Anlehnhaus – Ein kleiner Kaufratgeber

Sie wünschen sich ein Gewächshaus oder einen Gartenschuppen, haben aber keinen Platz dafür? In diesem Fall kann ein Anlehnhaus eine sinnvolle Lösung sein, denn dieses ermöglicht das platzsparende Errichten von Schuppen oder Gewächshaus, einfach, indem es direkt an eine bestehende Hauswand angebaut wird. Lesen Sie, welche Typen von Anlehnhäusern es gibt und worauf Sie beim Kauf achten sollten.

anlehnhaus
Anlehnhäuser sind platz- und materialsparend

Unsere Empfehlungen

Maße 192 x 128 x 202 Zentimeter
Grundfläche ca. 2,39 Quadratmeter
Raumvolumen ca. 4,09 Kubikmeter
Material Polykarbonat (PC), eloxiertes Aluminium
Eingang Schiebetür, 60 x 156 Zentimeter
Gewicht 15 Kilogramm

Dieses stabile Anlehngewächshaus des Herstellers tectake kann sowohl an die Hauswand als auch an einen Gartenschuppen oder die Gartenmauer angestellt werden. Es ermöglicht das Ziehen von Tomaten, Gurken und Co. selbst in kleinen Gärten oder bei wenig Platz. Auch für die Terrasse ist das Modell geeignet, sofern es sich dort sicher verankern lässt. Die Verankerung ist auch wegen des geringen Gewichts von nur 15 Kilogramm dringend geboten, damit Ihnen das Gewächshaus nicht beim ersten Windstoß davon fliegt. Wollen Sie es direkt auf dem Boden aufstellen, ist ein im Erdreich einbetoniertes Fundament notwendig. Das Mini-Gewächshaus verfügt über wärmedämmende Hohlkammerstegscheiben, ein Dachfenster sowie eine Schiebetür. Als problematisch wird von Kunden lediglich die unzureichende Aufbauanleitung des Herstellers angesehen, wobei es mittlerweile auf Youtube hilfreiche Videos dazu gibt.

Maße 1,32 x 2,55 x 2,22 Meter
Grundfläche ca. 3,3 Quadratmeter
Raumvolumen k. A.
Material Aluminium, Kunststoff
Eingang Schiebetür, 1,22 x 1,63 Meter
Gewicht k. A.

Deutlich hochwertiger in der Verarbeitung und deshalb auch teurer ist das Anlehngewächshaus „Ida“ des Herstellers Gartenwelt Riedelsberger. Das Anlehngewächshaus besitzt ein Sockelmaß von 128 x 254 Zentimetern und bietet eine Grundfläche von etwa 3,3 Quadratmetern. Diese Maße zusammen mit einer Höhe von deutlich mehr als zwei Metern ermöglicht die Anzucht von vielen empfindlichen Nutz- und Zierpflanzen, etwa von Tomaten, Gurken oder Auberginen. Ermöglicht wird dies durch eine gut isolierende Hohlkammerplattenverglasung, die zudem vor einem Brennglaseffekt schützt. Das Anlehnhaus muss an einer Rückwand befestigt werden und benötigt ein Fundament. Eine praktische Schiebetür sowie ein Dachfenster sorgen für eine ausreichende Belüftung.

Maße 192 x 65 Zentimeter
Grundfläche 1,3 Quadratmeter
Raumvolumen k. A.
Material eloxiertes Aluminium, Kunststoff
Eingang Schiebetür, 61 x 151 Zentimeter
Gewicht k. A.

Hierbei handelt es sich um ein Mini-Anlehngewächshaus, das aufgrund seiner geringen Maße sogar auf dem Balkon aufgestellt werden kann. Mit einer Breite von 192 Zentimetern, einer Tiefe von 65 Zentimetern und einer Höhe von 184 Zentimetern passt es selbst auf kleinsten Raum, bietet aber viel Platz für verschiedene Nutz- und Zierpflanzen. Für den Anbau von Kräutern können Sie zudem zusätzlich passende Regalböden aus Draht erwerben, die den vorhandenen Platz optimal ausnutzen. Für die notwendige Belüftung sind eine leichtgängige Schiebetür sowie ein Dachfenster vorhanden.Für den Aufbau des Anlehnhauses empfiehlt sich ein Fundament, wobei ein passendes Stahlblechfundament mit sechs Zentimetern Höhe ebenfalls vom Hersteller erworben werden kann.

Kaufkriterien

Verwendungszweck

Es gibt verschiedene Arten von Anlehnhäusern, die sich für ganz unterschiedliche Zwecke verwenden lassen. Ein Anlehngewächshaus etwa können Sie wie ein ganz normales Gewächshaus oder – je nach Größe – sogar als Wintergarten benutzen. Diese Gewächshäuser (329,99€ bei Amazon*) gibt es in unterschiedlichen Größen und Varianten, wovon sich manche auch für den Balkon und / oder die Terrasse eignen. Auch Anlehnschuppen bzw. Anlehngeräteschuppen gibt es in verschiedenen Ausführungen, sodass Sie Gartengeräte bis hin zum Rasenmäher oder sogar Fahrrädern platzsparend unterstellen können.

Material

Handelsübliche Anlehngewächshäuser bestehen meist aus stabilen Aluminiumrahmen, in denen als Verglasung Hohlkammerplatten aus Polykarbonat oder Blankglas eingefasst sind. Manche Modelle haben anstelle des Metallrahmens auch einen aus Holz, wobei dieses mit einer witterungsschützenden Lasur behandelt sein sollte. Wichtig ist, dass das Material lichtdurchlässig ist und gut isoliert. Anlehnschuppen hingegen sind entweder aus Holz oder Metall gefertigt. Achten Sie darauf (z. B. durch Hinweise in Kundenrezensionen), dass die Holz- bzw. Metallteile nicht zu dünn sind. Eine gute Verarbeitung ist ebenfalls essenziell, damit der Schuppen anschließend sicher steht.

Größe und Stellfläche

Wie groß das Anlehnhaus sein darf, hängt ganz von Ihren Wünschen sowie vom vorhandenen Platz ab. Bei einem Gewächshaus ist darauf zu achten, dass es etwa zwei Meter Höhe erreicht. Ist es zu niedrig, können Sie darin keine hoch wachsenden Pflanzen wie Tomaten oder Gurken ziehen. Auch wenn größere, sperrige Dinge wie etwa Fahrräder oder der Rasenmäher im Anlehnschuppen untergebracht werden sollen, ist auf die dafür passende Größe genau zu achten. Relevant sind hierfür die Angaben des Herstellers zum Stellmaß bzw. zur Grundfläche.

Dachform

Ein wichtiges Kaufkriterium stellt zudem die Form des Daches dar, da dieses bei einem Anlehnhaus – welches sich schließlich direkt am Haupthaus oder an einem Gartenschuppen befindet – nicht beliebig ist. Wählen Sie ein Modell mit einem sogenannten Pultdach, bei dem der hintere, an der Wand befindliche Teil deutlich höher ist als der vordere. So läuft das Regenwasser über das Dach nach vorn ab und gelangt nicht in die Hauswand – dieses kann auf Dauer böse Folgen haben, etwa massiven Schimmelpilzbefall.

Türen und Fenster

Eine Tür darf natürlich auch bei einem Anlehnhaus nicht fehlen, denn irgendwie müssen Sie ja in den Anbau hineingelangen. Bei einem kleinen Anlehnhaus bzw. wenig Platz empfiehlt sich eine Schiebetür, die möglichst leichtgängig sein sollte. Diese werden gern bei Anlehngewächshäusern verwendet. Anlehnschuppen werden hingegen mit einfachen oder doppelten Türen angeboten, wobei letztere praktisch sind, wenn größere Gegenstände (wie etwa der Rasenmäher oder ein Fahrrad) im Schuppen aufbewahrt werden. Bei einem Schuppen sind zusätzliche Fenster optional, ein Gewächshaus sollte hingegen immer mindestens ein Dachfenster aufweisen. Dies ist für die Belüftung unverzichtbar.

Montage

Da Anlehnhäuser stets zerlegt geliefert werden, müssen Sie sie selbst zusammenbauen. Damit Sie dabei nicht verzweifeln – zumal die Verarbeitung der verschiedenen Modelle sowie auch die Herstellerbeschreibungen sich hinsichtlich Qualität und Verständlichkeit sehr stark voneinander unterscheiden – sollten Sie vor dem Kauf einen genaueren Blick in die Kundenrezensionen werfen. Hier finden Sie oftmals deutliche Hinweise auf die Verarbeitungsqualität der Einzelteile (z. B. ob die Bohrlöcher richtig gesetzt sind) sowie die Verständlichkeit der Aufbauanleitung.

Youtube

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Anlehnhaus?

Bei einem Anlehnhaus handelt es sich um einen Gartenschuppen oder ein Gewächshaus mit nur drei Wänden und einer offenen Seite. An dieser wird das Haus an einer bereits bestehenden Wand – etwa einer Hauswand, einer Mauer oder am Gartenschuppen – angelehnt und befestigt. Anlehnhäuser gibt es für verschiedene Einsatzzwecke und in unterschiedlichen Größen.

Wozu braucht man ein Anlehnhaus?

Der Vorteil an einem solchen Anlehnhaus ist, dass es weniger Platz wegnimmt als freistehende Schuppen oder Gewächshäuser. Somit eignen sie sich auch gut für kleine Gärten bzw. wenn nicht allzu viel Gartenfläche für eine weitere Bebauung genutzt werden soll. Gerade in der heutigen Zeit, in der viele neue Häuser mit extrem kleinen Gärten ausgestattet werden, sind sie sehr praktisch.

Brauche ich für den Bau eines Anlehnhauses eine Baugenehmigung?

Ob Sie für Ihr Anlehnhaus eine Baugenehmigung brauchen, hängt ganz davon ab, was in der entsprechenden Satzung Ihrer Gemeinde / Kommune steht – diesbezüglich sind die Vorgaben sehr unterschiedlich. Zudem hängt es auch davon ab, wie groß der Anbau werden soll und ob vielleicht die Nachbarn davon beeinträchtigt werden, etwa, weil der Abstand zur Grundstücksgrenze zu gering ist. Fragen Sie im Zweifelsfall am besten bei Ihrer örtlichen Baubehörde nach!

Muss ich wirklich unbedingt ein Fundament unter das Anbauhaus machen?

Dazu ist dringend anzuraten, da die meisten handelsüblichen Anstellhäuser ohne Fundament erstens zu tief und zweitens zu unsicher stehen – ein Fundament sorgt für die notwendige Stabilität und damit sowohl für eine höhere Lebensdauer als auch für eine bessere Nutzbarkeit. Anlehnschuppen oder -gewächshäuser, die auf die Terrasse oder auf den Balkon gestellt werden, sollten ebenfalls immer verankert werden – sonst könnten sie im schlimmsten Fall mit dem nächsten Sturm einfach davon geweht werden.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: Keith 316/Shutterstock

Melde Dich für unseren Newsletter an

Erhalten Sie den monatlichen Gartenjournal Newsletter in Ihr E-Mail Postfach. Abmelden ist jederzeit möglich.