Beerendünger – Ein kleiner Kaufratgeber

Ob Johannisbeeren, Stachelbeeren, Himbeeren oder Erdbeerpflanzen: Die schmackhaften Beeren erfreuen sich bei Groß und Klein großer Beliebtheit. Damit die Beerenpflanzen auch reichlich Früchte tragen, brauchen sie natürlich auch die richtigen Nährstoffe in der passenden Zusammensetzung. Ein spezieller Beerendünger versorgt die Sträucher mit dem optimalen Mix an Haupt- und Nebennährstoffen und verhilft Ihnen so zu einer reichen Ernte. Welche Düngemittel sich für welche Beerensorten am besten eignen und worauf Sie beim Kauf achten sollten, lesen Sie in unserem Ratgeber.

beerenduenger
Beerendünger gibt es in flüssiger und fester Form

Unsere Empfehlungen

Menge 2 Kilogramm
Düngeart organisch
Düngeform fest, Pellets
Inhaltsstoffe 50 % Schafwolle, außerdem tierische und pflanzliche Inhaltsstoffe aus der Lebensmittel-, Genuss- und Futtermittelherstellung
Langzeitwirkung ja
NPK-Zusammensetzung 6+3+5
Weitere Nährstoffe Schwefel, Magnesium und Natrium
Preis/kg ca. {PREIS/2} EUR

Der Festdünger besteht zu 100 Prozent aus organischen Inhaltsstoffen, wovon ein Anteil von 50 Prozent auf Schafwolle entfällt. Die andere Hälfte besteht aus Nebenprodukten aus der Lebens-, Genussmittel- und Futtermittelherstellung. Verwendet werden unter anderem Haar- und Fleischknochenmehl sowie pflanzliche Stoffe. Schafwolle, früher vor allem zur Herstellung von warmer Kleidung gebraucht, enthält viele wertvolle Nährstoffe und findet deshalb eine neue Verwendung als Düngerbestandteil. Das Compo Düngemittel besitzt eine fünf Monate andauernde Langzeitwirkung, sodass pro Saison lediglich eine einzige Gabe erforderlich ist. Die praktische Pelletsform erlaubt eine genaue Dosierung, zudem zersetzt sich der feste Dünger langsam über einen Zeitraum von mehreren Monaten. So wird eine Überdüngung vermieden.

Menge 1,7 Kilogramm
Düngeart fest, Granulat
Düngeform organisch-mineralisch
Inhaltsstoffe pflanzliche und tierische Stoffe aus der Lebensmittel-, Genuss- und Futtermittelherstellung wie Knochen-, Feder- und Blutmehl sowie Meeresalgen und Gesteinsmehl
Langzeitwirkung ja
NPK-Zusammensetzung 5+3+7
Weitere Nährstoffe Magnesium
Preis/kg ca. {PREIS/1,7} EUR

Auch der Naturen Bio Beerendünger (12,99€ bei Amazon*) des Herstellers Substral setzt auf rein natürliche Inhaltsstoffe, die sowohl pflanzlichen als auch tierischen Ursprungs sind und bei der Produktion von Lebens- und Futtermitteln anfallen. Des Weiteren sind Meeresalgen sowie zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit auch Gesteinsmehl,(9,33€ bei Amazon*) basierend auf dem natürlichen Mineral Zeolith, hinzugefügt. Der im Düngemittel enthaltene Stickstoff stammt so vollständig aus organischen Substanzen, was das Bodenleben fördert und damit dessen Fruchtbarkeit erhöht. Das Düngemittel besitzt eine natürliche Langzeitwirkung, die aus der langsamen Abgabe der natürlichen Nährstoffe basiert und bis zu drei Monate anhält.

Menge 250 ml
Düngeart schnell wirksames Konzentrat
Düngeform flüssig
Inhaltsstoffe k. A.
Langzeitwirkung nein
NPK-Zusammensetzung 2,5+4+6
Weitere Nährstoffe weitere Spurennährstoffe
Preis/l ca. {PREIS/0,4} EUR

Weder natürlich noch biologisch, dafür aber hochwirksam ist dieser flüssige Spezialdünger für alle heimischen und auch mediterranen Beerensorten, Obststräucher und -bäume. Das Mittel sollte nur nach Herstelleranweisung verdünnt angewendet werden und eignet sich sowohl als Wurzel- als auch Blattdünger. Die enthaltenen Nährstoffe sind für die Pflanzen sehr schnell verfügbar, zudem berichten viele Kunden, dass der Dünger auch gegen pilzliche Erkrankungen (z. B. die Kräuselkrankheit beim Pfirsich) hilft. Der Flüssigdünger ist sehr einfach mit Hilfe der Verschlusskappe zu dosieren und sollte regelmäßig angewendet werden.

Kaufkriterien

Düngeform

Fester Dünger: Feste Dünger sind als Pellets oder Granulat erhältlich und werden entweder bei der Pflanzung mit ins Pflanzloch gegeben oder einfach auf den Boden ausgestreut, sodass Sie sie anschließend leicht in die Erde einarbeiten und die Sträucher kräftig gießen. Manche Sorten lösen sich bei Kontakt mit Feuchtigkeit auf, andere zersetzen sich allmählich. Erstere bieten den Pflanzen eine sofortige Verfügbarkeit der Nährstoffe, bei der zweiten Variante handelt es sich um Langzeitdünger.

Flüssigdünger: Flüssigdünger werden in der Regel mit Wasser verdünnt und zusammen mit dem Gießwasser ausgebracht. Diese Dünger sind leicht zu dosieren und anzuwenden, zudem stehen die enthaltenen Nährstoffe den Beerensträuchern sofort zur Verfügung. Allerdings besteht stets die Gefahr einer Überdosierung, die ebenfalls negative Auswirkungen auf die Pflanzen hat.

Düngeart

Mineralischer Dünger: Bei mineralischen Düngern handelt es sich um synthetische Dünger, die in Laboren zusammengestellt werden und aus verschiedenen Salzen bestehen. Die Zusammensetzung dieser Düngemittel ist optimal auf die Bedürfnisse der Obststräucher abgestimmt, allerdings überdüngt man mit diesen Mitteln auch schneller. Zudem haben rein mineralische Düngemittel einen negativen Einfluss auf das Bodenleben und damit auf die Bodenfruchtbarkeit.

Organischer Dünger: Besser sind organische Dünger, die aus rein natürlichen Inhaltsstoffen bestehen und deshalb das Bodenleben anregen. Bei der Verwendung organischer Dünger erhöht sich mit der Zeit der Humusanteil im Boden, zudem wirken diese Düngemittel schonender und können nicht so schnell überdosiert werden. Allerdings sind die darin enthaltenen Nährstoffe nicht sofort verfügbar.

Mineralisch-organischer Dünger: Die Mischung aus den beiden oben genannten Düngearten vereint die Vorteile der mineralischen und organischen Dünger und minimiert deren Nachteile.

Inhaltsstoffe

Wer Wert auf organische Düngemittel legt, sollte folgendes bedenken: Die meisten Hersteller verwenden als Grundstoffe Neben- oder Abfallstoffe aus der Lebens-, Genuss- und Futtermittelherstellung, die sowohl tierischen als auch pflanzlichen Ursprungs sein können. Das bedeutet, es werden für die Herstellung Fleisch- und Knochenmehle, Feder- und Haarmehle sowie Blut- und Hornmehl verwendet. Daran ist grundsätzlich nichts zu beanstanden, da diese Stoffe sehr nährstoffreich sein. Wenn Sie das trotzdem nicht möchten, achten Sie beim Kauf des Düngemittels auf Bezeichnungen wie „vegetarisch“ oder „vegan“ – diese Produkte enthalten dann tatsächlich nur pflanzliche Ausgangsmaterialien.

Langzeitwirkung

Organische Düngemittel besitzen eine natürliche Langzeitwirkung, da die enthaltenen Grundstoffe sich über einen längeren Zeitraum zersetzen und die Nährstoffe somit nach und nach für die Pflanzen verwertbar werden. Langzeitdünger verhindern somit eine versehentliche Überdüngung, zudem müssen Sie Ihre Obstgehölze lediglich ein bis zwei Mal je Saison versorgen. Beerendünger ohne Langzeitwirkung müssen hingegen regelmäßig alle zwei bis vier Wochen ausgebracht werden.

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Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Beerendünger und beispielsweise Heidelbeerdünger?

Beerendünger ist in seiner Zusammensetzung speziell auf die besondere Nährstoffversorgung verschiedener Beerenarten abgestimmt und soll für eine üppige Ernte sorgen. Diese Dünger können Sie grundsätzlich für alle Beerenpflanzen verwenden. Daneben gibt es noch spezielle Dünger für Beerensorten wie Heidelbeeren, Erdbeeren etc., die rein auf die Bedürfnisse dieser Arten abgestimmt sind. Natürlich können Sie aber auch herkömmlichen Beerendünger für Erdbeeren oder Blaubeeren verwenden.

Kann man Beerendünger auch für Tomaten verwenden?

Für Tomaten sind Beerendünger hingegen nicht geeignet, da das Fruchtgemüse im Gegensatz zu den meisten mehrjährigen Beerenarten einen sehr hohen Nährstoffbedarf hat. Viele Beeren hingegen sind eher genügsam. Wählen Sie für Tomaten daher einen speziellen Tomatendünger bzw. einen NPK-Dünger, der etwa sieben Prozent Stickstoff enthält. Tomatenpflanzen brauchen diesen Nährstoff, da sie sehr schnell wachsen.

Welche Hersteller bieten Beerendünger an?

Hochwertige Beerendünger erhalten Sie von namhaften Herstellern wie etwa Compo, Substral, Cuxin, Wolf-Garten, Neudorff oder Oscorna. Auch andere Marken, beispielsweise die in Bochum ansässige GREEN24 GmbH produzieren hochwertige Düngemittel. Letztere bietet zudem perfekt abgestimmte Spezialdünger für einzelne Beerensorten an. So findet sich im Produktportfolio neben Erdbeerpflanzen- und Heidebeer-Dünger auch Weinreben-Dünger sowie Spezialdünger für Kiwi, Feigen oder Ananas.

Wo kann man Beerendünger kaufen?

Beerendünger können Sie sowohl im Internet als auch im stationären Handel käuflich erwerben. Allerdings sind im Bau- oder Gartenfachhandel nicht alle Hersteller und Sorten erhältlich, insbesondere spezielle Düngermarken müssen auch dort extra bestellt werden. Die Auswahl im Internet ist wesentlich größer, zudem können Sie direkt Preise vergleichen.

Wie wendet man Beerendünger richtig an?

Beerensträucher und andere Beerenpflanzen sollten Sie vor dem Beginn der Blüte düngen, was je nach Art und Sorte einem Anwendungszeitraum zwischen März und Mai entspricht. Frühblühende Sorten sollten bereits im März versorgt werden, während die Düngung von spätblühenden zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt. Die weitere Häufigkeit der Düngung hängt davon ab, ob das Düngemittel eine Langzeitwirkung besitzt oder nicht, ob die Obststräucher im Garten ausgepflanzt sind oder in einem Kübel kultiviert werden und wie sich der Boden zusammensetzt.

Kann man Beerensträucher auch mit Blaukorn düngen?

Blaukorn ist ein universell einsetzbarer, synthetischer Dünger, der sich bei vielen Gartenfreunden großer Beliebtheit erfreut. Allerdings ist er aufgrund seines hohen Stickstoffgehalts für Beerenpflanzen nicht geeignet und sollte nur für starkzehrende Pflanzen verwendet werden.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: photowind/Shutterstock

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