Anzuchttöpfe – Ein kleiner Kaufratgeber

Sommerblumen, Gemüse und Salat - im Frühjahr ziehen viele Gärtner ihre Pflanzen am liebsten selbst vor. Damit dies gelingt, braucht man nicht nur Saatgut und Anzuchterde von guter Qualität, sondern auch Anzuchttöpfe. Sie suchen nach den besten Anzuchttöpfen für Ihre Pflänzchen? In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Modelle empfehlenswert sind und worauf Sie beim Kauf achten sollten.

anzuchttoepfe
Wer daheim vorzieht, kann eher ernten

Unsere Empfehlungen

Material Polypropylen
Form viereckig
Gelochter Boden ja
Anzahl 30 Stück
Größe 9 x 9 x 10 cm
Preis / Stück ca. {PREIS/100} EUR

Klassischerweise sind Anzuchttöpfe (13,90€ bei Amazon*) rund – diese nicht und das ist ihr Vorteil, denn viereckige Pflanztöpfe lassen sich platzsparender aufstellen. So nutzen Sie den vorhandenen Platz auf den Anzuchtwannen perfekt aus und können so noch mehr Pflanzen für den (Balkon-)Garten vorziehen. Diese Töpfchen sind jedoch auch in runder Form mit unterschiedlichen Durchmessern erhältlich, falls Ihnen dies besser gefällt. Auch können Sie weitere Größen und Mengen erwerben – schließlich braucht man für den kleinen Garten bzw. den Balkon nicht unbedingt 100 Pflanzen. Sie können die Töpfchen viele Jahre lang verwenden und verstauen sie nach Gebrauch einfach ineinander gestapelt in den Keller. Staunässe kann sich übrigens nur schwer bilden, da überschüssiges Wasser durch die Löcher am Boden schnell abfließen kann.

Material recycelter Kunststoff
Form rund
Gelochter Boden ja
Anzahl 10 Stück
Größe 7 x 7,5 x 7,5 cm
Preis / Stück ca. {PREIS/10} EUR

Wenn Ihnen der Schutz von Umwelt und Ressourcen am Herzen liegt, Sie jedoch nicht auf die Vorteile von Kunststoff-Anzuchttöpfen verzichten wollen, ist dieses Produkt genau die richtige Wahl. Die Pflanztöpfe von Elho Green Basics bestehen aus recyceltem Kunststoff, sodass für ihre Herstellung keine Rohstoffe verbraucht wurden. Zudem lassen sie sich viele Jahre lang verwenden, da das Material sehr robust und langlebig ist. Gemäß den Herstellerangaben ist der Kunststoff sowohl UV-beständig, d. h. er weicht selbst dann nicht auf, wenn er längere Zeit der Sonne ausgesetzt ist. Amazon-Kunden zeigen sich mit diesem Produkt sehr zufrieden, zumal die am Boden befindlichen Löcher nicht zu groß seien. Die eingefüllte Anzuchterde bleibt problemlos im Gefäß, lediglich überschüssiges Wasser fließt ab.

Material bis zu 85 % Zellulose sowie zerkleinerte Agrarrohstoffe und gemahlener Kalk, 100 % torffrei
Form rund
Gelochter Boden nein
Anzahl 48 Stück
Größe Durchmesser 8 cm, Höhe 9 cm
Preis / Stück ca. {PREIS/48} EUR

In puncto Umweltfreundlichkeit stehen Anzuchttöpfe aus biologisch abbaubaren Materialien natürlich besser da als Kunststoff-Produkte. Diese Töpfchen von Dehner bestehen bis zu 85 Prozent aus Zellulose, d. h. aus zerkleinertem Holz. Weitere Grundstoffe sind Agrarrohstoffe (beispielsweise Maisfasern und ähnliches) sowie reiner Kalk ohne weitere Zusätze. Der Vorteil dieser Anzuchttöpfe besteht darin, dass Sie zu groß gewordene Sämlinge und Stecklinge nicht umtopfen müssen, sondern sie einfach mitsamt ihrem Töpfchen in die Erde pflanzen. Das Material löst sich von allein auf und liefern gleich noch ein paar zusätzliche Nährstoffe. Nachteil ist jedoch, dass biologisches Material schnell schimmeln kann. Gehen Sie also nicht allzu verschwenderisch mit Wasser um, zumal die Töpfchen Feuchtigkeit aufsaugen wie ein Schwamm und dann an Form verlieren.

Kaufkriterien

Material

Anzuchttöpfe bestehen entweder aus wiederverwendbarem Kunststoff oder aus biologisch abbaubaren Materialien wie Zellulose, Kokosfasern oder auch Torf. Letztere haben den Vorteil, dass Sie die herangezogenen Pflänzchen nicht extra umtopfen müssen, sondern sie mitsamt ihrem Töpfchen einpflanzen. Diese verrotten im Boden und sie ersparen ihren Pflanzen den Umpflanzschock. Allerdings haben natürliche Materialien auch den Nachteil, dass sie bei Feuchtigkeit schnell schimmeln. Kunststoff-Töpfchen schimmeln naturgemäß nicht, halten aber viele Jahre lang. Lediglich ihre Entsorgung könnte, wie bei allen Plastik-Produkten, aufgrund des Nichtverrottens ein Problem darstellen. Anzuchttöpfe aus recyceltem Kunststoff verbrauchen hingegen keine neuen Ressourcen und haben daher eine bessere Umweltbilanz.

Form

Klassischerweise sind Anzuchttöpfe rund. Praktischer, weil platzsparender, sind allerdings die eckigen Varianten. Von diesen können Sie auf den Anzuchtwannen viel mehr nebeneinander stellen und damit auch mehr Pflanzen ziehen.

Größe

Anzuchttöpfe sind klein, schließlich dienen sie lediglich der Anzucht von Stecklingen und Sämlingen und nicht als dauerhafte Pflanzmöglichkeit. Sobald Stecklinge bewurzelt sind und erste Jungtriebe ausbilden, sollten Sie sie in einen größeren Topf umpflanzen. Dasselbe gilt für Keimlinge, die optimalerweise nach der Ausbildung des ersten richtigen Blattpaars (nach den zuerst erscheinenden Keimblättern) umgetopft werden. Allerdings sind auch Anzuchttöpfe in unterschiedlichen Größen erhältlich, denn die optimale Größe bemisst sich nach der Pflanzenart.

  • Stecklinge: benötigen von Anfang an größere Töpfe
  • schnell wachsende Pflanzen (z. B. Tomaten, Zucchini, Gurken): ebenfalls größere Anzuchttöpfe
  • Tiefwurzler: sollten eher in hohe statt weite Anzuchttöpfe gesetzt werden
  • Flachwurzler: brauchen weite statt hohe Töpfe

Gelochter Boden

Ein gelochter Boden ist für Anzuchttöpfe ebenso von Vorteil wie für andere Pflanzgefäße auch, denn überschüssiges Gießwasser muss ungehindert abfließen können. Anderenfalls bildet sich schnell Staunässe, die für die Jungpflanzen tödlich endet und vor allem bei Anzuchttöpfen aus natürlichen Materialien schnell zu einem Schimmelbefall führt. Selbst wenn diese nicht schimmeln, stattdessen aber kleine Pilze neben den Sämlingen aus der Erde wachsen, ist die Erde zu nass. Anzuchttöpfchen aus Torf oder Zellulose saugen zudem sehr viel Feuchtigkeit auf, sodass man schnell versucht ist, noch mehr zu gießen. Sie können dieses Problem etwas reduzieren, indem Sie auch diese Töpfe am Boden mit Abflusslöchern versehen.

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Häufig gestellte Fragen

Warum sollte man Anzuchttöpfe aus Zellulose denen aus Torf vorziehen?

Blumenerde und auch Anzuchttöpfe aus Torf sollten Sie möglichst meiden, da dieses Material mittlerweile sehr in Verruf geraten ist. Für den Torfabbau werden großflächig Moore trockengelegt und damit einzigartige Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten unwiederbringlich zerstört – und das, obwohl es viele ebenso gute Alternativen gibt. Des Weiteren sind Moore wertvoll für den Klimaschutz, da in ihnen CO2 gespeichert wird – was wiederum mit dem Torfabbau wieder freigesetzt wird. Auch Kokos ist als Material problematisch, da dieser Grundstoff bei uns nicht wächst und daher über tausende Kilometer Entfernung erst eingeflogen werden muss.

Wo stelle ich die Anzuchttöpfe eigentlich drauf?

Anzuchttöpfe sind so geformt, dass sie perfekt in spezielle Anzuchtwannen passen. Diese können Sie solo oder auch in Form eines Zimmergewächshauses nutzen, wobei letzteres für die Pflanzenanzucht die bessere Wahl ist. Wärme und eine hohe Luftfeuchtigkeit ist für das Keimen des Saatguts sowie für die Bewurzelung von Keimlingen und Stecklingen von Vorteil. Nur wenn Sie lediglich wenige Pflänzchen ziehen wollen und dafür nur einige Anzuchttöpfe brauchen, können Sie sie auch auf einzelne Untersetzer stellen. Allerdings gibt es diese nicht serienmäßig dazuzukaufen.

Was fülle ich in die Anzuchttöpfe ein? Kann ich Quelltabletten nehmen?

Perfekt für die Pflanzenanzucht ist spezielle, nährstoffarme Anzuchterde, die Sie in die Anzuchttöpfe einfüllen können. Natürlich können Sie auch Quelltabletten einlegen, die zumeist aus gepressten Kokosfasern bestehen und nach dem Anfeuchten aufquellen. Da Quelltabletten rund sind, sollten Sie bei deren Verwendung ebenfalls runde Anzuchttöpfe passender Größe nehmen.

Wie verwende ich die Anzuchttöpfe richtig?

Der Umgang mit den Anzuchttöpfen ist ganz einfach: Stellen Sie die einzelnen Töpfchen dicht an dicht auf die Anzuchtwanne und füllen Sie anschließend die Anzuchterde ein. Legen Sie nun in jedes Töpfchen – je nach Größe – ein bis drei Samenkörner, die entweder nur leicht mit Erde bedeckt werden (Lichtkeimer) oder etwa einen halben bis einen Zentimeter tief hineingesteckt werden müssen (Dunkelkeimer). Befeuchten Sie das Substrat nun mit einer Sprühflasche und bedecken Sie es mit einer Haube oder Klarsichtfolie. Nun noch feucht halten und regelmäßig lüften – je nach Pflanzenart zeigen sich die ersten grünen Spitzen nach wenigen Tagen bis Wochen.

Woher weiß ich, wann es Zeit zum Umtopfen ist?

Nach dem Keimen entwickeln Jungpflanzen zunächst zwei Keimblätter, bei denen es sich jedoch noch nicht um „richtige“ Blätter handelt. Erst wenn das erste Blattpaar sich entwickelt hat und die Pflanze kräftig zu wachsen beginnt, ist es Zeit zum Umtopfen. Jetzt braucht die junge Pflanze einen größeren Topf und nährstoffreichere Erde.

Zubehör

Anzucht- oder Aussaaterde

Damit die Anzucht von Sämlingen und Stecklingen gelingt, sollten Sie spezielle Anzucht- bzw. Aussaaterde verwenden. Diese ist nährstoffarm, um das Wurzelwachstum anzuregen, zudem locker und gut wasserdurchlässig.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: Stanislav71/Shutterstock

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