Tomaten im Gewächshaus

Um diese Faktoren dreht sich die Tomatenpflege im Gewächshaus

Glücklich die Hobbygärtner mit eigenem Gewächshaus für den Anbau von Tomaten. Schlechte Witterung macht ihnen hier keinen Strich durch die Rechnung. Auf die richtige Tomatenpflege kommt es dennoch an. Erfahren Sie hier alle maßgeblichen Aspekte.

Gute Pflege basiert auf sorgfältiger Vorbereitung

Während im März/April die Anzucht von Tomatenpflanzen im Haus auf vollen Touren läuft, bereiten kundige Hobbygärtner den Boden im Gewächshaus vor. Wenn die Jungpflanzen im Mai umziehen in das geschützte Ambiente des Treibhauses, sollten sie einen nährstoffreichen, lockeren Boden vorfinden. Es macht den Tomaten übrigens nichts aus, wenn sich dort zuvor bereits Artgenossen in Kultur befanden – ganz im Gegenteil.

  • das Erdreich tiefgründig auflockern und gründlich jäten
  • halbverrotteten Kompost einarbeiten in der Dosierung von 3 Litern pro Quadratmeter
  • zusätzlich den Boden anreichern mit Hornspänen, Gesteins- oder Algenmehl und Kalimagnesia
  • kurz vor der Pflanzung das Beet mit Schachtelhalmbrühe überbrausen zur Vorbeugung gegen Pilzinfektionen

Da in der Tomatenpflege penible Sauberkeit einen hohen Stellenwert einnimmt, werden sämtliche Arbeitswerkzeuge und Rankhilfen desinfiziert.

Richtiges Pflanzen vereinfacht die Tomatenpflege

Verlassen Tomatenpflanzen ihre Kinderstube, sollten sie mindestens 20 bis 25 Zentimeter groß sein und über 2-3 Blüten verfügen. Jede Pflanze setzen Sie etwa 6 Zentimeter tiefer, als im Anzuchttopf. Ein wenig Brennnesselkraut als Zugabe im Pflanzloch verbessert die Startbedingungen. Ein Abstand von 60 Zentimetern gilt als ideal, um während der Tomatenpflege jede Pflanze problemlos zu erreichen.

Bloß nicht beregnen

Die Bewässerung von Tomaten ist ein wenig heikel, angesichts der drohenden Gefahr durch Pflanzenkrankheiten. Da feuchte Blätter sogleich Pilzsporen auf den Plan rufen, gilt die Beregnung von oben als Todsünde in der Tomatenpflege. Kluge Hobbygärtner haben sehr viel effizientere Methoden entwickelt, um ihre Tomaten im Gewächshaus zu gießen. So funktioniert es:

  • grundsätzlich gießen mit temperiertem Regenwasser
  • alternativ abgestandenes Leitungswasser verwenden
  • stets unmittelbar an die Wurzeln gießen
  • das Erdreich nie austrocknen lassen oder vollständig durchnässen
  • plötzlicher Wasserüberschuss verursacht aufplatzende Tomatenschalen

Damit kein Spritzwasser vom Boden her an die Blätter gelangt, graben findige Hobbygärtner einen Blumentopf neben der Pflanze ein. Dieser wird mit Wasser gefüllt und versorgt das Erdreich mit der erforderlichen Feuchtigkeit. Darüber hinaus ist es empfehlenswert, ab einer geeigneten Wuchshöhe die Blätter bis auf eine Höhe von 40 Zentimetern zu entfernen. Eine verbesserte Luftzirkulation und geringere Spritzwassergefahr sind das Resultat.

Ausgewogene Nährstoffversorgung – so vermeiden Sie eine Überdüngung

Wenngleich Tomatenpflanzen den Starkzehrern zugeordnet werden, bedeutet dies nicht zwangsläufig eine konstante Gabe von Dünger auf hohem Niveau. Damit sie nicht ins Kraut schießen, liegt der Fokus auf einer reduzierten Stickstoffversorgung, zugunsten von Kalium, Kalzium, Phosphor, Magnesium und Kalk. Organischem Dünger sollte in dieser Hinsicht der Vorzug gegeben werden.

  • bis zum Beginn der Blüte nur sehr sparsam düngen mit Kompost
  • zeitgleich zum Blütenansatz, etwa ab Juli, alle 2 Wochen Kompost einarbeiten
  • zusätzlich mit Brennnesseljauche , Beinwelljauche, Guano, Hornspänen und Gesteinsmehl düngen

Da Mulchen in der Tomatenpflege eine wichtige Rolle spielt, sollte auch im Gewächshaus damit gearbeitet werden. Empfehlenswert ist eine dicke Schicht aus Beinwellblättern, Stroh und ausgegeizten Tomatentrieben. Lassen die Tomaten trotzdem ihre Blätter hängen oder sie verfärben sich blass-gelb, sollten Sie den Griff zu einem handelsüblichen Tomaten-Flüssigdünger nicht scheuen.

Tomaten im Gewächshaus ausgeizen – so geht’s

Einen unverzichtbaren Bestandteil der Tomatenpflege im Gewächshaus stellt das konsequente Ausgeizen dar. Um die eng begrenzte Platzkapazität optimal ausnutzen zu können, kommen für das Treibhaus sinnvollerweise Stabtomaten infrage. Aufgeleitet an Schnüren oder Rankhilfen, klettern die Pflanzen in die Höhe. Währenddessen streben sie permanent danach, in die Breite zu verzweigen. Es entwickeln sich Seitentriebe, die der Pflanze viel Kraft kosten.

Damit die Tomatenpflanze ihre Energie in große, saftige Früchte investiert, müssen die Geiztriebe weichen. Diese Maßnahme beginnt in der ersten Woche nach dem Umzug ins Gewächshaus und zieht sich hin bis nach der Ernte. So gehen Sie dabei vor:

  • ratsam ist das Tragen von Einweg-Handschuhen
  • den unerwünschten Trieb in der Blattachsel mit den Fingern greifen und abknipsen
  • ab einer Höhe von 15 Zentimetern mit der Hand seitlich ausbrechen

Verwechslung ausgeschlossen

Selbst ungeübte Hobbygärtner geraten nicht in die Verlegenheit, aus Versehen einen Fruchttrieb statt einen Geiztrieb zu entfernen. Das optische Erscheinungsbild weist folgende, unverwechselbaren Erkennungsmerkmale auf:

  • ein Geiztrieb wächst prinzipiell präzise in der Blattachsel, wo der Blattstiel abzweigt vom Stamm
  • ein Fruchttrieb entstammt unmittelbar dem Stamm, und zwar geradeaus gerichtet
Tipps & Tricks
Da Tomatenpflanzen zur Vorbeugung gegen die Kraut- und Braunfäule bis 40 cm Höhe entlaubt werden, sieht der Boden im Gewächshaus recht öde aus. Eine Unterpflanzung aus Tagetes und Ringelblumen sorgt nicht nur für ein hübsches Erscheinungsbild, sondern wirkt zugleich abwehrend auf Schädlinge und Nematoden.

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