Anzuchtschalen – Ein kleiner Kaufratgeber

Tomaten, Gurken, Paprika und vieles mehr - worum sollten Sie Gemüsepflanzen kaufen, wenn Sie sie auch selbst ziehen können? Das gelingt leichter als gedacht, wenn man weiß wie es geht und das passende Zubehör zu Hause hat. So genannte Anzuchtschalen sind ideal für das Vorziehen und die Aussaat vieler Gartenpflanzen, zudem können Sie sie auch für die Stecklingsvermehrung verwenden. Was Anzuchtschalen sind und weshalb sie Ihnen die Pflanzenzucht erleichtern, erklären wir Ihnen in diesem Ratgeber. Zusätzlich gibt es noch Empfehlungen für geeignete Produkte.

anzuchtschalen
Anzuchtschalen aus Kunststoff sind praktisch, aber nicht besonders umweltfreundlich

Unsere Empfehlungen

Material Polypropylen / BPA-frei
Größe 60 x 40 x 6 Zentimeter
Innenmaß 55 x 35 Zentimeter
Ausformungen / Pflanzlöcher nein
Abdeckhaube nein
Besonderheiten 5er Pack, keine Drainage

Wer sein Gemüse und auch andere Pflanzen selbst zieht, profitiert von diesem 5er Pack stabiler Anzuchtschalen, die sich sowohl für die Aussaat, zum Pikieren als auch für die Stecklingsvermehrung eignen. Die eckigen Schalen sind innen an der Längsseite 55 Zentimeter lang und messen an der schmalen 35 Zentimeter. Aussparungen für Anzuchttöpfe sind nicht vorhanden, sodass Sie sie für verschiedene Zwecke benutzen können – natürlich können Sie trotzdem Anzuchtgefäße hineinstellen oder auch die Anzuchterde direkt einfüllen. Das Produkt besteht aus dem Kunststoff Polypropylen, der besonders robust ist und auch schwere Töpfe aushält. Zudem ist das Material BPA-frei. BPA bzw. Bisphenol A ist ein in Kunststoffen enthaltener Weichmacher, der als krebserregend gilt.

Material Polypropylen
Größe 11,5 x 55,5 x 29 Zentimeter
Innenmaß 55,5 x 29 Zentimeter
Ausformungen / Pflanzlöcher extra Anzuchtplatte mit 50 Fächern
Abdeckhaube ja
Besonderheiten 3teiliges Set aus Pflanzwanne, Pflanzplatte und Haube

Das Mini-Zimmergewächshaus von Relaxdays besteht aus einer Anzuchtschale, einer extra Topfplatte mit 50 Vertiefungen und einer durchsichtigen Kunststoffhaube. Das Produkt lässt sich sowohl für das Vortreiben von Saatgut als auch zum Pikieren und für die Bewurzelung von Stecklingen vielseitig verwenden. Mit seinen Maßen von 55,5 Zentimetern Länge, 29 Zentimetern Breite und 11,5 Zentimetern Höhe passt das platzsparende Mini-Gewächshaus auf jede Fensterbank und ist daher ideal für die Zimmeranzucht. Lediglich schwere Töpfe lassen sich nicht hineinstellen, da das Material recht dünn ist – das aber kann bei diesem günstigen Preis nicht weiter verwundern.

Material Kunststoff
Größe 51,5 x 33,5 Zentimeter
Innenmaß k. A.
Ausformungen / Pflanzlöcher ja, extra Topfplatte mit 54 Pflanzlöchern
Abdeckhaube nein
Besonderheiten inkl. passenden Untersetzer

Sehr stabil und robust, dafür aber ohne Abdeckhaube – diese kann bei Bedarf separat erworben werden – ist diese Anzuchtplatte, die zudem gleich mit der passenden Unterschale geliefert wird. Die Anzuchtplatte besteht aus 54 runden, leicht konischen Pflanzlöchern von fünf Zentimetern Höhe und 5,5 Zentimetern Durchmesser – ideal für die Anzucht von Gemüsesamen sowie zur Bewurzelung von Stecklingen. Damit die Jungpflanzen nicht in der Staunässe stehen, befinden sich am Boden zudem große Löcher und Abstandsnoppen – das überschüssige Wasser läuft einfach in den darunter stehenden Untersetzer ab, der die Nässe in seinen integrierten Wasserrinnen ableitet. Ein rundherum gelungenes Produkt für die einfache Pflanzenanzucht zu Hause.

Kaufkriterien

Material

Kunststoff: Anzuchtschalen bestehen in der Regel aus Kunststoff. Plastikwannen haben den Vorteil, dass sie robust und widerstandsfähig gegen Feuchtigkeit. Zudem halten die künstlichen Materialien die Wärme besser, was wiederum den empfindlichen Sämlingen und Jungpflanzen zu Gute kommt.

Glas: Optisch wesentlich attraktiver als eine Pflanzplatte aus Kunststoff wirkt natürlich ein Modell aus Glas, welches häufig in einen Rahmen aus Holz oder Metall eingebettet ist. Diese Anzuchtschalen sind preislich erheblich teurer und bieten – mit Ausnahme der Optik und gegebenenfalls der Ökobilanz – für die Pflanzen keine weiteren Vorteile.

Holz: Von Anzuchtschalen aus Holz raten wir Ihnen ausdrücklich ab, da das Material wenig feuchtigkeitsresistent ist und zudem Wärme weniger gut speichert.

Materialstärke und -qualität

Anzuchtschalen gibt es in sehr unterschiedlichen Qualitäten. Achten Sie darauf, dass die Plastik-Komponenten nicht zu dünn sind – dann nämlich fehlt es an Stabilität und das Material kann schnell reißen. Polyprophylen (PP) eignet sich am besten, wenn es dick genug ist.

Maße und Anzahl

Wie groß die Anzuchtschalen sein sollen bzw. dürfen, hängt wesentlich vom vorhandenen Platz ab. Wenn die Schale auf der Fensterbank platziert werden soll, darf sie natürlich nicht wesentlich größer bzw. breiter sein – die Kante überragende Flächen sorgen für Instabilität, sodass die Schale mitsamt den Pflänzchen abstürzt. Wenn Sie die Saatschalen hingegen ins Gewächshaus oder ins Frühbeet stellen, dürfen sie natürlich auch größer sein. Sofern Sie viele Pflanzen ziehen wollen, können Sie die Anzuchtschalen in Mehrfachpacks günstiger erwerben.

Extra Pflanzplatte oder nicht?

Die klassische Anzuchtschale besteht einfach aus einer flachen Schale, in die Sie entweder die Aussaaterde direkt hineingeben oder aber separat zu erwerbende Pflanztöpfchen (z. B. aus Zellulose) hineinstellen. Diese haben den Vorteil, dass Sie selbst – in Abhängigkeit von der Größe der Anzuchtplatte – die Menge und Größe der Pflanztöpfe bestimmen können. Praktisch sind allerdings auch die Anzuchtkästen, die aus einem separaten Topfkasten und einem Untersetzer bestehen. Andere Anzuchtschalen haben lediglich Aussparungen, in die sich die Pflanztöpfe besser hineinstellen lassen.

Drainage

Wenn Sie sich für ein mehrteiliges Set mit Untersetzer entscheiden, so sollte die Topfplatte idealerweise eine Drainage in Form von Bodenlöchern aufweisen. So kann überschüssiges Wasser in den Untersetzer laufen und Staunässe – für empfindliche Sämlinge und Jungpflanzen besonders gefährlich – wird effektiv verhindert.

Abdeckhaube

Eine durchsichtige, d. h. lichtdurchlässige, Abdeckhaube ist bei der Anzucht von Stecklingen und aus Samen wichtig, Sie hält die fürs Keimen und für das Wachstum wichtige Wärme im Inneren, ebenso sorgt sie für „gespannte Luft“. Das wiederum bedeutet, dass die Luftfeuchtigkeit im Inneren eines solchen Mini-Gewächshauses hoch gehalten wird und für ideale Wachstumsbedingungen sorgt. Abdeckhauben sollten unbedingt über eine Möglichkeit zur Belüftung verfügen, da ohne regelmäßiges Lüften ein Schimmelbefall droht.

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Häufig gestellte Fragen

Welche Erde verwendet man zum Vorziehen und Aussäen?

Für die Aussaat, aber auch für die Bewurzelung von Stecklingen und zum Pikieren hat sich eine lockere, nährstoffarme Erde bewährt. Verwenden Sie möglichst Aussaat- oder Kräutererde, da diese hinsichtlich ihrer Zusammensetzung, Struktur und ihres Nährstoffgehalts ideal für Sämlinge und Jungpflanzen sind. Das Substrat darf nicht vorgedüngt sein.

Welche Anzuchttöpfe eignen sich besonders gut?

Klassische Anzuchttöpfe bestehen aus Zellulose, einem natürlichen und kompostierbaren Material, in dem Sie die Pflanzen belassen können und das nach einiger Zeit verrottet. Sie haben allerdings den Nachteil, dass sie viel Wasser aufsaugen und schnell schimmeln können. In dieser Hinsicht weniger problematisch und außerdem mehrfach verwendbar sind Anzuchttöpfe aus Kunststoff. Des Weiteren können Sie aus Zeitungspapier selbst welche falten.

Was sind Quelltabletten?

Anstelle eines Anzuchttopfes können Sie auch Quelltabletten in die Anzuchtschalen hineinlegen. Dabei handelt es sich um runde, flache Pressballen aus Kokosfasern, die vor der Anwendung mit warmem Wasser übergossen werden. Anschließend quellen sie zu einem Vielfachen ihrer ursprünglichen Größe auf, behalten aber ihre Form und ersetzen so Anzuchtstopf plus Anzuchterde. Sie eignen sich besonders gut für Anzuchtschalen mit flachen Aussparungen auf dem Boden.

Zubehör

Anzuchttöpfchen

Anzuchttöpfe aus Zellulose sind biologisch abbaubar und können daher später mit den Pflanzen ins Beet oder in den endgültigen Pflanztopf umgesetzt werden. Dort verrotten sie in der Erde und liefern so gleich noch ein paar Nährstoffe für die Pflanzen. Achten Sie aus ökologischen Gründen darauf, keine Töpfchen aus Torf zu kaufen.

Quelltabletten

Quelltabletten bestehen aus gepresster Kokoserde und sind von einem Vlies umgeben. Dieses sorgt dafür, dass sie auch nach dem Aufquellen ihre Form behalten. Das Quellen dauert nur wenige Minuten, danach ist das Substrat sofort bepflanzbar. Zudem ist das Material kompostierbar und kann daher später mit ins Beet oder in das Pflanzgefäß eingepflanzt werden.

Aussaaterde

Aussaat- oder Anzuchterde erfüllt die Bedürfnisse von Sämlingen, Setzlingen und Stecklingen perfekt: Sie besitzt eine lockere, gut durchlässige Struktur, sodass Staunässe gar keine Chance hat und die Jungpflanzen sie leicht durchwurzeln können. Außerdem ist die Spezialerde genau richtig für die meisten Kräuter, da auch diese einen eher geringen Nährstoffbedarf haben.

Text: Ines Jachomowski

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