Mit dem Dampfreiniger Unkraut vernichten – klappt das?

Nicht nur in großen Gärten kann der Kampf gegen unerwünschte Beikräuter zur Sisyphusarbeit werden. Kaum haben Sie mühsam gejätet, zeigt sich das lästige Grün auf Neue. Chemische Mittel und einige Hausmittel gegen Unkraut vernichten jedoch nicht nur die Beikräuter, sondern schädigen auch Nutz- und Zierpflanzen. Dampf hingegen wirkt umweltfreundlich und ist somit ideal, um Unkraut den Garaus zu machen.

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Unkraut verträgt kein heißes Wasser

Das Prinzip der thermischen Unkrautvernichtung?

Heißes Wasser beziehungsweise Dampf zerstörten die Zellstrukturen von Pflanzen. Damit diese aufbrechen und ihre Funktion nicht mehr erfüllen können, genügen bereits Temperaturen ab 42 Grad.

Der kondensierte Dampf sickert zudem in die Erde und beschädigt hier die Wurzeln. Dadurch können diese keine Flüssigkeit mehr aufnehmen und die Pflanze geht unweigerlich ein.

Die Vorteile der Unkrautvernichtung mit dem Dampfreiniger

Diese Art Unkraut zu entfernen bietet gegenüber anderen Hausmitteln zahlreiche Vorteile:

  • Die Methode ist chemiefrei und belastet die Umwelt kaum.
  • Es gibt keine Einschränkungen bei der Anwendung in Gewässernähe.
  • Die oberirdischen Pflanzenteile, auch die Samen, werden zerstört.
  • Die Wurzeln werden so stark geschwächt, dass die Pflanze eingeht.
  • Mit dem Dampfstrahl erreichen Sie selbst schlecht zugängliche Bereiche.

Klappt die Unkrautbekämpfung mit jedem Dampfreiniger?

Für kleinere Flächen oder einzelne Pflanzen genügt ein Hand-Dampfgerät. Damit die großflächige Unkrautvernichtung mit dem Dampfreiniger funktioniert, benötigen Sie ein Gerät mit großem Wassertank, starkem Dampfstoß und eventuell zusätzlicher Heißwasserfunktion.

Gibt es auch Nachteile?

Heißes Wasser und Dampf helfen sehr gut gegen Unkraut. Ganz ohne Minuspunkte ist allerdings auch diese Methode nicht:

  • Im ersten Jahr müssen Sie das Unkraut drei bis vier mal bedampfen. In den Folgejahren genügen meist zwei Anwendungen.
  • Empfindliche Fliesen und Pflastersteine können durch den heißen Dampf splittern oder brechen.
  • Der Wasserverbrauch bei großen Flächen ist hoch. Haushaltsübliche Geräte müssen mehrmals befüllt werden.
  • Da der Dampfstoß streut, können benachbarte Pflanzen geschädigt werden.
  • Auch für das Bodenleben ist das durch den Dampf entstehende, heiße Wasser nicht gut. Insbesondere bei großflächiger Anwendung leidet die Bodenflora.

Tipps

Bei langen Pfahlwurzeln ist die Wirkung des heißen Dampfes meist nicht ausreichend. Hier leistet ein Wurzelstecher gute Dienste, mit dem Sie die Pflanze nebst Wurzelwerk relativ einfach ausstechen können.

Text: Michaela Kaiser
Artikelbild: Ronald Rampsch/Shutterstock

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