Anzuchtkasten – Ein kleiner Kaufratgeber

Tomaten, Gurken, Paprika oder auch Brokkoli, Blumenkohl sowie Zierpflanzen wie Sommerblumen und Kakteen - viele Gärtner ziehen sich ihre Pflanzen am liebsten selbst heran. Dabei leistet ein Anzuchtkasten - auch als Zimmergewächshaus bezeichnet - gute Dienste. Welche Modelle empfehlenswert sind und was Sie bei der Pflanzenanzucht im Anzuchtkasten beachten sollten, erfahren Sie bei der Lektüre unseres Ratgebers.

anzuchtkasten
Anzuchtkästen sind ideal, um Gemüse vorzuziehen

Unsere Empfehlungen

Material Kunststoff
Größe 38 x 24 x 18 cm
Belüftung im Deckel integriert
Heizung nein
Umfang der Lieferung Anzuchtschale, durchsichtiger Deckel, herausnehmbare Pflanzschale mit 24 Pflanzmöglichkeiten

Ideal für die Anzucht von Nutz- und Zierpflanzen auf der Fensterbank oder auf dem Balkon ist dieser kompakte Anzuchtkasten mit Pflanzschale und Haube. Die untere Schale ist etwa 6,5 Zentimeter hoch, der durchsichtige Deckel ca. 11,5 Zentimeter. Die Länge beträgt 38 Zentimeter, die Breite 24 Zentimeter. Somit passt dieses Mini-Gewächshaus fast überall hin und Sie können Ihre Balkonpflanzen auch in einer kleinen Wohnung selbst heranziehen. Dazu müssen Sie nicht einmal Anzuchttöpfe (20,89€ bei Amazon*) kaufen, denn eine Pflanzschale mit 24 Vertiefungen ist bereits vorhanden. Diese befüllen Sie einfach mit Erde, stecken die Samen oder Stecklinge hinein und schon kann es losgehen. Der Deckel verfügt über eine Möglichkeit zur Belüftung, damit die Luftfeuchtigkeit nicht allzu sehr ansteigt.

Material Kunststoff
Größe 53 x 31 x 15 cm
Belüftung integrierte Belüftung in der Haube
Heizung nein
Umfang der Lieferung Anzuchtwanne mit automatischer Bewässerung, Topfplatte, durchsichtige Haube

Bei der Anzucht von Jungpflanzen ist die regelmäßige Bewässerung immens wichtig, da die Pflänzchen sowohl auf Trockenheit als auch auf übermäßige Nässe sehr empfindlich reagieren. Eine automatische Bewässerung, wie bei diesem Modell, kann daher von Vorteil sein. Die Pflänzchen werden gleichmäßig mit Feuchtigkeit versorgt sobald die Erde trocken zu werden droht. Das Kapillarsystem macht es möglich. Der Anzuchtkasten besteht aus einer Wasserwanne plus Bewässerungsmatte, in der sich stets Wasser befinden sollte. Darauf steht die Topfplatte mit wahlweise 24, 144, 240 oder sogar 576 Anzuchttöpfen. Die Nutzhöhe unter der Abdeckhaube beträgt ca. fünf bis sieben Zentimeter. Achten Sie darauf, die Kapillar-Matte nach Benutzung gründlich zu säubern und zu trocknen. Einige Amazon-Kunden berichteten, dass die Bewässerungsschicht nach einiger Zeit schimmelt und das Gewächshaus daher nicht mehr benutzbar sei

Material Kunststoff
Größe 76 x 19 x 15 cm (gesamt), pro Schale 16 x 9,5 x 12 cm
Belüftung im Deckel integriert
Heizung ja, Leistung 13 Watt
Umfang der Lieferung Heizplatte zum Anschließen an die Steckdose plus 7 kleine Saatschalen mit Abdeckhauben

Für viele Pflanzen – insbesondere für exotische Gewächse sowie für manche Nutzpflanzen wie beispielsweise Tomaten, Paprika und Chili – ist eine konstante Temperatur ebenso wichtig wie die gleichmäßige Versorgung mit Wasser. Dieses beheizbare Mini-Gewächshaus passt auf jede Fensterbank und wird einfach an eine Steckdose angeschlossen. Die Pflänzchen wachsen in sieben kleinen Saatschalen, sodass Sie verschiedene Pflanzenarten vorziehen können ohne dabei durcheinander zu kommen. Allerdings ist gemäß Kundenberichten die Temperatur nicht regelbar, sondern liegt etwa acht Grad über der Umgebungstemperatur. Sie können jedoch mit der Wahl des richtigen Standorts – etwa direkt hinter einem sonnigen Fenster – das Kleinklima direkt beeinflussen.

Kaufkriterien

Größe und Höhe der Abdeckung

Wie lang, breit und hoch der Anzuchtkasten sein soll, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Aufstellort: Fensterbrett, Wintergarten oder ins große Gewächshaus?
  • Anzahl der Pflanzen: wenige Pflanzen für den Balkon oder viele für den Selbstversorgergarten?

Fürs Fensterbrett sollte ein Zimmergewächshaus entsprechend schmale Maße aufweisen, damit es dort stabil bleibt und nicht etwa übersteht und durch falsche Belastung zu kippen droht. Wenn Sie dagegen für den Gemüsegarten viele Pflanzen vorziehen wollen, reicht die Fensterbank natürlich nicht aus. In diesem Fall empfehlen wir größere Anzuchtkästen, die, je nach Anbieter, mehrere Dutzend bis Hunderte Sämlinge enthalten können. Achten Sie zudem auf eine ausreichende Höhe der Abdeckhaube. Diese sollte mindestens um die zehn Zentimeter hoch sein, damit die Pflänzchen darunter ausreichend Platz zum Wachsen haben.

Abdeckhaube und Belüftung

Zu einem Zimmergewächshaus gehört in der Regel auch eine durchsichtige Abdeckhaube, um unter diese die hohe Luftfeuchtigkeit (der Profi spricht von „gespannter Luft“) herzustellen. Manchmal werden auch nur die Pflanzschalen bzw. -wannen ohne Haube angeboten. Achten Sie darauf, dass es bei vorhandenen Abdeckhauben eine integrierte Belüftungsmöglichkeit gibt, da es sonst schnell zu Schimmelbefall kommen kann. In der Regel genügt diese Belüftung jedoch nicht, sodass Sie den Deckel ohnehin täglich für ein bis zwei Stunden öffnen sollten.

Bewässerungsmöglichkeit

Wenn Sie sehr viele Pflanzen vorziehen oder zu den Menschen gehören, die häufig unterwegs sind bzw. das Gießen vergessen, dann ist ein Anzuchtkasten mit einer automatischen Bewässerung eine sinnvolle Anschaffung. Dieser funktioniert in der Regel nicht über eine Wasserleitung, sondern über ein Kapillarsystem. Unter den Pflanztöpfen befindet sich eine Wasserwanne plus Kapillarmatte, die Wasser enthalten. Wird die Erde in den Anzuchttöpfen trocken, fließt automatisch Feuchtigkeit hinein bis sie gesättigt ist. Auf diese Weise werden die Jungpflanzen gleichmäßig versorgt.

Heizung

Manche Pflanzen sind dringend auf eine konstante Temperatur angewiesen. Wollen Sie also Exoten, manche Kakteenarten oder empfindliche Gemüse wie beispielsweise Chilis ziehen, ist ein beheizbarer Anzuchtkasten sinnvoll. Doch Vorsicht: Manche Modelle sind so aufgebaut, dass Sie die Pflanzen zur Bewässerung herausnehmen müssen. Das ist wenig praktikabel, sodass Sie besser Varianten mit Heizplatte den Vorzug geben. Praktisch sind auch Modelle mit einer regelbaren Heizung, sodass Sie die gewünschte Temperatur einstellen können. Dies ist nicht bei allen beheizbaren Zimmergewächshäusern möglich.

Zubehör und Sets

Nun ist es allein mit einem Zimmergewächshaus nicht getan, denn zusätzlich zu diesem benötigen Sie – je nach Modell – auch Anzuchttöpfe und Aussaaterde. Zudem können Sie auch spezielle Heizmatten extra kaufen und Ihren Anzuchtkasten auf einer solchen platzieren. Wer nicht alles extra kaufen möchte, kann fertig zusammengestellte Sets erwerben und hat mit diesen gleich alle benötigten Bestandteile beisammen, um sofort mit der Aussaat zu beginnen.

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Häufig gestellte Fragen

Wozu brauche ich einen Anzuchtkasten?

Grundsätzlich können Sie viele Nutz- und Zierpflanzen auch ganz ohne Anzuchtkasten vorziehen. Allerdings wachsen derart behütet gezogene Pflanzen schneller und bewurzeln sich auch besser, da das Kleinklima in einem solchen Mini-Gewächshaus bessere Wachstumsbedingungen bietet. Die Luftfeuchtigkeit ist höher, auch die Temperatur ist wärmer.

Wo stelle ich den Anzuchtkasten am besten auf?

Pflanzen brauchen Licht zum Wachsen, weshalb Sie den Anzuchtkasten an einen möglichst hellen Standort platzieren sollen. Doch Vorsicht: Direktes Sonnenlicht, insbesondere über die Mittagsstunden, heizt das Mini-Gewächshaus stark auf. Das wiederum behagt den Pflänzchen nicht, weshalb Sie etwa die nach Süden ausgerichtete Fensterbank eher meiden oder zumindest über die kritischen Stunden beschatten sollten. An dunklen Standorten aufgestellte Anzuchtkästen können Sie hingegen mit eigens installierten Pflanzenlampen zur optimalen Helligkeit verhelfen.

Wie oft sollte man lüften, damit die Pflanzen nicht schimmeln?

Tägliches Lüften verhindert ein Schimmeln der Pflanzerde sowie der Pflanzen. Lassen Sie die Abdeckhaube jeden Tag für ein bis zwei Stunden offen stehen. Übrigens genügt es nicht, ausschließlich mit in den Deckeln integrierten Belüftungsschlitzen zu lüften. Sobald die Keimlinge zu wachsen beginnen, verlängern Sie die Belüftungsdauer allmählich – so gewöhnen sich Ihre Pflanzen an eine „normale“ Umgebung.

Wie viel sollte man gießen? Woher weiß ich, wann es zu viel ist?

Ein durchdringendes Gießen ist im Anzuchtkasten nicht notwendig und auch nicht sinnvoll, da dies zur Entwicklung von Schimmel beiträgt. Halten Sie die Erde am besten nur mit einer Sprühflasche feucht. Das Substrat darf nicht nass sein! Überschüssiges Wasser ist aus der Schale sofort zu entfernen. Kondenswasser an der Innenseite der Abdeckhaube ist normal, es sollte nur nicht in großen Tropfen herunterrinnen.

Gibt es auch Anzuchtkästen, die nicht aus Kunststoff bestehen?

Tatsächlich gibt es auch (selbst gebaute) Anzuchtkästen, die aus Holz und / oder Glas gefertigt sind. Manche dieser Modelle bestehen aus einem hölzernen oder metallenen Rahmen, in den Glasscheiben eingefasst sind. Achten Sie darauf, dass diese über einen Decken verfügen, der sich öffnen und gegebenenfalls arretieren lässt.

Zubehör

Anzuchttöpfe

Viele Anzuchtkästen werden ohne Pflanztöpfe geliefert, sodass Sie diese zusätzlich erwerben müssen. Dabei haben Sie die Wahl zwischen ganz verschiedenen Modellen aus Kunststoff oder auch biologisch abbaubaren Materialien und unterschiedlichen Größen. Achten Sie jedoch darauf, dass die gewünschten Töpfe auch in Ihr Zimmergewächshaus hineinpassen.

Text: Ines Jachomowski

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