der Wasseroberfläche. Das Belüfterrohr muss über der Teichoberfläche angebracht werden, damit die fauligen Gase entweichen können. In eisigen Wintern empfiehlt sich die Verwendung einer Pumpe, die für die Sauerstoffsättigung im Teich sorgt.

Kaufkriterien

Art

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten von Eisfreihaltern: aktive und passive. Aktive Eisfreihalter werden manchmal auch als Teichheizung bezeichnet, da sie über ein Heizelement verfügen und damit das Oberflächenwasser rund um das Gerät herum warm halten. Dazu benötigen sie jedoch eine Stromversorgung, wobei sich manche Modelle als regelrechte Stromfresser entpuppen. Ein passiver Eisfreihalter funktioniert ganz ohne Strom, allerdings ist er bei tiefen Temperaturen nicht immer wirksam. Deshalb sollten Sie ein solches Modell täglich kontrollieren und den Teich bei Bedarf selbst frei hacken.

Funktionen

Passive Eisfreihalter bestehen in der Regel aus einem Schwimmkörper und einem Belüftungsrohr, weitere Funktionen gibt es meist nicht. Anders sieht es bei aktiv arbeitenden Geräten aus. So genannte Frostwächter springen selbstständig ab einer Temperatur von knapp über bzw. ab dem Gefrierpunkt an und erwärmen das Wasser. Diese Modelle reichen für große Teiche aus, für kleine, seichte Teiche empfiehlt sich hingegen eine Teichheizung mit Thermostat, d. h. einer automatischen Temperaturregulation.

Materialien

Eisfreihalter – ganz gleich ob aktiv oder passiv – bestehen aus verschiedenen Materialien, die allesamt frostfest sein müssen. Der Schwimmkörper ist aus leichtem Kunststoff oder aus Styropor (Polystyrol) gefertigt und wird im Inneren zur besseren Stabilität mit Sand o. ä. befüllt. Das dazu gehörige Rohr besteht zumeist aus Edelstahl oder Titan. Achten Sie bei Pumpen darauf, dass diese im Teich versenkt werden können – Modelle, die nur an Land verwendet werden können oder nicht frostsicher sind, sind für diesen Zweck ungeeignet.

Leistung

Viele aktive Eisfreihalter erbringen eine Leistung von bis zu fünf Watt. Das ist für kleine Gartenteiche, Miniteiche und ähnliches völlig ausreichend, beheizt allerdings nicht den ganzen Teich. Stattdessen wird lediglich ein kleines Loch rund um das Gerät herum freigehalten, was für die Sauerstoffversorgung und das Ablassen von Faulgasen in der Regel auch ausreichend ist. Wer seinen Teich hingegen richtig beheizen will, sollte ein Gerät mit einer Leistung von 1000 Watt je 10.000 Liter Wasser wählen – diese allerdings brauchen sehr viel Strom und benötigen zudem einen geeigneten Stromanschluss.

Energieverbrauch

Grundsätzlich ist der Energiebedarf umso höher, je stärker die Leistung – angegeben in Watt – ist. Insbesondere für einen Koiteich sollten Sie auf ein Gerät mit hoher Leistung zurückgreifen, da die Fische bei einer Wassertemperatur von weniger als vier Grad Celsius nicht überlebensfähig sind. So mancher versucht, die Stromkosten durch die Verwendung eines mit Solarenergie funktionierenden Geräts zu senken. Beachten Sie dabei jedoch, dass die Sonneneinstrahlung im Winter oftmals nicht ausreichend ist für einen dauerhaften Betrieb.

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Häufig gestellte Fragen

Wann sollte man einen Eisfreihalter verwenden?

Eisfreihalter – vor allem die so genannten Teichheizungen – sind vor allem bei kleinen und / oder seichten Gartenteichen sinnvoll, in denen viele Pflanzen bzw. Fische leben. Bei Teichen, die tiefer als 80 Zentimeter und zudem sehr groß sind, sind die Geräte hingegen nicht immer notwendig. Hier sollten Sie jedoch auf eine Teichheizung zurückgreifen, wenn Sie Kois oder andere empfindliche Fische im Teich überwintern wollen.

Welche Arten von Eisfreihaltern gibt es?

Es gibt verschiedene Arten von Eisfreihaltern, die alle über spezifische Vor- und Nachteile verfügen:

  • passive Eisfreihalter: benötigen keine Energie, schwimmen auf der Wasseroberfläche und halten nur einen kleinen Teil des Teiches frei
  • aktiver Eisfreihalter: arbeitet mit Heizstäben, nur ein kleiner Teil bleibt eisfrei
  • elektrische Teichheizung: gesamter Teich bleibt eisfrei, hoher Strombedarf
  • solarbetriebene Teichheizung: spart Strom, ist jedoch unzuverlässig

Was kostet ein Eisfreihalter?

Wie teuer der Eisfreihalter ist, hängt von seiner Art ab: Passive Modelle sind ab 20 EUR erhältlich, aktive mit Heizstab kosten zwischen 20 und 80 EUR. Wesentlich größer ist die Preisspanne hingegen bei elektrisch und solar betriebenen Teichheizungen, die, je nach Modell und Qualität, zwischen 20 und 950 EUR kosten können.

Wo kann man Eisfreihalter kaufen?

Eisfreihalter können Sie sowohl im stationären Handel als auch im Internet kaufen. Gartenfachmärkte und Baumärkte führen diese Geräte, bieten jedoch nur wenig Auswahl. Ein größeres Angebot und bessere Vergleichsmöglichkeiten bieten Onlineshops, wobei Sie auch hier auf bekannte Anbieter wie Obi, Toom, Hagebau etc. zurückgreifen können.

Gibt es auch Alternativen zu Eisfreihaltern?

Anstatt eines Eisfreihalters können Sie auch einen Wärmetauscher verwenden, der das Wasser ebenfalls warm hält und so Frostschäden durch Rissbildung (z. B. in der Teichfolie) verhindert. Sorgen Sie sich hingegen vornehmlich um das Wohl Ihrer Teichfische, so können Sie diese auch in ein geeignetes, Winterquartier umsiedeln.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: Marek Hila/Shutterstock

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