Kröte im Garten
Frösche und Kröten machen Insekten den Gar aus

Amphibien im Garten: Von nützlichen Schneckenjägern und anderem Getier

Dem einen sind sie eine Last, die man am Liebsten gleich schnell loswerden würde, Andere, und dazu zählen die echten Naturliebhaber unter den Gartenfreunden, hätten schon ganz gerne den einen oder anderen Vertreter der Frösche, Molche und Kröten als Dauergast. Sie zu beobachten, ist nicht nur sehr unterhaltsam, besonders wenn sich Kinder mit auf dem Grundstück befinden. Diese heimischen Amphibien sind sogar überaus nützlich und helfen bei der naturnahen, also umweltfreundlichen Schädlingsbekämpfung.

Eine Kröte in meinem Garten? So werden jetzt vielleicht einige Leser denken, die kann sich eigentlich nur verlaufen haben? Hat sie aber überhaupt nicht, ganz im Gegenteil. Vielleicht hat sie sich vor einigen Monaten völlig unbemerkt zwischen den Beeten, Hecken und Bäumen ihren ganz persönlichen Lebensraum geschaffen, dort eventuell sogar überwintert?

Amphibien im Garten? Aber wie?

Egal, ob Kröte, Molch oder Frosch: Sie sollten nicht einfach wieder irgendwo außerhalb ausgesetzt werden, denn die meisten dieser Tiere würden wieder zurückkommen, was ihnen auf stark befahrenen Wegen und Straßen gefährlich werden könnte. Andererseits sollten Sie Amphibien und all die anderen Kleintiere auch nicht beim nächsten Waldspaziergang oder vom Ufer Ihres Dorfteichs mit zu sich nach Hause nehmen. Bei den meisten Arten ist der Bestand während der letzten Jahre massiv zurückgegangen, sodass sie heute auf der Roten Liste und damit unter ganz besonderem Schutz stehen. Manche Tiere, wie beispielsweise die Erdkröte, sind für ihre extreme Standorttreue bekannt, sodass eine dauerhafte Umsetzung sogar lebensbedrohlich werden kann. Als ausgezeichneter Nützling in Ihrem Garten vertilgt sie große Mengen an Schadinsekten zum Beispiel Schnecken, lebt aber dennoch sehr gefährlich, da diese Kröten zu den Lieblingsmenüs von Ringelnattern, Waschbären und Graureihern gehören.

Tagesverstecke und Rückzugsgebiete schaffen

Dabei geht es nicht gleich um das Anlegen eines komplett neuen Gartenteichs. Für amphibienfreundliche Lebensräume ist bereits gesorgt, wenn auf dem Grundstück ein oder mehrere geschützte Reisig- oder Laubhaufen vorhanden sind. Notfalls tut es auch eine alte, unverfugte Steinmauer und am Besten eignet sich ein Garten, der möglichst naturnah gestaltet ist und den Amphibien nicht nur ausreichend Nahrung, sondern auch einen Schutz zu bieten hat. Darüber hinaus sollte im Umfeld der Tiere auf den Einsatz chemischer Insekten- und Schneckenvernichtungsmittel sowie Pestizide generell verzichtet werden.

Lebensgefährlich für die Tiere sind ebenerdig angelegte Becken oder Teiche, besonders, wenn sie mit senkrechten Wänden und ohne Flachwasserabschnitte am Ufer gebaut wurden. Mit eigener Kraft ist ein Verlassen dieser Gefahrenzonen nicht möglich, sodass Sie in solchen Fällen Ausstiegshilfen als lebensrettende Maßnahmen einrichten sollten. Ebenso gefährlich für Amphibien sind die Lichtschächte, die oft vor Kellerfenstern montiert sind. Fallen die Tiere herein, müssen sie dort meist unbemerkt verhungern und trocknen infolge des Flüssigkeitsentzugs von innen her völlig aus. Zum Schutz reicht es bereits, wenn über die groben Metallgitter ein engmaschiges Kunststoffnetz gespannt wird, das die Frösche, Kröten und Molche vor einem möglichen Todessturz schützt.

Die gängigsten Amphibienarten im Garten

Je nach Region haben wir es in Deutschland mit den verschiedensten Amphibienarten zu tun, die sich manchmal nur in kaum wahrnehmbaren Kleinigkeiten voneinander unterscheiden: Die wichtigsten Vertreter sind:

  • Moorfrosch: Während der Paarungszeit sind die Männchen extrem blau gefärbt; Tiere, die vorwiegend in Gegenden mit höherem Grundwasserstand oder in den Randbereichen von Mooren leben, werden bis zu sieben Zentimetern lang.
  • Grasfrosch: Grün-braune Flecken als Grundfärbung bei einer Länge von bis zu elf Zentimetern; ausgeprägte dunkelbraune Stellen an der Unterseite; leben eher anspruchslos und in fast allen Lebensräumen;
  • Springfrosch: Vier bis fünf Zentimeter kleiner als Grasfrösche und weniger stark gefleckt; bevorzugter Lebensraum sind Laubmischwälder; ausgewachsene Tiere können bis zu zwei Meter weit springen;
  • Kreuzkröte: Rücken mit charakteristischer gelber Linie bei mausähnlicher Fortbewegung; Körperlänge um die acht Zentimeter; als Lebensraum dienen vorwiegend Baugruben und Truppenübungsplätze;
  • Kammmolch: auffällig gezackter Rückenkamm bei den Männchen; Färbung dunkelbraun bis schwarz (auf dem Bauch sehr deutliche gelb-schwarze Punkte); wird bis zu 16 cm lang; Lebensraum häufig im Wald sowie in der öffentlichen Landschaft;
  • Fadenmolch: auffallender Schwanz mit langem Endfaden; Bauchseite hell und Rücken bräunlich; lebt vorzugsweise in Wäldern und wandert zum Laichen in die Kleinstgewässer (Pfützen und wassergefüllte Fahrspuren im Wad) ab; Länge neun bis zehn Zentimeter;
Text: Fred Lübke

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