Rasen vertikutieren 10 besten Tipps

Rasen richtig vertikutieren – die 10 besten Tipps

Gleicht der Rasen mehr einer Wiese denn einem grünen Teppich, schlägt die Stunde des Vertikutierers. Schlitzen Sie einfach Moos und Unkraut jedes Jahr aus der Grasnarbe heraus. Wie Sie es richtig machen, erklärt diese Anleitung mit den 10 besten Tipps.

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Tipp 1: Rasenpflege im Frühjahr startet mit Vertikutieren

Jedes Jahr im Frühling das gleiche Trauerspiel. Statt eines samtigen Rasenteppichs kommt eine verunkrautete Wiese aus der Winterpause. Während sich Blumen und Sträucher im Garten auf ihren großen Auftritt vorbereiten, benötigt der Rasen dringend Nachhilfe. Das gelingt ganz einfach mit einem Vertikutierer, dessen Messer den Boden schlitzen und alles auskämmen, was dort nicht hingehört. Das ist der beste Zeitpunkt für den Beginn der Rasenpflege:

  • Die ersten Narzissen signalisieren den Beginn der Vegetationsperiode
  • Die Bodentemperaturen im Garten übersteigen dauerhaft die 10-Grad-Marke
  • Es herrscht eine milde, leicht bedeckte Witterung
  • Es hat in den vergangenen 1 bis 2 Tagen nicht geregnet
Tipps & Tricks
Der Vertikutierer unterscheidet nicht zwischen Moos, Unkraut und Rasen. Daher werden nicht fest verwurzelte Gräser ebenfalls ausgekämmt. Einen frisch angelegten Rasen sollten Sie daher nicht vertikutieren. Das gilt für ausgesäte Flächen ebenso wie für Rollrasen. Frühestens ab dem dritten Jahr kommt diese Pflegemaßnahme jedes Jahr in Betracht.

Tipp 2: Rasen richtig vorbereiten – so geht es

Damit sich die winterliche Wiese in einen repräsentativen Rasen verwandelt, bedarf es einer wichtigen Vorbereitung. Bevor die Messer den Boden schlitzen, sollte das Gras geschnitten werden. Mähen Sie daher jedes Jahr den Rasen zuvor so kurz wie möglich. Ideal ist eine Schnitthöhe von 2-3 Zentimetern bei klassischem Gebrauchsrasen. Einen Schattenrasen mähen Sie vorzugsweise auf 4-5 Zentimeter zurück.

Tipp 3: Arbeitstiefe einstellen mit Augenmaß – so gelingt es

Die beste Anleitung zum Vertikutieren läuft ins Leere, wenn das Gerät nicht richtig eingestellt ist. Damit die Messer den Boden richtig schlitzen, ist die Arbeitstiefe abzustimmen auf den Grad der Bodenverdichtung und das Ausmaß der Verfilzung. So machen Sie es richtig:

  • Das Gerät im Garten auf die Rasenfläche stellen, sodass die Messer knapp den Boden berühren
  • Den Vertikutierer anstellen und auf einem kurzen Stück hin und her schieben
  • Die Messer schlitzen dabei das Erdreich nur ganz wenig an

Somit haben Sie die perfekte Ausgangsposition. Hierzu wird die ideale Schnitttiefe hinzugerechnet. Einen leicht verfilzten Rasen schlitzen die Messer 3 Millimeter tief ein. Eine stark vermooste, mit Unkraut durchsetzte Wiese vertikutieren Sie jedes Jahr bis 5 Millimeter tief. Sofern Sie etliche Jahre den Rasen nicht auskämmten, kommt ausnahmsweise eine Arbeitstiefe von bis zu 10 Millimeter in Betracht.

Tipp 4: Anleitung zum maschinellen Vertikutieren

Sind im Garten die Vorbereitungen abgeschlossen, vertikutieren Sie nach der folgenden Anleitung den arg bedrängten Rasen richtig:

  • Den richtig eingestellten Vertikutierer so positionieren, dass die erste Bahn entlang einer geraden Kante verläuft
  • Die Wiese zunächst langsam in Längsrichtung bearbeiten, ohne stehen zu bleiben
  • Im zweiten Durchgang die Grasfläche in Querrichtung mit den Messern schlitzen
  • Alles ausgekämmte Moos und Unkraut zusammenkehren und entsorgen
  • Zu guter Letzt nochmals mit Rasenmäher und Auffangkorb über den Rasen gehen

Wird der Rasen im Garten jedes Jahr gelüftet, reicht zumeist das einmalige Schlitzen der Grasnarbe in Längsrichtung aus. Nehmen Sie daher nach dem ersten Durchgang die Fläche in Augenschein. Befinden sich kaum noch Moos und kein Unkraut mehr zwischen den Gräsern, haben Sie alles richtig gemacht. Idealerweise walzen Sie die Wiese, bevor eine mindestens einwöchige Ruhepause vor dem nächsten Pflegeschritt eingelegt wird.

Tipps & Tricks
Als Faustregel gilt, dass ein wiederholtes Vertikutieren im Abstand von einigen Wochen mit einer Tiefe von 3 Millimetern deutlich schonender für den gepflegten Rasen ist.

Tipp 5: Vertikutieren mit Muskelkraft – so geht es manuell

Für einen kleinen Garten oder schwer zugängliche Bereiche verwenden geübte Gärtner jedes Jahr einen Hand-Vertikutierer. Dabei schlitzen Sie die Grassode manuell, was zweifellos mit einem hohen Trimm-dich-Effekt verbunden ist. Sie handhaben die Technik richtig, indem Sie das Gerät zunächst auf sich zu und anschließend von sich weg drücken.

Vertikutieren per Hand geht ein Quäntchen müheloser, wenn Sie den neuartigen Vertikutier-Boy von Gardena oder Vertikutier-Roller von Wolf verwenden. Dabei schlitzen die Messer mit Gleitrücken in die Wiese und bewegen sich mithilfe robuster Räder sowie einer Hubachse vor und zurück.

Tipp 6: Vertikutierten Rasen wässern – nur nicht dürsten lassen

Da Vertikutieren in die schöne Jahreszeit fällt, herrschen zum Zeitpunkt der Pflegemaßnahme mitunter trockene bis sehr trockene Witterungsverhältnisse. Es ist daher dringend zu empfehlen, einen trockenen Rasen nach dem Vertikutieren durchdringend zu beregnen.

Tipp 7: Rasen richtig nachbehandeln – darauf kommt es an

Eine fundierte Anleitung zum Vertikutieren lässt den Gärtner nicht mit dem ramponierten Rasen alleine. Damit sich die Wiese tatsächlich in den ersehnten Teppich verwandelt, kommt es auf diese Nachbehandlung an:

  • Die Grünfläche im Garten nach dem Vertikutieren 7-14 Tage ruhen lassen
  • Derweil mittels Bodenanalyse oder pH-Wert-Test den Nährstoffbedarf ermitteln
  • Entsprechend der Ergebnisse den Rasen kalken und düngen

Sollte sich ein pH-Wert von unter 5,5 herausstellen, ist der Boden übersäuert. Überall im Garten macht sich Moos breit im sauren Erdreich, da macht der Rasen keine Ausnahme. Kalken Sie daher die Grünfläche, damit sie sich nicht innerhalb kurzer Zeit wieder in eine vermooste Wiese zurückverwandelt. In der Folge warten Sie 3-4 Wochen ab, bevor ein organischer oder mineralisch-organischer Dünger appliziert wird.

Tipp 8: Kahle Stellen schließen durch Nachsaat

Je tiefer die Messer in die Grasnarbe schlitzen, desto mehr kahle Stellen bleiben zurück. Statt sich wochenlang über eine schüttere Wiese zu ärgern, reparieren Sie den Schaden ganz einfach per Nachsaat. So machen Sie es richtig:

  • Kleine Unebenheiten ausgleichen mit Erde-Sand-Gemisch
  • Für die Nachsaat geeignete Rasensamen dünn verstreuen
  • Mit dem Rechen oder von Hand 1 cm tief einarbeiten, walzen und beregnen
  • Alternativ die Nachsaat dünn mit Sand oder Vermiculite übersieben, walzen und wässern

Sobald die Keimlinge aufgelaufen sind, freuen diese sich über eine erste Portion Dünger. In der Folge wässern Sie den Rasen so lange, bis sich alle Körner richtig aufgelöst haben. Folgen Sie dieser Anleitung, ist der Zeitpunkt für das erste Mähen gekommen, wenn die Halme eine Höhe von 8 Zentimetern erreicht haben.

Tipp 9: Herbstliches Vertikutieren rundet die Rasenpflege ab

Im Verlauf des Sommers sammeln sich zwischen den Edelgräsern Mäh- und Pflanzenreste an. Auf diese Weise verfilzt der Rasen und der Boden verdichtet. Sprießen zusätzlich Moos und Unkraut, gelangen Wasser, Nährstoffe und Luft nicht mehr bis an die Rasenwurzeln. Es ist daher empfehlenswert, die Wiese vor dem Winter ein weiteres Mal zu vertikutieren. So geht es richtig:

  • Im August oder September die verfilzte Wiese ein Mal in Längsrichtung vertikutieren
  • Die Messer schlitzen nicht tiefer als 3 Millimeter in die Grasnarbe
  • Nach einer Woche den Rasen düngen und wiederholt beregnen

Zu dieser Jahreszeit bedarf der Rasen im Garten einer anderen Nährstoffzusammensetzung als im Frühjahr. Statt Stickstoff und Phosphor steht nun Kalium im Fokus. Dieser Mineralstoff stärkt die Pflanzenzellen gegenüber den Belastungen des Winters. Insbesondere den schwankenden Temperaturen zwischen Frost- und Tauwetter halten die Zellwände dank Kalium besser stand. Erfahrene Rasenflüsterer düngen daher im Rahmen der Herbstpflege jedes Jahr mit Patentkali nach dem Vertikutieren.

Tipp 10: Federbesen ersetzt Vertikutierer – so funktioniert es

Wie diese Anleitung mit den besten Tipps vor Augen führt, vertikutieren geübte Gärtner ihren top-gepflegten Rasen mindestens ein Mal jedes Jahr. Wer indes nicht über etliche Wochen einen schütteren Rasen vor Augen haben möchte, begegnet dem Problem mit Kontinuität. Statt einmalig mit Messern in die Grassode zu schlitzen, wird der Rasen nach jedem Mähen gelüftet. So geht es richtig:

  • Der Rasen ist nicht zu einer vollständig vermoosten Wiese mutiert
  • Es steht ein stabiler, qualitativ hochwertiger Federbesen zur Verfügung
  • Nach jedem Mähen die Grasfläche gründlich mit dem Federbesen abrechen
  • Moos und nicht aufgefangenes Schnittgut werden kontinuierlich entfernt

Sofern alle anderen Maßnahmen einer fachgerechten Rasenpflege im Garten durchgeführt werden, können Sie sich dank dieser Beharrlichkeit das Vertikutieren jedes Jahr ersparen. Da Sie bei dieser Tätigkeit jedem Unkraut einzeln begegnen, stechen Sie unerwünschte Gäste, wie Löwenzahn und Konsorten mit dem Unkrautstecher einfach aus.

Tipps & Tricks
Vertikutieren und Aerifizieren wird oft verwechselt. Während Gärtner beim Vertikutieren die Grasnarbe Millimeter-tief schlitzen, stanzen Sie beim Aerifizieren fingerdicke Löcher bis 10 Zentimeter tief in den Boden und verfüllen diese mit Sand. Auf diese Weise werden starke Verdichtungen aufgebrochen, damit der Rasen im Garten wieder tief Luft holen kann.

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